Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn die Angst ans Herz greift

27.02.2007
Bundesweite Studie zur Behandlung der Panikstörung

Sie ging an einem windigen Nachmittag am Dorfrand spazieren. Plötzlich war es, als ob etwas ihr Herz packen und zudrücken würde: Herzrasen, Atemnot, Schwindel. Einen Grund für ihr Erschrecken konnte sie aber nicht erkennen.

"Diesen Moment werde ich nie vergessen. Ich dachte, ich würde sterben", berichtet die Frau. Sie hatte zum ersten Mal eine Panikattacke erlebt.

Dabei kommt es plötzlich und unvorhersehbar zu massiven Angstzuständen, oft zu regelrechter Todesangst. Treten die Attacken häufiger auf, sprechen Wissenschaftler von einer Panikstörung. Daran leiden ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, Frauen häufiger als Männer.

"Viele Betroffene spüren starkes Herzklopfen oder Herzrasen und denken, es wäre etwas nicht in Ordnung", erklärt der Psychologe Georg Alpers von der Uni Würzburg. Oft gesellt sich zur Panikstörung noch eine so genannte Agoraphobie dazu, eine Angst vor öffentlichen Plätzen. Die Patienten fürchten sich dann zum Beispiel massiv davor, ins Kaufhaus zu gehen oder einen Fahrstuhl zu benutzen. "Sie haben Angst vor Herzattacken und meiden darum Orte, an denen sie im Notfall vermeintlich keine Hilfe bekommen", sagt der Wissenschaftler.

Die Attacken dauern in der Regel 10 bis 30 Minuten. Dabei kann das Herzrasen durchaus reell sein: "Häufig achten die Betroffenen ganz genau auf ihr Herz, geraten dann in Aufregung und schaukeln sich selber regelrecht hoch", so Alpers. Ihm zufolge hat die Panikstörung keine organischen Ursachen. Es gebe aber sinnvolle Psychotherapien, die den Patienten helfen.

Neue Erkenntnisse über die Panikstörung und deren Behandlung werden bei einer Weiterbildung an der Uni Würzburg vorgestellt. Dort referieren Experten aus Psychiatrie und Psychologie sowie ein Herzspezialist. Die Tagung richtet sich an Ärzte und Psychologen; sie findet am Samstag, 10. März, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Hörsaal des Lehrstuhls für Psychologie I in der Marcusstraße 9-11 statt. Das Vortragsprogramm steht im Internet: http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/psy1/pau/aktuelles/Panik_Infoveranstaltung.pdf

Die Teilnehmer werden auch über eine neue bundesweite Studie zur Behandlung der Panikstörung informiert. Das Bundesforschungsministerium fördert dieses Projekt, das außer in Würzburg noch in fünf weiteren Städten durchgeführt wird. Koordinator der Studie ist Professor Hans-Ulrich Wittchen von der Technischen Universität Dresden; der für Würzburg zuständige Ansprechpartner ist Georg Alpers.

Weitere Informationen: Dr. Georg Alpers, T (0931) 31-2840, alpers@psychologie.uni-wuerzburg.de (nicht in Würzburg erreichbar von 28. Februar bis 4. März).

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de
http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/psy1/pau/aktuelles/Panik_Infoveranstaltung.pdf

Weitere Berichte zu: Herzrasen Panikstörung Psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie