Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KPMG-WZL-Studie: Standortübergreifendes F&E-Management gewinnt an Bedeutung

15.01.2007
Das standortübergreifende Management von Forschung und Entwicklung (F&E) gewinnt in der Automobilindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau zunehmend an Bedeutung.

Das hat eine gemeinsame Studie von KPMG und dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen ergeben, für die 40 in Deutschland ansässige Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 Mio. und 5,2 Mrd. Euro befragt wurden. Jedes zweite Unternehmen gab an, die Zahl seiner F&E-Standorte in den kommenden fünf Jahren erhöhen zu wollen. Die Bedeutung Deutschlands als F&E-Standort, gemessen an der Verteilung des F&E-Budgets, wird für die Befragten in den nächsten fünf Jahren aber tendenziell abnehmen.

Besonders Osteuropa und Asien, insbesondere China, schreiben die Unternehmen in Zukunft eine wichtigere Rolle zu. Als Hauptgründe werden dafür in der Automobilbranche die Kosten genannt, im Maschinen- und Anlagenbau die Marktnähe. "Ein effizientes und standortübergreifendes Management von Forschung und Entwicklung (F&E) entwickelt sich zum entscheidenden Erfolgsfaktor", verdeutlicht Professor Günther Schuh, Direktor am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen die zukünftige Herausforderung.

Wie die Umfrage ergab, besitzen Westeuropa und insbesondere Deutschland eine starke Bedeutung für die Forschung und Entwicklung der befragten Unternehmen. Im Maschinenbau werden 90 Prozent des F&E-Budgets in Deutschland ausgegeben, was auf die überwiegend mittelständische Struktur der Unternehmen zurück zu führen ist. Die Automobilindustrie ist mit 73 Prozent Budgetanteil für Deutschland stärker international ausgerichtet. Über den Aufbau von ausländischen Produktionsstätten hinaus wird auch das Offshoring von F&E-Leistungen immer häufiger thematisiert. Die Studie wird durch Case Studies ergänzt, die die Notwendigkeit der Unternehmen verdeutlicht, neue Modelle des Managements von F&E Standorten einzuführen. Dies reicht von unternehmensübergreifenden Kooperationsformen und Clusterbildungen bis hin zu global integrierten Unternehmen.

Professor Günther Schuh: "Um die Qualität des Endprodukts im Entwicklungsverbund sicherzustellen, werden erfahrene Entwickler aus der Zentrale beteiligt, mit engem Kontakt zu Kunden und Produktionsexperten. Eine Verschiebung des Kompetenzprofils einheimischer Entwickler hin zur System- und Integrationskompetenz ist entsprechend zu beobachten". Dieter Becker, Partner und Leiter Industrial Markets Advisory bei KPMG: "Die Studie hat ergeben, dass vor allem die zunehmende Zerfaserung der Wertschöpfungskette eine systematische Vorgehensweise für das Standortmanagement von F&E erfordert."

Standort-Benchmarking noch nicht selbstverständlich

Bei der Auswahl eines Entwicklungsstandorts ist für jedes vierte Unternehmen die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter entscheidend. Auch der Aufbau von Know-how und die Einbindung in das F&E-Netzwerk spielen für viele Befragten eine wichtige Rolle. Die Einordnung eines Standorts und seiner Leistung kann nur erfolgen, wenn Ergebnisse vorliegen, die sich mit denen anderer Standorte vergleichen lassen. Benchmarkings dienen also der Erfolgsmessung eines Standorts und unterstützen die Transparenz über Kosten. Doch regelmäßige Benchmarkings erfolgen lediglich bei knapp 40 Prozent der Unternehmen.

Oft keine Abbruchkriterien definiert

Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen gab an, mit der bisherigen F&E-Verlagerung unzufrieden zu sein. Die übrigen sind zwar mit ihrer bisherigen Verlagerungsentscheidung zufrieden, bei der Umsetzung begegneten jedoch auch diese Unternehmen zahlreichen Herausforderungen und zum Teil sogar erheblichen Problemen. Doch knapp die Hälfte der befragten Unternehmen definiert im Vorfeld einer F&E-Verlagerung keine Abbruchkriterien. Ein Drittel entscheidet projektspezifisch, und lediglich 20 Prozent der Befragten machen sich Gedanken über mögliche Ausstiegsszenarien. Dieter Becker: "Die größte Herausforderung der F&E-Verlagerung liegt, neben kulturellen, sprachlichen und fachlichen Problemen im Management des daraus resultierenden global verteilten Entwicklungsprozesses. Eine systematische Vorgehensweise für das Standortmanagement, kontinuierlicher Wissensaustausch und einheitlich standortübergreifende Entwicklungsprozessstandards führen zu signifikanten Verbesserungen der F&E Performance."

Marita Reuter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.com
http://www.lean-innovation.de/standortstudie

Weitere Berichte zu: Automobilindustrie Benchmarking F&E F&E-Verlagerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie