Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Generika: Österreich liegt weit unter europäischem Durchschnitt

14.12.2004


Bei 120 Mio. Euro liegt das jährliche Einsparpotenzial im Gesundheitswesen in Österreich durch Generika.



Der derzeitige Generika-Anteil am Apothekenmarkt in Österreich beträgt aktuell in Packungen zwölf Prozent. Das entspricht acht Prozent des Umsatzes, so Wolfgang Andiel, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes, gestern, Montagabend, auf einer Pressekonferenz. Im europaweiten Durchschnitt liege Österreich mit diesen Zahlen jedoch weit zurück. In der gesamten EU liegt der Generika-Anteil bei 27 Prozent, in den USA sogar bei über 50 Prozent. In den 15 alten EU-Ländern liegt die Einsparquote bei 13 Mrd. Euro jährlich, sagte der Generaldirektor der European Genric Medcines Association (EGA), Greg Perry.



Das Einsparpotenzial, das sich durch den Einsatz von Generika eröffnet, werde jedoch von den politischen Entscheidungsträgern negiert. "Ein wichtiger Impuls zur Generika-Förderung, nämlich Anreize auf Patientenseite zu setzen, wie beispielsweise mit der mehrfach angekündigten reduzierten Rezeptgebühr für Generika, wurde von der Regierung im Rahmen der Gesundheitsreform zwar beschlossen, kurze Zeit später aber wieder gekippt", so Andiel. Generika würden in Österreich in hohem Ausmaß lediglich als Preisdrücker für die patentfreien Erstanbieter-Produkte missbraucht und könnten ihre Funktion, die Finanzierung des medizinisch-therapeutischen Fortschritts nachhaltig zu unterstützen, gar nicht ausüben.

Generika sind eine Gruppe von Arzneimitteln, die patentfreie Wirkstoffe enthalten, die entweder mit dem internationalen Freinamen oder als so genannte Markengenerika unter einem neuen Handelsnamen auf den Markt gebracht werden. Generika können zu günstigen Preisen angeboten werden, da anders als bei neuen Wirkstoffen keine Entwicklungskosten anfallen. Daneben besteht durch die große Zahl der Generikaanbieter ein reger Wettbewerb, der bei der vorausgesetzten Qualität fast ausschließlich über den Preis stattfindet.

Deutschland hat inzwischen eine führende Position bei der Verordnung von Generika erlangt. Im Gesamtmarkt ist der Verordnungsanteil der Generika von 10,9 Prozent im Jahr 1981 auf 54,1 Prozent im Jahr 2003 angestiegen. "Die Verordnung von Generika trägt seit vielen Jahren zur Dämpfung der Arzneimittelausgaben in Deutschland bei. Jede Generikapackung ist um 8,21 Euro preiswerter als eine Originalpräparatepackung", so Ulrich Schwabe vom Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg. "Damit haben die deutschen Vertragsärzte allein durch Verschreibung von Generika im Jahre 2003 insgesamt 3,33 Mrd. Euro für die gesetzlichen Krankenkassen eingespart".

Angela Deußen | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.generikaverband.at
http://www.egagenerics.com

Weitere Berichte zu: Einsparpotenzial Generika-Anteil Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie