Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Akromegalie: Überschuss des Wachstumshormons frühzeitig erkennbar

22.07.2008
Erkranken Menschen an Akromegalie - ein Überschuss des Wachstumshormons - verändert sich ihr Aussehen: Hände, Füße, Unterkiefer und Nase wachsen übermäßig stark. Außerdem sind innere Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes die Folge. Dadurch sinkt die Lebenserwartung der Patienten.

Studien zeigen, dass ein einfacher Test Akromegalie nachweist. Eine frühzeitige Diagnose der zu Beginn unauffälligen Erkrankung erspart Patienten nicht nur die sichtbaren Symptome. Die rechtzeitige Behandlung verlängert auch ihr Leben. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) anlässlich einer neuen Studie hin.

Schätzungsweise 3 000 bis 6 000 Menschen leiden in Deutschland an Akromegalie. Ursache ist in der Regel ein Tumor der Hirnanhangdrüse, der unkontrolliert das Wachstumshormon produziert. Die charakteristischen Vergrößerungen von Händen, Füßen, Unterkiefer, Kinn, Nase und Augenbrauenwülsten entwickeln sich sehr langsam, so dass der Beginn der Krankheit oft übersehen wird.

Symptome wie rasche Ermüdbarkeit, verminderte Belastbarkeit trotz kräftigem Körperbau, Schweißneigung oder warme fettige Hände, werden selten mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. "Vom Auftreten erster Symptome bis zur Diagnose vergehen in der Regel acht Jahre", bedauert der DGE-Vorsitzende Professor Dr. med. Andreas Pfeiffer von der Berliner Charité. Dabei könnte die Erkrankung durch einen Zuckerbelastungstest frühzeitig erkannt werden. Dies belegen aktuelle Studienergebnisse.

... mehr zu:
»Akromegalie »Wachstumshormon

Der Test beruht auf der Tatsache, dass ein hoher Blutzucker beim Gesunden die Bildung des Wachstumshormons in der Hirnanhangdrüse hemmt. "Tumore entziehen sich dieser körperlichen Regulierung. Die Hormonproduktion bleibt auch bei der Zuckerbelastung hoch", erläutert Professor Pfeiffer. Zur Diagnose des Diabetes wird der Test seit vielen Jahren eingesetzt: Die Patienten trinken auf nüchternen Magen eine Zuckerlösung. Zu diesem Zeitpunkt und mehrmals danach im Abstand von 30 Minuten entnimmt der Arzt Blutproben.

"Die Bestimmung des Wachstumshormons in den Blutproben sollte ein spezialisiertes Labor übernehmen", meint Professor Pfeiffer. Die Werte könnten je nach Nachweismethode schwanken. Eine an der Berliner Charité durchgeführte Studie zeigt außerdem: Auch Körpergewicht, Alter und Geschlecht beeinflussen das Ergebnis. "Im Hormonnachweis erfahrene Labors kommen jedoch in der Regel zu einem eindeutigen Ergebnis", sagt Dr. med. Ayman M. Arafat, Leiter der Studie von der Charité Berlin.

Die Therapie der Akromegalie ist die operative Entfernung des Tumors. Ist dies nicht möglich oder kann der Tumor nicht vollständig entfernt werden, erfolgt eine medikamentöse Behandlung. Nur in seltenen Fällen wird eine Bestrahlung der Hirnanhangdrüse notwendig. Informationen zur Hormonerkrankung sind auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, http://www.endokrinologie.net/akromegalie.php.

Quelle:
Arafat AM, Möhlig M, Weickert MO, Perschel FH, Purschwitz J, Spranger J, Strasburger CJ, Schöfl C, Pfeiffer AF.
Growth hormone response during oral glucose tolerance test: the impact of assay method on the estimation of reference values in patients with acromegaly and in healthy controls, and the role of gender, age, and body mass index.

J Clin Endocrinol Metab. 2008;93: 1254-62

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle DGE
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.endokrinologie.net

Weitere Berichte zu: Akromegalie Wachstumshormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE