Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einstellung der Ärzte beeinflusst Art der Behandlung

28.05.2004


Chronisches Erschöpfungssyndrom nicht anerkannt

... mehr zu:
»Erschöpfungssyndrom

Die Einstellung praktischer Ärzte gegenüber bestimmten Krankheiten kann die Art ihrer Behandlung negativ beeinflussen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Medical Research Council gekommen, die Gruppendiskussionen zwischen 46 britischen Medizinern analysierte. Es zeigte sich, dass einige der Teilnehmer dazu tendierten, Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom für "stressanfällig" zu halten. Im Gegensatz dazu wurden Patienten mit einem Reizdarm als ernsthaft leidend angesehen. Die Autoren der Studie schreiben im British Medical Journal, dass derartige Haltungen die Erzielung eines optimalen Behandlungserfolges blockierten.

Das chronische Erschöpfungssyndrom wurde im Oktober 1996 in Großbritannien durch die Royal Colleges of Physicians and General Practitioners offiziell als Krankheit anerkannt. Manche Ärzte tendierten trotzdem dazu, diese Patienten als mit unerwünschten Charakterzügen behaftet zu sehen. Dazu gehörten ein introspektives Verhalten oder eine geringe Belastbarkeit in Hinblick auf Krankheitssymptome. Diese Teilnehmer gingen davon aus, dass diese Patienten über bestimmte Persönlichkeitseigenschaften verfügten, die den Ausbruch eines chronischen Erschöpfungssyndroms begünstigten.


Das Team um Rosalind Romaine argumentiert laut BBC, dass ein Grund für die unterschiedliche Einschätzung der einzelnen Krankheitsbilder in der Haltung der Patienten selbst liege. Bei einem chronischem Erschöpfungssyndrom komme es zusätzlich zu einer Nichterfüllung der von einem Patienten erwarteten Rolle. Die Betroffenen ignorierten nämlich ihre "Pflicht" so rasch wie möglich wieder gesund werden zu wollen. Die Teilnehmer wurden gebeten, eine Reihe von Krankheitsbildern zu diskutieren. Zusätzlich wurden sie ersucht, das Ausmaß ihrer Zustimmung zu vorgegebenen Behandlungsvarianten zu bewerten. Dazu gehörte zum Beispiel die Sinnhaftigkeit einer psychologischen Behandlung bei einem Patienten, der annahm, dass seine Symptome auf psychische Probleme zurückzuführen seien.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mrc.ac.uk
http://bmj.bmjjournals.com

Weitere Berichte zu: Erschöpfungssyndrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise