Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Männer und Frauen riechen: Kasseler Psychologe erforscht den Trost im Geruch

27.02.2007
Den Geruch seines Partners zum Trost nehmen, wenn man ihn vermisst, ist für Frauen scheinbar ein bekanntes Phänomen: sie riechen an dem von ihm zuletzt getragen Pullover, an dem Kopfkissen, auf dem er lag, oder schlafen in seinem gebrauchten Pyjama.

Bei Männern sieht das anders aus. Harald Euler, Psychologieprofessor an der Universität Kassel, hat das bisher weitgehend unbeachtete Phänomen "Geruchstrost" in einer Studie genauer untersucht.

208 Kasseler Studentinnen und 71 Studenten in heterosexuellen Partnerschaften wurden über ihr Verhalten in Zeiten der Trennung vom Partner befragt. Euler fand heraus, dass knapp 80 Prozent der Studentinnen schon einmal an der getragenen Kleidung des Partners in dessen Abwesenheit gerochen haben. 66 Prozent haben sogar in oder mit der Schlafbekleidung des Partners geschlafen. Für etwa die Hälfte aller Männer ist das Riechen an Kleidung ihrer Partnerin ein völlig unbekanntes Phänomen und weniger als 40 Prozent gingen schon einmal mit dem Frauen-Pyjama ins Bett. Auch bei den Motiven herrscht Diskrepanz bei Mann und Frau: Frauen schnüffeln, um sich den Partner in Erinnerung zu rufen und ihm nah zu sein. Männer schnüffeln, weil das gut riecht.

"Dieser starke Geschlechterunterschied ist faszinierend", sagt Prof. Euler. Vergleichbare Erhebungen in den USA an der University of Pittsburgh haben gezeigt, dass die Geschlechterverteilung dort ähnlich ist. Über die Gründe dieses möglicherweise weltweiten Phänomens kann bisher nur gemutmaßt werden:

... mehr zu:
»Geruchssinn »Psychologe »Sex

Fakt ist, dass Frauen evolutionsbedingt besser riechen können als Männer. Es ist auch bewiesen, so Euler, dass bei Männern häufiger als bei Frauen der Geruchssinn lückenhaft ist. Euler vermu-tet, dass der ausgeprägte 'weibliche' Geruchssinn mit der Ernährung und dem Umsorgen von Kleinkindern zu tun hat. Frauen müssen anhand des Geruches feststellen können, ob Nahrung für das Kind genießbar ist.

Außerdem treffen bindungstheoretisch bei Mann und Frau zwei verschiedene Liebes- bzw. Bindungsstile aufeinander, ebenfalls evolutionsbedingt. "Bei Frauen ist Nähe, also Streicheln und Zärtlichkeit, sehr viel mehr direkt an Liebe und Sex gebunden als bei Männern", sagt Euler. Dieses starke Bedürfnis nach Nähe könnte daran liegen, dass die Frau bei der Erziehung der Kinder immer schon auf soziale Unterstützung und die Nähe anderer angewiesen, also nähebedürftig war. Männer hingegen seien der Fortpflanzung wegen eher am Sex und weniger an Partnerbindung und Nähe interessiert. "Dass Männer im Geruch der Frau Trost und Nähe finden, kommt sehr selten vor. Meistens passiert es dann, wenn sie einem manischen Liebesstil verfallen sind, also wenn sie sich unsicher sind, ob sie die Frau halten können", sagt Euler.

Trotz aller Unterschiede sind sich die Geschlechter in einem einig: Der Geruch des sexuellen Partners wird als angenehm empfunden. Er setzt Glücksgefühle frei, erzeugt Zufriedenheit und Nähe.

Info
Universität Kassel
Prof. Harald A. Euler
Fachbereicht Wirtschaftswissenschaften
Institut für Psychologie
tel (0561) 804 3577
e-mail euler@uni-kassel.de

Prof. Harald A. Euler | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/

Weitere Berichte zu: Geruchssinn Psychologe Sex

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften