Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viele Finanzdienstleister auf MiFID nicht ausreichend vorbereitet

11.04.2006


Mit der Verabschiedung des sog. Level II Advice im Februar 2006 ist die „Markets in Financial Instruments Directive“ (MiFID) verstärkt in den Blickwinkel von Verbänden und Finanzdienstleistern gerückt. Eine KPMG-Umfrage unter 200 Entscheidungsträgern aus europäischen Finanzdienstleistungsunternehmen ergab jetzt, dass sich viele Unter-nehmen der Tragweite dieser Richtlinie offenbar noch nicht bewusst sind. So hat sich erst die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent) mit MiFID beschäftigt. Nur knapp ein Drittel (29 Prozent) hat bereits einen Projektleiter eingesetzt, der die Umset-zung der Richtlinie überwachen soll. Und nur jeder sechste Finanzdienstleister (17 Pro-zent) hat einen Haushaltsposten für die Vorbereitung auf die MiFID vorgesehen. 35 Prozent der Befragten sehen im fehlenden Bewusstsein auf der oberen Führungsebene eines der größten Hindernisse für eine ausreichende Vorbereitung auf die neue Richtli-nie.



Volker Thier, Partner im Bereich Advisory bei KPMG: „Auch wenn MiFID nicht vor November 2007 in Kraft treten wird, sollten sich die Finanzdienstleister schon jetzt mit dieser Richtlinie beschäftigen. Wer sie auf ein reines Compliance- oder IT-Thema reduziert, läuft möglicherweise Gefahr, Chancenpotenziale zu verpassen, die sich aus einer Umsetzung der Richtlinie ergeben könnten. Es geht nicht nur um die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, sondern auch um Themen wie Strategie, Wettbewerb und Kundenbeziehungen.“



Hoffnung auf mehr Preiswettbewerb

Laut Umfrage sind fast 60 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass die MiFID eine größere Auswahl an Anlageprodukten mit sich bringen wird. Etwa jeder zweite Finanz-dienstleister erhofft sich von der neuen Richtlinie einen stärkeren Preiswettbewerb (47 Prozent) und einen breiteren Zugang zu objektiver Beratung (45 Prozent).

Innerhalb der Branche bestehen aber starke Bedenken, dass die MiFID nicht – wie ge-plant - europaweit einheitlich umgesetzt werden könnte. Nur jeder fünfte der Befragten geht davon aus, dass es zu der beabsichtigten konsequenten Vereinheitlichung für Fi-nanzdienstleistungen in Europa tatsächlich kommen wird. Jeder Zweite befürchtet, dass nationale Aufsichtsbehörden die MiFID-Anforderungen unterschiedlich auslegen und anwenden werden.

Zusammenfassend führt Volker Thier aus: Unabhängig von der jeweiligen nationalen Umsetzung werden regelmäßig diejenigen Unternehmen zu den „Gewinnern“ der Mi-FID gehören, welche die sich aus der Richtlinie ergebenden Fragestellungen ganzheit-lich adressieren. Finanzdienstleister, die sich mit einer MiFID-Einführung noch nicht auseinandergesetzt haben, sollten zeitnah Auswirkungsanalysen durchführen und ent-sprechende Umsetzungsmaßnahmen einleiten.

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Finanzdienstleister MiFID Preiswettbewerb Richtlinie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

30.03.2017 | Physik Astronomie

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie