Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Rheumamarker kann Patienten vor schweren Gelenkzerstörungen bewahren

24.10.2006
Eine Forschergruppe um Professor Hendrik Schulze-Koops von der Universität Erlangen entdeckte einen genetischen Marker, der auf einen schweren Verlauf der rheumatoiden Arthritis (RA) hinweist.

In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie untersuchten die Wissenschaftler 300 an RA erkrankte Personen. Dabei fanden sie eine genetische Variante, die gehäuft bei Patienten nachzuweisen ist, deren Erkrankung bereits in den ersten beiden Jahren zu schweren Gelenkzerstörungen führt. Der Marker ermöglicht es, diese Risikogruppe frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. "Die rechtzeitige Behandlung mit modernen Therapieverfahren könnte diesen Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität erhalten und frühzeitig ein schweres Schicksal verhindern", erläutert Schulze-Koops.

Er und seine Kollegen stellten in der Studie fest, dass eine bestimmte genetische Variante des Rezeptors für Interleukin 4 (IL4) dessen Funktion verändert. Dadurch kann das für Immunreaktionen wichtige IL4 nur eine abgeschwächte Wirkung entfalten, was mit einem erhöhten Risiko für Gelenkzerstörungen durch die rheumatoide Arthritis einhergeht. "V50, so der Name der genetischen Variante, kommt bei Gesunden genauso häufig vor wie bei Patienten. Auch bei Gesunden lässt sich eine abgeschwächte Wirkung des Interleukins 4 nachweisen, aber nur bei Rheumatikern hat es diese schlimmen Folgen", erklärt Schulze-Koops. Jeder Mensch hat zwei Gene für den IL4-Rezeptor. Ist V50 in diesem Paar doppelt vorhanden, besteht bei Rheumatikern in fast 70 Prozent der Fälle das Risiko für einen schweren RA-Verlauf; kommt diese genetische Variante nur einmal vor, sind es immerhin noch etwa 50 Prozent. Ist V50 nicht vorhanden, liegt das Risiko der RA-Patienten für eine Gelenkzerstörung bei etwa 37 Prozent.

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste systemische Autoimmunerkrankung in Europa. Ihre Entwicklung kann sehr unterschiedlich sein. Bei schweren Verläufen setzt sich die schmerzhafte Gelenkzerstörung immer weiter fort. Der neu entdeckte Marker macht es möglich, diese Prozesse vorherzusagen und damit die Therapie auf den einzelnen Patienten abzustimmen.

Prof. Dr. Hendrik Schulze-Koops | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.med.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Arthritis Gelenkzerstörung Marker V50

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie