Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnschuss für US-Marken

12.05.2004


Beliebtheit von US-Produkten hat merklich abgenommen


Die abnehmende Wertschätzung für die US-amerikanische Kultur hat, auch beeinflusst durch die Krise im Irak, einen katastrophalen Effekt auf das Image von US-Marken wie McDonalds, Coca-Cola, Nike und Microsoft. Das hat eine neue weltweite Studie der NOP World über Konsumentengewohnheiten ergeben. Die Zahl an Menschen, die US-Markenprodukte mögen und nutzen, ist innerhalb des vegangenen Jahres signifikant zurückgeganen, während Marken, die als nicht-amerikanisch wahrgenommen werden, relativ beständig geblieben sind. Beispielsweise ist die Zahl von nicht-amerikanischen Konsumenten, die Coca-Cola "vertrauen", von 55 Prozent auf 52 Prozent gefallen, während McDonalds von 36 Prozent auf 33 Prozent zurückging, Nike von 56 auf 53 Prozent und Microsoft von 45 auf 39 Prozent.

Im Rahmen der Studie wurden 30.000 Menschen auf den Märkten weltweit befragt. Die Untersuchung wurde zwischen Januar und März durchgeführt, einer Periode, die durch die wachsende Krise im Irak gekennzeichnet war. Laut NOP World haben eine Mischung aus Amerikas kontroversieller Verwicklung im Irak, dem Umgang mit dem "Krieg gegen den Terrorismus", unternehmerische Skandale wie die WorldCom-Affäre und das Scheitern bei der Unterzeichnung der Umweltvereinbarung von Kyoto einen tiefgreifenden negativen Effekt auf die Sichtweise der US-amerikanischen Kultur und ihre bekanntesten Marken. Laut Tom Miller, Manager von NOP World, könnte die weitere Ausbreitung des negativen Images der amerikanischen Produkte die Wirtschaft schwer schädigen. "Es geht dabei nicht um einen massiven Boykott," führt Miller aus. "Stattdessen scheint es einen Verlust an Unterstützung zu geben. Und das scheint ein Warnsignal für die Marken zu sein."


NOP hat herausgefunden, dass die Popularität und der gesamtwirtschaftliche Verbrauch von US-Produkten zum ersten Mal, seitdem die Forschungsstudie durchgeführt wurde, abgenommen habem. Bis 2002 hatten Marken wie McDonalds und Coca-Cola jährlich ein gesundes Wachstum hinsichtlich Gebrauch und Vertrautheit auf internationalen Märkten zu verzeichnen. Doch vergangenes Jahr wurde das Wachstum der Popularität aller wichtigen Marken, einschließlich jener aus Europa und Asien, zum Stillstand gebracht. Während der vergangenen zwölf Monate hat der positive Trend eine Kehrtwende vollzogen, wovon die US-Produkte am stärksten betroffen waren.

Befragt zu den Assoziationen mit "Ehrlichkeit" schnitt Coca-Cola mit 15 Prozent um drei Prozent schlechter ab als zuvor (18 Prozent), McDonalds fiel von19 auf 14 Prozent, Nike von14 auf elf Prozent und Microsoft von 18 auf zwölf Prozent. Insgesamt ist die Verwendung von US-Marken von 30 auf 27 Prozent gesunken, während der Gebrauch nicht-amerikanischer Marken konstant bei 24 Prozent blieb.

Weiters stellt die Studie das abnehmende Interesse für US-Produkte mit der Sichtweise von Werten der US-Kultur in Zusammenhang. Der Prozentsatz von Konsumenten, die glauben, dass Ehrlichkeit ein wichtiges Attribut amerikanischer Kultur ist, war in einer Reihe von wichtigen Märkten wie Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und der Türkei unter 50 Prozent. In Deutschland glaubten nur 31 Prozent der Konsumenten, dass Ehrlichkeit ein amerikanischer Kulturbestandteil sei, in Saudi-Arabien waren es gerade einmal 23 Prozent.

Während Konsumenten in muslimischen Ländern wie Ägypten, Türkei und Saudi-Arabien am wenigsten dazu bereit waren, die Werte amerikanischer Kultur zu teilen, hat die Studie von NOP World herausgefunden, dass auch die Konsumenten auf den bedeutenden europäischen Märkten fühlen, dass ihre Werte sehr verschieden zu den amerikanischen sind. Verglichen mit Konsumenten in Venezuela, Taiwan, den Philippinen, Brasilien und Australien, die zu über 75 Prozent sagen, dass sie amerikanische Werte teilen, sind es in Großbritannien nur 65 Prozent. In Italien und Frankreich fühlen sich 63 Prozent an die US-Kultur angepasst, in Deutschland 55 Prozent. Parallel dazu glaubt eine wachsende Zahl von Konsumenten auf der ganzen Welt, dass einige positive Elemente der US-amerikanischen Kultur wie Internationalismus, Altruismus und Toleranz im Rückgang begriffen sind.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nopworld.com

Weitere Berichte zu: Konsument US-Marke US-amerikanisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie