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Trinken im Unterricht an deutschen Schulen nur selten erlaubt!

27.12.2005

Entgegen der Empfehlung von Ernährungswissenschaftlern wird vielen deutschen Schülern nach wie vor verboten, während des Unterrichts zu trinken. Eine forsa-Umfrage hat ergeben, dass zwar fast alle Lehrer den Zusammenhang zwischen ausreichendem Trinken und Konzentrationsfähigkeit kennen. Aber nur knapp die Hälfte erlaubt den Schülern, im Unterricht zur Wasserflasche oder zum Wasserglas zu greifen. Ein Viertel der Lehrer setzt sich mit der Trinkerlaubnis sogar gegen ein Verbot an ihrer Schule hinweg. Von allen deutschen Schulen erlauben nur zwölf Prozent das Trinken im Unterricht offiziell, an 42 Prozent der Schulen ist es verboten.

Die Erhebung im Auftrag der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM) umfasste 1.000 Lehrerinnen und Lehrer an Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien. Danach gehen 94 Prozent aller Lehrer davon aus, dass Konzentration und Leistungsfähigkeit der Schüler abnehmen, wenn sie während des Unterrichts zu wenig trinken. Ein Drittel glaubt, dass auch in den Pausen zu wenig getrunken wird.

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Ein Grund dafür, dass viele Lehrer das Trinken im Unterricht dennoch verbieten, ist offenbar die Sorge vor zu großer Unruhe im Klassenzimmer. Zwei Drittel der Lehrer, die das Trinken verbieten, gehen davon aus, dass davon ihr Unterricht gestört wird. Dem widersprechen die Erfahrungen der Kollegen, deren Schüler sich etwas zu trinken mit in den Unterricht bringen dürfen. Drei Viertel von ihnen haben keinen negativen Einfluss auf den Ablauf des Unterrichts festgestellt. Sie bestätigen damit eine Studie des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Bonn, wonach sich Trinken im Unterricht problemlos in den Schulalltag eingliedern lässt. Die Studie ergab zudem, dass die Kinder den ganzen Tag über besser mit Flüssigkeit versorgt sind, wenn sie im Unterricht trinken dürfen, denn die Menge, die sie dann trinken, entspricht in etwa der, die sie sonst im Tageslauf zu wenig aufnehmen.

Besonders Lehrer an kleinen und mittleren Schulen sind der Umfrage zufolge bereit, ihren Schülern das Trinken zu erlauben. So gestatten es 47 Prozent der Lehrer an kleinen Schulen mit bis zu 500 Schülern, an mittleren Schulen sind 49 Prozent der Lehrer dazu bereit, an großen Schulen mit mehr als 1500 Schülern dagegen nur 42 Prozent. Auch das Alter der Lehrer spielt offenbar eine Rolle: Jüngere Lehrer tendieren eher dazu, ihren Schülern den Griff zur Wasserflasche zu erlauben. Wert legen die Lehrer auf die Wahl der Getränke. An erster Stelle erlauben sie Mineralwasser, gefolgt von Fruchtschorlen und Säften.

Ernährungsexperten bestätigen seit langem, dass Flüssigkeitsmangel bei Schülern zu Konzentrationsstörungen führen kann. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) sollen 7-13-Jährige mindestens 1,2 Liter und 13-15-Jährige mindestens 1,3 Liter pro Tag trinken. Aufgrund dieser Erfahrungen hat die IDM gemeinsam mit dem aid Informationsdienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft die Initiative "Trinken im Unterricht" gestartet, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, verschiedenen Kultusministerien und dem Bundeselternrat unterstützt wird. Die Initiative wird im kommenden Jahr noch breiter über das Thema informieren und beispielsweise weitere Lehrer-Fortbildungen dazu anbieten. Laut forsa haben bisher rund 20 Prozent aller Lehrer von der Initiative erfahren.

Liselotte Strack | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.trinken-im-unterricht.de

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