Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exportgeschäft wird für den deutschen Mittelstand immer wichtiger

17.10.2005


Neue Unternehmerstudie MIND 04:Immer mehr Frauen auf dem Chefsessel in mittelständischen Unternehmen / Knapp 400.000 freie Stellen


Die Sparkassen Finanzgruppe, das Wirtschaftsmagazin ’impulse’ und das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) legen mit "MIND - Mittelstand in Deutschland" zum vierten Mal die umfassendste Studie über den deutschen Mittelstand vor:

Vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbs wird der Welthandel für den deutschen Mittelstand immer wichtiger. Dies ist ein Ergebnis der heute zum vierten Mal in Berlin neu vorgelegten Unternehmerstudie "MIND - Mittelstand in Deutschland". Nach der von der Sparkassen Finanzgruppe, dem Wirtschaftsmagazin ’impulse’ und dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM), Bonn, gemeinsam durchgeführten MIND 04-Studie exportieren heute bereits zwölf Prozent der 1,3 Millionen mittelständischen Unternehmen Güter und Dienstleistungen. "Ohne internationale Märkte, Kooperationen und Geschäftsbeziehungen ist ein erfolgreicher deutscher Mittelstand kaum noch vorstellbar. Zusätzlich zu Finanzdienstleistungen öffnen Sparkassen ihren Kunden daher den Zugang zu internationalen Netzwerken und erleichtern so den Aufbau von Geschäftsbeziehungen im Ausland", fasst das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Christoph Schulz, die Ergebnisse zusammen.


Mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) der 152.000 exportierenden Unternehmen hat seine Handelsbeziehungen in den vergangenen fünf Jahren innerhalb der EU verstärkt. Zudem hat jedes vierte der in Mittel- und Osteuropa bereits aktiven deutschen Unternehmen das Exportgeschäft mit den MOE-Staaten intensiviert (23,4 Prozent). Im gleichen Zeitraum ist das Exportvolumen in andere Regionen für die Hälfte der Betriebe unverändert geblieben. Gut jeder fünfte Unternehmer (21,2 Prozent) stuft das Exportgeschäft für seine Firma als "lebenswichtig" und weitere 27,4 Prozent stufen es als "sehr wichtig" ein.

Frauen erobern zunehmend die Chefetagen mittelständischer Unternehmen. Laut MIND 04 ist der Anteil der Unternehmerinnen in mittelständischen Betrieben weiter gestiegen: Heute ist in gut jedem fünften (22,5 Prozent) der rund 1,307 Millionen mittelständischen Betriebe mit bis zu 500 Mitarbeitern der Chef eine Frau. 2001 war das lediglich in 18,7 Prozent der Betriebe der Fall. In der Dienstleistungsbranche wird inzwischen fast jedes dritte Unternehmen (29,7 Prozent) von einer Frau geführt. "Frauen sind auf der obersten Leitungsebene zwar noch immer unterrepräsentiert, ihr konsequentes Streben nach Führungsverantwortung ist jedoch zunehmend von Erfolg geprägt", kommentiert ’impulse’-Chefredakteur Dr. Klaus Schweinsberg. Im Vergleich zur MIND-Studie aus dem Jahr 2001 stieg die Zahl der Frauen, die als Alleininhaber, Geschäftsführer oder leitende Angestellte im Mittelstand tätig sind, von 395.000 auf knapp eine halbe Million.

Gut acht Prozent der Mittelständler sind auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Bei den 1,3 Millionen Unternehmen, über deren derzeitige und künftige wirtschaftliche Lage MIND 04 detailliert Auskunft gibt, sind somit insgesamt 397.000 Stellen frei. Als Grund für den Personalbedarf nennen 39,1 Prozent der Unternehmer ihre Expansion, weitere 23,2 Prozent suchen Ersatz für Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen. Angeboten werden vor allem Stellen für Aushilfskräfte (46,1 Prozent) und qualifizierte Mitarbeiter (45,7 Prozent).
Trotz der hohen Arbeitslosigkeit bleiben offene Arbeitsplätze lange unbesetzt, ganz gleich, ob es sich um Stellen für qualifizierte Angestellte, Aushilfskräfte oder Auszubildende handelt. So vergehen laut MIND-Studie bei gut jedem vierten Unternehmen (28,6 Prozent) zwei bis drei Monate, bis die Stelle eines qualifizierten bzw. leitenden Angestellten neu besetzt wird. Weitere 25,5 Prozent der Betriebe suchen vier bis sechs Monate lang nach einem geeigneten Bewerber, rund 16 Prozent benötigen sogar länger als ein halbes Jahr. Der Hauptgrund für die in diesen Zeiten unverständlich langen Suchzeiten ist nach Aussage von sechs von zehn Unternehmern (61,1 Prozent) die fehlende fachliche Qualifikation für die ausgeschriebene Position. Bei Kandidaten für Aushilfsstellen bemängeln 53,4 Prozent die fehlende Motivation. Ein Großteil der Mittelständler (41,3 Prozent), die keinen Azubi finden konnten, gibt die mangelnde Eignung von Schulabgängern für die Anforderungen des Berufs als Grund für das Freibleiben der Stelle an.

Laut MIND 04 machten sich seit 2001 rund 258.000 Jungunternehmer selbstständig. Im gleichen Zeitraum haben 112.000 Unternehmer, die ihren Betrieb auch vor 1990 führten, verkauft, vererbt sowie auf- oder abgegeben. Über ein Drittel der heute aktiven Unternehmer (37,4 Prozent) steht erst seit höchstens zehn Jahren in der Verantwortung. Der Generationswechsel im Mittelstand schreitet entsprechend fort. So sind heute nur gut ein Viertel der Entscheider jünger als 40 Jahre (24,9 Prozent) und rund 345.000 Mittelständler wollen in den kommenden zehn Jahre in den Ruhestand. Für den IfM-Geschäftsführer Dr. Gunter Kayser erklärt sich dies aus dem Umstand, dass "der tatsächliche Einstieg in die Selbstständigkeit erst lange Zeit nach Beendigung der Ausbildung bzw. des Studiums erfolgt. Hier könnten Bildungseinrichtungen wesentlich mehr zur Förderung der Gründungsbereitschaft in Deutschland beitragen". Als Gründe für die Selbstständigkeit wurden bessere Verdienstmöglichkeiten (53,1 Prozent), höhere Selbstbestimmung (53,0 Prozent), mehr Verantwortung (30,9 Prozent) und die Übernahme des Unternehmens von Familienangehörigen (29,2 Prozent) genannt.

Unternehmer zeichnen sich heute durch ein deutlich größeres gesellschaftliches Engagement aus als noch vor vier Jahren, auch wenn sich ihr Ansehen aus der Selbstwahrnehmung rund eines Drittels der Unternehmer heraus verschlechtert hat. Knapp 61 Prozent der 1.150 befragten, repräsentativ ausgewählten Unternehmer sind sich laut MIND 04 ihrer im Vergleich zu anderen Gesellschaftsgruppen höheren gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Vor vier Jahren sagten dies lediglich 56,3 Prozent. Fast 73 Prozent von ihnen wenden pro Jahr erhebliche finanzielle Mittel zur Förderung kultureller, sozialer, politischer und religiöser Projekte auf.

Für Rückfragen:

Gerd Kühlhorn, Chefredaktion ’impulse’,
Tel. 0221/4908-626 oder 0171/194 71 40
E-Mail: kuehlhorn.gerd@impulse.de
oder

Michaela Roth, stellv. Pressesprecherin,
Deutscher Sparkassen- und Giroverband,
Tel. 030/20 22 55 112 oder 0160/97 81 61 42
E-Mail: michaela.roth@DSGV.de

Gerd Kühlhorn | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.impulse.de/mind
http://www.impulse.de
http://www.DSGV.de

Weitere Berichte zu: Exportgeschäft Mind Mittelstand Sparkasse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie