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Mehr Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen - Abkehr von reiner Kostendämpfung

23.06.2003


Die Deutschen wünschen sich mehr Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Bertelsmann Stiftung. Daraus geht hervor, dass die Bundesbürger nicht die Kosten als wichtigstes Problem des Gesundheitswesens ansehen sondern die unterschiedliche Qualität der Versorgung.



74 Prozent der Befragten würden es befürworten, wenn die Krankenkassen über die Leistungen von Ärzten und Krankenhäusern informierten. Auch den Verbraucherverbänden wird zugetraut, für einen besseren Überblick im Gesundheitswesen zu sorgen: 56 Prozent der Bevölkerung sehen es als wichtige Aufgabe des Verbraucherschutzes an, über die Güte der fachärztlichen Versorgung zu informieren. "Mehr Transparenz ist notwendig, damit der Patient als möglichst souveräner Konsument von Gesundheitsleistungen auftreten kann", sagt Melanie Schnee von der Bertelsmann Stiftung.



Ein nationales Institut für Qualitätssicherung, das Leitlinien für die Behandlung aufstellen und deren Einhaltung kontrollieren sollte, wird von 57 Prozent der Bevölkerung begrüßt. Neben der Verringerung von Unterschieden in der Qualität der Versorgung käme einem solchen Institut auch die Aufgabe zu, effiziente von ineffizienten Maßnahmen zu trennen. Somit könnte es für eine bessere Nutzung der vorhandenen Ressourcen im Gesundheitswesen sorgen.

In Deutschland müsse nun eine Debatte um Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen geführt werden, so Melanie Schnee: "Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben allzu gut verdeutlicht, dass reine Kostendämpfungsmaßnahmen allenfalls zu kurzfristigen Effekten geführt und damit ihre Glaubwürdigkeit verloren haben." Unabhängig davon, ob ein nationales Institut für Qualitätssicherung und ein transparenter Vergleich von Krankenhäusern und Ärzten die richtigen Lösungen für die offensichtlichen Qualitäts- und Effizienzprobleme seien, müsse man Antworten auf die folgenden Fragen finden: Wie stellen wir sicher, dass es nicht vom Zufall abhängt, ob ein Patient die medizinisch beste Behandlung bekommt? Und wie sorgen wir dafür, dass unter den medizi-nisch möglichen Maßnahmen nicht nur die sinnvollste und wirksamste, sondern auch - und daran haben die Gesellschaft und die Gemeinschaft der Krankenversicherten ein berechtigtes Interesse - die kostengünstigste ausgewählt wird?

Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt repräsentativ zweimal jährlich Versicherte und einmal im Jahr Ärzte zu den ihrer Meinung nach wichtigsten Themen bei der Reform des Gesundheitswesens in Deutschland. Die ausführliche Studie erscheint Ende des Jahres.

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/presse

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