Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Musikhören nach Schlaganfall beschleunigt Genesung

20.02.2008
Sinnvolle Ergänzung der Therapie dank geringer Kosten und einfacher Handhabung

Das Hören von Musik in der ersten Zeit nach einem Schlaganfall kann die Genesung des Patienten unterstützen. Wissenschaftler der Helsingfors Universitet haben Patienten, die täglich einige Stunden Musik hörten, mit Patienten verglichen, die Hörbücher oder gar nichts hörten. Die Musik-Gruppe schnitt bei dem Wiedererlangen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit besser ab und war allgemein in einer besseren seelischen Verfassung. Die Forscher um Teppo Sarkamo schreiben in dem Fachmagazin Brain, dass Musik eine sinnvolle Ergänzung der Therapie nach einem Schlaganfall sein könnte.

Laut Sarkamo könnte Musik vor allem für jene Patienten von Nutzen sein, die für andere Formen der Rehabilitation noch nicht bereit sind. Ein weiterer Vorteil seien die geringen Kosten und die einfache Handhabung. Die Studie konzentrierte sich auf 60 Schlaganfall-Patienten, die nach der Einlieferung ins Krankenhaus so rasch wie möglich integriert wurden. Ziel war es, die Musik-Therapie anzubieten, bevor die nach einem Schlaganfall möglichen Veränderungen im Gehirn stattgefunden haben. Die meisten Patienten hatten Probleme mit der Bewegung und den kognitiven Prozessen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Die Patienten der Musik-Gruppe konnten ihre Musik selbst auswählen. Alle Patienten erhielten die Standard-Rehabilitation.

Nach drei Monaten verbesserte sich das Sprachgedächtnis in der Musik-Gruppe um 60 Prozent. Die Hörbuch-Gruppe erreichte 18 Prozent und die Patienten, die nichts gehört hatten, 29 Prozent. Die konzentrierte Aufmerksamkeit, die Fähigkeit mentale Operationen zu kontrollieren, durchzuführen und Probleme zu lösen, stieg bei der Musik-Gruppe um 17 Prozent. In den anderen beiden Gruppen kam es zu keiner Veränderung. Zusätzlich waren die Patienten der Musik-Gruppe weniger wahrscheinlich deprimiert oder verwirrt.

... mehr zu:
»Schlaganfall

Laut Sarkamo haben andere Studien gezeigt, dass die Patienten in den ersten Wochen und Monaten nach dem Schlaganfall drei Viertel des Tages mit nicht therapeutischen Aktivitäten verbringen. Meistens bleiben sie in ihrem Zimmer, ohne Aktivitäten oder Interaktion. Gerade dieses Zeitfenster sei für das Training des Gehirns aber ideal. Weitere Studien seien jedoch erforderlich um die Wirksamkeit zu bestätigen. Man könne auch nicht davon ausgehen, dass dieser Behandlungsansatz bei allen Patienten gleich erfolgreich sein wird.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.helsinki.fi/universitetet
http://brain.oxfordjournals.org

Weitere Berichte zu: Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie