Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinischer Reißverschlussverband sorgt für schmalere Narben

11.08.2003


Ein selbstklebender medizinischer Reißverschlussverband sorgt für schmalere Narbenbildung nach operativer Entfernung von Hauttumoren, bei der Teile der gesunden Haut entfernt werden müssen. Das haben Mediziner der Abteilung Dermatologie und Venerologie (Direktorin Prof. Dr. Christine Neumann) vom Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen in einer Studie festgestellt.



Bei dem Verfahren wird ein Reißverschlussverband mit selbstklebenden Zahnreihen an den beiden Seiten der Wunde angebracht und dann wie ein normaler Reißverschluss geschlossen. Das kosmetische Ergebnis ist mit dem Reißverschlussverband bei Wunden, die unter mittlerer Spannung stehen, deutlich besser als bei einer konventionellen Naht. "Der verwendete Reißverschlussverband entlastet die Wundränder, weil die Spannung gemildert und die Wunde ruhig gestellt wird," sagt Privatdozent Dr. Lutz Kretschmer, Abteilung Dermatologie und Venerologie, der die Studie leitete. Es sei jedoch nicht ratsam, den Verband bei großer Hautspannung einzusetzen, weil Blasen entstehen könnten. Vorteilhaft sei der Verband bei Kindern, die an Hauttumoren operiert wurden, da das "Fäden ziehen" oft entfallen und der Verband nach der Wundheilung von den Eltern selbst entfernt werden kann.



Der Reißverschlussverband wird bereits seit einiger Zeit in chirurgischen Disziplinen erfolgreich eingesetzt. Ziel der Studie war es, den Verband bei solchen Wunden zu überprüfen, die unter Spannung stehen, weil ein Stück der Haut wegen eines Tumors entfernt wurde. 45 Patienten wurden mit dem neuen Reißverschluss-System behandelt, 38 Patienten mit der herkömmlichen Nahtmethode. Bei beiden Gruppen war vorher ein Tumor entfernt worden. Dadurch entstand ein Hautdefekt mit einer Breite von mindestens einem Zentimeter. Die Gewebeschicht unter der Haut (Subkutangewebe) wurde bei allen Patienten mit einer Naht geschlossen. Bei der Wundheilung der Hautschicht fehlte jedoch der herausgeschnittene Hautbezirk. Demzufolge standen die beiden Wundränder auch nach dem Wundverschluss unter einer gewissen Spannung. Die Narbenbildung war bei den Patienten mit dem Reißverschlussverband nach 18 Monaten deutlich geringer als bei den Patienten mit konventioneller Hautnaht. Durchschnittlich waren die Narben um 1,5 Millimeter schmaler. Auch so genannte "Strickleiternarben" (quer verlaufende, störende Narbenzüge) traten wesentlich seltener auf.

Der Reißverschlussverband erspart überflüssige Verbandswechsel. Zur Wundkontrolle muss der Arzt den Reißverschluss nur aufziehen, um eventuelle Wundinfekte und Blutergüsse erkennen zu können. Die Patienten, die mit dem Reißverschlussverband versorgt wurden, empfanden den Tragekomfort als sehr gut.

Weitere Informationen:

Georg-August-Universität Göttingen
Bereich Humanmedizin
Abt. Dermatologie und Venerologie
Dr. Lutz Kretschmer
Von-Siebold-Str. 3
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 6410

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.wifo.ac.at

Weitere Berichte zu: Dermatologie Narbe Reißverschlussverband Wunde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik