Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuropsychiatrische Komplikationen signifikant reduziert

17.04.2002


Morbus Parkinson

Neben der kognitiven Beeinträchtigung sind Halluzinationen relativ häufige Komplikationen der fortgeschrittenen Parkinson’schen Erkrankung. Umso größer ist die Herausforderung an die Ärzte, diese Begleiterscheinungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Mit dem Cholinesteraseinhibitor Rivastigmin (Exelon ® ) steht seit einiger Zeit ein Wirkstoff zur Verfügung, der offenbar in der Lage ist, diese neuropsychiatrischen Komplikationen positiv zu beeinflussen. Dies wurde jetzt auf der 54. Tagung der American Academy of Neurology in Denver/Colorado deutlich.

Die Pathogenese dieser mit der Parkinson’schen Erkrankung assoziierten Komplikationen ist sehr komplex. Vermutet wird aber, dass neurodegenerative Vorgänge vor allem in nicht-dopaminergen Hirnstammregionen eine bedeutende Rolle spielen. In einer offenen Studie ging ein Team um den Wissenschaftler Professor Paul Reading aus Newcastle upon Tyne deshalb der Frage nach, welchen Einfluss eine Behandlung mit dem Cholinesteraseinhibitor Rivastigmin auf die kognitiven Leistungen hat. Insgesamt 12 Patienten wurden für sechs Wochen mit der maximal tolerablen Dosis Rivastigmin therapiert, und die Therapie anschließend abgesetzt. Die kognitiven Leistungen wurden mit Hilfe des Mini Mental State Fragebogens (MMSE) und einer computerisierten Testbatterie gemessen. Die Auswirkungen auf neuropsychiatrische Parameter wurden anhand des Neuropsychiatric Inventory (NPI) objektiviert. Wie die Ergebnisse dieser Studie nahe legen, führt eine Behandlung mit Rivastigmin zu einer signifikanten Verbesserung neuropsychiatrischer Komplikationen der Parkinson’schen Erkrankung. Konkret: Sowohl die Messinstrumente MMSE und NPI zeigten deutliche Verbesserungen unter der Behandlung mit dem Cholinesterasehemmer. Aus klinischer Sicht ist interessant, dass vor allem Schlafstörungen und Halluzinationen sehr sensitiv auf die Behandlung reagierten. Darüber hinaus zeigte sich eine Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit, sowie eine Steigerung der Reaktionszeiten. Wenngleich das untersuchte Kollektiv klein gewesen ist, deuten die Ergebnisse doch darauf hin, dass das therapeutische Prinzip der Cholinesterasehemmung mit Rivastigmin bei Patienten mit Parkinson’scher Erkrankung die neuropsychiatrischen Komplikationen der Erkrankung deutlich bessern kann. Weitere Studien hierzu sind allerdings nötig.

Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Pharma, Consumer Health, Generika, Augenheilmittel und Tiergesundheit. Im Jahr 2001 erzielte der Konzern einen Umsatz von CHF 32,0 Milliarden (USD 19,1 Milliarden) und einen Reingewinn von CHF 7,0 Milliarden (USD 4,2 Milliarden). Der Konzern investierte rund CHF 4,2 Milliarden (USD 2,5 Milliarden) in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 71 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

Dr. Michaela Paudler-Debus | MEDIENMITTEILUNG
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de

Weitere Berichte zu: CHF Cholinesteraseinhibitor Komplikation Rivastigmin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie