Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Windenergiebranche erhofft sich Rückenwind aus dem Ausland

28.10.2003


Windenergie: Größtes erwartetes Ertragspotenzial ab 2005 nach Bereichen. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Abdruck bitte unter Quellenangabe: "obs/KPMG"


Um die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre auch künftig erzielen zu können, muss die deutsche Windenergiebranche neue Strategien entwickeln und dabei vorrangig im Ausland expandieren. Zwei Drittel (65 Prozent) der deutschen Projektentwickler und Hersteller von Windenergieanlagen (WEA) planen - oder sind bereits dabei -, durch Kooperationen mit lokalen Unternehmen kurz- und mittelfristig ausländische Märkte zu erobern. Jeder vierte (27 Prozent) beabsichtigt sogar, eigene Niederlassungen im Ausland zu gründen. Das hat eine Umfrage von KPMG unter 60 führenden Projektentwicklern und Herstellern im Sommer 2003 ergeben. (Rücklaufquote: 43 Prozent).


Auslandsexpansion durch Know-how-Vorsprung

Die Selbsteinschätzung der deutschen Branche in Bezug auf den Stand der Technik sowie die technische Innovationsfähigkeit der Unternehmen ist sehr positiv: 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Deutschland im internationalen Vergleich dabei "sehr gut" bzw. "gut" (jeweils 45 Prozent) abschneidet und schätzt die Marktchancen entsprechend optimistisch ein. Dabei wird das größte Ertragspotenzial ab 2005 bei Binnenstandorten im europäischen Ausland erwartet (49 Prozent).


Jens-Eric von Düsterlho, Manager im Bereich Financial Advisory Services bei KPMG: "In Ländern mit einer eher schwachen Windenergie- Infrastruktur dürften die bereits gesammelten Erfahrungen deutscher Hersteller und Projektentwickler einen deutlichen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Kapitalkräftigere Anbieter haben in bereits weiter entwickelten Auslandsmärkten gegenüber kleineren lokalen Ingenieurgesellschaften den Vorteil nachhaltiger finanzieller Ausstattung. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um den Zuschlag für die Realisierung größerer Projekte zu bekommen. Doch auch für weniger kapitalkräftige Unternehmen bieten sich durch Joint Ventures oder strategische Allianzen Chancen, in lukrative Auslandsmärkte vorzudringen."

Vorsichtiger Optimismus bei Offshore-Windparks

Als wesentlicher Wachstumstreiber der deutschen Windenergiebranche wurde in den vergangenen Jahren immer wieder das Potenzial der Energiegewinnung aus Offshore-Windparks gesehen. Doch trotz der großen Anzahl auf hoher See geplanter Windparks - nur zwei bereits genehmigten Projekten stehen Anträge auf weitere 30 gegenüber - sehen zwei Drittel der befragten Experten (67 Prozent) deren technische Entwicklung noch als unzureichend an. Keines der befragten Unternehmen bezeichnet den Stand der Entwicklung als ausgereift.

Drei von vier (75 Prozent) erwarten, dass Offshore-Windparks erst zwischen 2006 und 2010 wirtschaftlich zu betreiben sein werden. Weitere 12,5 Prozent der Befragten gehen sogar davon aus, dass dies erst nach 2010 möglich sein wird. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (54 Prozent) gab an, dass die zur Verfügung stehende Netzkapazität an der Einspeisestelle das größte ungelöste Problem für die Installation von Offshore-Windparks darstellt. Jeweils 50 Prozent nannten außerdem die Finanzierung sowie die aufwändigere Wartung der Anlagen als zweitgrößte Hürde.

Erweiterung der Wertschöpfungskette strategisch bedeutsam

Die Hälfte der befragten Unternehmen sieht eine Erweiterung der Wertschöpfungskette hin zu einem verbessertem Service und Wartung als strategisch bedeutsam an. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) planen sogar, ihre Produktpalette um andere regenerative Energien zu erweitern. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Biomasse und Biogasnutzung (60 Prozent der Befragten).

Deutschland weiter führend

Ungeachtet des Neubaurückgangs im eigenen Land bleibt Deutschland führend bei der Installation von WEA. Hierzulande standen mit 14.653 WEA zum Ende des 3.Quartals 2003 über ein Drittel aller weltweit installierten WEA. Mit großem Abstand folgen in der Weltrangliste Spanien, USA und Dänemark. Von Januar bis September dieses Jahres wurden nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie im Inland 906 Windkraft-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.414 Megawatt neu installiert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einem Minus von 475 MW (25 Prozent).

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Installation Offshore-Windpark WEA Wartung Windenergiebranche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie