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Digitale Alleskönner sind out

13.03.2003


Immer mehr Geräte für Unterhaltungselektronik versuchen mit vielen Features und verschmolzenen Leistungskombinationen neue Zielgruppen zu erschließen, was sich jedoch zunehmend als Irrweg herausstellt. Eine Studie des Hamburger Forschungsinstituts GIM argo hat erforscht, was über Erfolg und Misserfolg bei den Konsumenten mit entscheidet.


Gemeinsam mit Wirtschaftspsychologen der Universität Mannheim hat "GIM argo" erfolgreiche Produktinnovationen der vergangenen zwei Jahre untersucht und dabei Nutzungsmotive in den Zielgruppen analysiert. Studienleiter Dr. Ingo Hamm, Geschäftsführer von GIM argo und Lehrbeauftragter für Marktpsychologie an der Uni Mannheim, fasst die Ergebnisse der Forschung zusammen: "Grundsätzlich sind moderne Technikgeräte Statusobjekte. Hier haben aber heutzutage zwei Statusdimensionen eine hohe Relevanz: Zunehmende Miniaturisierung und Effizienz durch Reduktion auf das Wesentliche."

Von außen seien technische Funktionen oder Qualitäten von Handy, Discman und Co. oft nicht sichtbar, weswegen diese optisch transportiert werden müssen. "Die einfachste Möglichkeit ist: ich ändere die Größe. Das fällt jedem direkt auf, auch denjenigen Mitmenschen, die keine Ahnung von Design haben oder andere ästhetische Vorlieben. Ein kleineres Gerät sage jedem Laien: ein solch kleines Gerät muss modern und teuer sein.", so Hamm. Miniaturisierung sei ein universelles, subkulturübergreifendes Symbol, welches Wohlstand signalisiert.


Zudem sieht Hamm einen Trend hin zu Geräten mit isolierten Funktionen. "Klein ist gut, effizienzsteigernde Features sind gut. Aber man will nicht alles kombinieren, denn damit verringert man ja auch die Anzahl seiner Statusobjekte. Das ist etwa beim Auto nicht anders: es verleiht wesentlich mehr Status und Außenwirkung, ein Cabrio, ein Offroad-Wagen und eine Familienkutsche zu fahren, als nur ein Auto mit Faltdach, Kuhfang und 1000-Liter-Kofferraum."


Dr. Ingo Hamm | idw
Weitere Informationen:
http://www.gim-argo.de

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