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Stimmung in den Banken hellt sich auf

11.10.2005


Nach ersten positiven Anzeichen hellt sich die Stimmung in der deutschen Bankenbranche inzwischen nachhaltig auf. Knapp jeder dritte Banker erwartet, dass sich die Geschäfte der Institute in den kommenden drei Jahren besser entwickeln als die gesamte deutsche Wirtschaft. Das zeigt der "Branchenkompass Kreditinstitute", eine aktuelle Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Basis der Studie ist eine Forsa-Umfrage unter 100 Top-Managern der Branche. Nur gut jeder zehnte Befragte meint, dass die Kreditwirtschaft unterdurchschnittlich abschneidet. Die Hälfte geht davon aus, dass sich die Branche bis zum Jahr 2007 im selben Tempo entwickeln wird wie die Gesamtwirtschaft.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass die Unterschiede bei den einzelnen Segmenten weniger deutlich hervortreten. Klar ist aber der Trend, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken skeptisch bleiben: Beide Verbünde müssen um den Erhalt ihrer Position als Marktführer kämpfen und verlieren wichtige Marktanteile an Direktbanken und Finanzvertriebe, so die Studie.

Deutlich optimistischer sind im Unterschied dazu die Kreditbanken, zu denen Steria Mummert Consulting die privaten Banken ohne Großbanken zählt. Auch Institute, die vor allem im Firmenkundengeschäft aktiv sind, legen Zuversicht an den Tag. Während unter den Privatkundenbanken weniger als 30 Prozent ein überdurchschnittliches Abschneiden erwarten, sind es unter den Firmenbanken mehr als 40 Prozent.

Größte Herausforderung der Geldinstitute ist in den nächsten drei Jahren der zunehmende Wettbewerb, vornehmlich durch Versicherer und freie Finanzvertriebe. Zwei von fünf Bankmanagern nennen die Konkurrenzsituation in offener Fragestellung spontan als größte Herausforderung. Vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei lediglich 18 Prozent.

Geplante Kostenmaßnahmen der Kreditinstute:

  • Kostensenkung/-effizienz: 35 Prozent
  • Personalentwicklung: 26 Prozent
  • Vertriebsverbesserung: 25 Prozent
  • Produkt-, Vertriebsverbesserung: 20 Prozent
  • Neustrukturierung: 17 Prozent
  • Beratungsqualität: 15 Prozent
  • Risikomanagement: 10 Prozent
  • Kooperationen: 8 Prozent

Besonders scharf ist der Wettbewerb für Banken mit dem Schwerpunkt auf Privatkunden (44 Prozent). Die Bankenaufsicht rückt als Herausforderung von der fünften an die zweite Stelle. 27 Prozent der Befragten sehen hier den größten Handlungsbedarf. Im Vorjahr waren es erst 15 Prozent.

Gegen diese Herausforderungen wollen die Entscheider vor allem angehen, indem sie die Kosten senken und die Effizienz steigern. Gut jeder dritte setzt auf Kostensenkung. Die Pläne der Geldinstitute bedeuten einen weiteren Personalabbau. Im Durchschnitt dürfte er moderat ausfallen. Dennoch stehen alle Institute weiterhin unter dem Druck, mit weniger Personal mehr erreichen zu müssen. Die Folge: Ein gutes Viertel der Befragten investiert verstärkt in die Personalentwicklung. Auch die Verbesserung des Vertriebs steht hoch oben auf der Agenda sowie ein stärkeres Management der Kundenbeziehungen.

Die Folge: Die Banken werden in den kommenden drei Jahren für den Vertrieb mehr ausgeben als bisher. Im Durchschnitt ist mehr als jeder vierte Euro der Investitionen hierfür reserviert, während in der Dreijahresplanung des Vorjahres nur 21,6 Prozent vorgesehen waren.

Insgesamt wollen 70 Prozent der Institute mehr investieren als im Vorjahr. Neben dem Vertrieb ist ihnen das Kundenmanagement wichtig: Dieser Posten steigt von 13,1 auf 15,7 Prozent der Investitionen. Insgesamt will jedes zweite Institut seine Budgets für das Kundenmanagement ausweiten.

Wer es nicht schafft, sich rechtzeitig solide aufzustellen, wird laut Studie auf Fusionen angewiesen sein: Bis zum Jahr 2007 wird sich die Bankenbranche in Deutschland weiter konsolidieren. Von den 100 befragten Banken planen in den kommenden drei Jahren 43 Investitionen in Fusionen und Übernahmen. 40 dieser Institute wollen bis dahin mit anderen Instituten fusionieren. Am stärksten ist der Trend zur Verschmelzung - was nur noch wenig überrascht - mit 56 Prozent im Sektor der Genossenschaften zu spüren.

Seit 1990 hat sich die Zahl der Genossenschaften in Deutschland mehr als halbiert. Im selben Zeitraum schrumpfte die Zahl der Sparkassen um 40 Prozent. Auch die Kreditbanken haben umstrukturiert: Jede vierte gibt es nicht mehr. Im Gegenzug wächst der internationale Wettbewerb kontinuierlich: Die Zahl der Niederlassungen ausländischer Banken in Deutschland stieg von 60 Instituten im Jahr 1990 auf derzeit 84.

Jörg Forthmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

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