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Gene entscheiden wie gut Kaffee für ein Herz ist

08.03.2006


CYP1A2*1F und CYP1A2*1A steuern Abbaugeschwindigkeit



Kaffee kann die Wahrscheinlichkeit eines Herzanfalls erhöhen oder verringern. Alles hängt vom genetischen Aufbau eines Menschen ab. Zu diesem Ergebnis ist einer Studie von Wissenschaftern der University of Toronto gekommen. Menschen, die Kaffee aufgrund des Gens CYP1A2*1F langsamer abbauen, verfügen über ein um 36 Prozent erhöhtes Herzrisiko, wenn sie zwei oder drei Tassen täglich trinken wie Menschen, die mit der gleichen genetischen Ausstattung eine Tasse oder weniger täglich trinken. Trinken diese Menschen mehr als vier Tassen, erhöht sich ihr Risiko auf 64 Prozent. Der leitende Wissenschafter Ahmed El-Sohemy erklärte, dass es den Anschein habe, dass die Länge der Verweildauer des Kaffees im Körper einen entscheidenden Einfluss auf mögliche schädliche Wirkungen habe. Details der Studie wurden im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.

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Menschen, die Kaffee aufgrund des Gens CYP1A2*1A rasch abbauten und zwei oder drei Tassen täglich tranken, erzielten eine Verringerung des Herzrisikos um 22 Prozent im Vergleich zu jenen Teilnehmern dieser Gruppe, die eine Tasse oder weniger täglich tranken. Ende der neunziger Jahre entdeckten Wissenschafter, dass Menschen Varianten eines Gens für ein Enzym in sich tragen, dass Kaffee im Körper abbaut. Menschen, die zwei Kopien des Gens CYP1A2*1A verfügen, können laut El-Sohemy Kaffee bis zu vier Mal rascher abbauen als jene, die über CYP1A2*1F Gene verfügen. Gemeinsam mit Kollegen analysierte der Wissenschafter die DNA von mehr als 2.000 Patienten und einer entsprechenden Anzahl von gesunden Teilnehmern, die hinsichtlich ihres Alters, Geschlechts und ihres Wohnortes als Kontrollgruppe entsprachen. Rund 55 Prozent der Teilnehmer verfügten über die genetische Ausstattung für einen langsamen Abbau von Kaffee.

Für die aktuelle Studie wurde erstmals eine systematische Analyse durchgeführt, wie Gene die Auswirkungen des Kaffeekonsums auf das Herzanfallrisiko beeinflussen können. Allgemein geht der Trend derzeit in Richtung der Erforschung des genetischen Einflusses auf die Auswirkungen der Ernährung und von Lebensgewohnheiten. Nur wenige Menschen wissen, ob sie das CYP1A2*1F Gen in sich tragen oder nicht. El-Sohemy betont jedoch laut New Scientist, dass eine Tasse täglich keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben scheint. Es sei zu früh, Empfehlungen in Hinblick auf eine Verringerung des Kaffeekonsums abzugeben.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utoronto.ca
http://jama.ama-assn.org

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