Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmen verspielen Chancen in Mittelamerika

29.06.2005


Studie der Universität Witten/Herdecke zeigt Möglichkeiten auf, wie deutsche Unternehmen auf diesem Zukunftsmarkt Fuß fassen können und kritisiert einseitige Fixierung auf Asien und Osteuropa

Für viele deutsche Unternehmen ist Mittelamerika, trotz seiner einzigartigen geostrategischen Lage, noch immer ein weißer Fleck auf der weltweiten Standorte-Landkarte. Das war nicht immer so. Neben den USA hat insbesondere Deutschland in der Vergangenheit starken Einfluss auf den mittelamerikanischen Raum ausgeübt. Im Zuge des Kaffeeanbaus im Hochland Guatemalas schufen beispielsweise deutsche Unternehmer die erste funktionierende Infrastruktur des Landes. Als Folge dieser Aktivitäten existieren noch heute zahlreiche deutschstämmige Unternehmen in Mittelamerika, die in den unterschiedlichsten Branchen angesiedelt sind. Obwohl diese teilweise seit Jahrzehnten aktiven deutschen Unternehmerfamilien über reichhaltige Erfahrungsschätze verfügen, die man sich zu nutze machen könnte, blieben Investitionen in den vergangenen Jahren weitestgehend aus.

„Derzeit richtet sich der Blick vieler deutscher Unternehmen ganz einseitig nur nach Osten“, beklagt der Wirtschaftswissenschaftler Nils Dreyer, der eine aktuelle Studie zu den wirtschaftspolitischen Perspektiven und unternehmerischen Potentialen in den Länder Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama erarbeitet hat. Ursachen für diese einseitige Orientierung sieht Dreyer nicht nur im Effizienzstreben der Chefetagen, sondern neuerdings auch in einer einseitigen Fixierung der Medien und Literatur.

Dreyer fordert deutsche Unternehmen auf, ihre Aufmerksamkeit auch wieder in die andere Richtung zu lenken. Statt der neuen ökonomischen Zauberformel `Go east´, sollte auch das `Go west´ nicht völlig aus den Augen verloren werden. „Es wäre fatal, wenn sich unternehmerische Blicke lediglich nach Asien und Osteuropa richten würden. Chancen liegen auch in anderen Himmelsrichtungen.“ Seine Studie verdeutlicht dies anhand von konkreten Praxisbeispielen. Vom bayrischen Automobilzulieferer in Honduras über einen Hannoveraner Webdesigner in El Salvador bis zum Kölner Spediteur in Panama sind zahlreiche Branchen vertreten. Neben den wichtigsten Kennzahlen ist die Studie prall gefüllt mit Kontaktdaten von vor Ort aktiven Unternehmern, die für die ersten Schritte in die „vergessene Welt“ Mittelamerika kostenlos ihre Hilfe anbieten.

Grundlage der Studie bilden mehr als 70 Interviews, welche im Rahmen eines siebenmonatigen Forschungsaufenthalts in Zentralamerika mit deutschen Unternehmen, Handelskammern und Botschaften geführt wurden. Dreyer sieht den Mehrwert seiner Arbeit darin, dass sie den Erfahrungsschatz von Unternehmen vor Ort kondensiere und damit deutschen Unternehmern die Investitionsentscheidung erleichtere. „Meine Studie richtet sich gleichermaßen an international geprägte `Young Professionals´, und Unternehmen mit internationalen Expansionsabsichten, welche den Mut und das Interesse daran haben, eigene – ebenfalls Erfolg versprechende – Wege zu gehen“, erklärt er.

Nils Dreye | Universität Witten/ Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

Weitere Berichte zu: Fixierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie