Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transaktionen deutscher Unternehmen reduzieren regelmäßig Shareholder Value

22.05.2002




Bei der Mehrheit der Transaktionen deutscher Unternehmen (59 Prozent) wird der Shareholder Value regelmäßig reduziert. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen als Erwerber oder als Zielunternehmen auftritt. In weiteren drei Prozent der Fälle kommt es zu keiner wesentlichen zusätzlichen Wertschöpfung, und nur 38 Prozent der untersuchten Transaktionen führen zu deutlichen Wertsteigerungen. Das ist das wichtigste Ergebnis einer Studie von KPMG, bei der 154 Transaktionen im Zeitraum von 1998 bis 2001 mit einem Volumen von mindestens 150 Mio. Euro untersucht wurden.


Von den untersuchten Transaktionen lagen drei von vier (78 Prozent) im Bereich zwischen 150 Millionen und 1,6 Milliarden Euro, 75% waren international ("cross-border"), 88% wurden innerhalb derselben Branche durchgeführt und 81% führten zu einer Mehrheitsbeteiligung.

Die höchsten Erfolgsquoten waren in der Versorgungs- (44%), der Rohstoffwirtschaft (53%) und in der Autoindustrie (60%) zu verzeichnen. Hier scheinen infolge des ausgereiften Marktumfeldes und standardisierter Prozessabläufe die Integration und Umsetzung von Synergien besonders begünstigt worden zu sein.


Transaktionen, bei denen die Beteiligung am Zielunternehmen unter 25 Prozent lag, waren in Bezug auf den Shareholder Value ebenfalls überdurchschnittlich erfolgreich. Der Markt scheint strategische Allianzen und Business-Netzwerke zu begünstigen gegenüber Transaktionen, die auf vollständige Kontrolle mit dem damit verbundenen hohen Risiko der Integration ausgerichtet sind. Die Erfolgsquote von Transaktionen stieg im umgekehrten Verhältnis zum übernommenen Kapitalanteil.

Under-Performance des Erwerbers im Vorfeld der Transaktion wirkte sich positiv auf die Erfolgsquote aus (73%). Bei vorheriger Over-Performance des Erwerbers hingegen führte eine Transaktion zu einem wesentlichen Verlust an Shareholder Value (81%). Der Markt geht bei Under-Performance offensichtlich davon aus, dass der Erwerber mit der Transaktion einen Turnaround anstrebt, während bei vorheriger Over-Performance ein möglicher Verlust des strategischen Fokus durch die Transaktion unterstellt wird. Vorherige Shareholder Value Entwicklung des übernommenen Unternehmens zeigt einen ähnlichen Trend: 56% der Transaktionen, bei denen das übernommene Unternehmen ein Under-Performer war, erzielten eine wesentliche Wertsteigerung gegenüber lediglich 37% der Transaktionen, bei denen der Übernahmekandidat vor der Transaktion Over-Performer war. Der Markt scheint Transaktionen mit einem Over-Performer als potenziell überteuert und als politisch oder emotional motiviert anzusehen, während Transaktionen mit einem Under-Performer wirtschaftlich interessante Turnaround-Perspektiven eröffnen.

Faktoren, die sich als unwesentlich erwiesen, waren Transaktionsvolumen und Art der Transaktion - branchenintern oder branchenübergreifend, inländisch oder international. Es scheint hier aus Sicht des Marktes ein Trade-off zu bestehen zwischen den größeren Synergiepotentialen einerseits und den erhöhten Risiken andererseits bei cross-border und cross-industry Transaktionen.

Dr. Dieter Lohse, Partner bei KPMG Financial Advisory Services: "Verglichen mit organischem Wachstum und evolutionärem Wandel tendieren Transaktionen dazu, den strategischen Kurs und die Struktur eines Unternehmens - zum Guten oder zum Schlechten- aufgrund eines einzigen Deals rasch und drastisch zu ändern. Einer herausragenden Chance zur sprunghaften Wertsteigerung steht hier das gleich große Risiko einer wesentlichen Wertzerstörung gegenüber." Lohse weist des weiteren darauf hin, dass das Erlernen der Erfolgsregeln bei Transaktionen leichter und weniger kostspielig mit kleinen oder mittelgroßen als mit großen Deals erfolgen kann.

Lohse: "Eine transparente Deal-Struktur, fundierte Due-Diligence, rationale Verhandlungen und die frühzeitige Berücksichtigung von Integrationsthemen tragen viel dazu bei, das Wertsteigerungspotential einer Transaktion auszuschöpfen. Intensives Screening, die Beschaffung qualifizierter, hochwertiger Informationen über das Zielunternehmen, die Auffassung einer Transaktion als Prozess und - last but not least - ein Gespür dafür, wann man auf einen Deal besser verzichtet, sind kritische Erfolgsfaktoren zur Realisierung von Wertsteigerungen durch Transaktionen."

Die englischsprachige Studie "Transactions in Germany - Success or failure?" kann bestellt werden bei research@kpmg.com, Tel.: (030) 2068-4181, Fax: (030) 2068-4142

Marita Reuter | Pressemitteilung

Weitere Berichte zu: Deal Erfolgsquote Value Wertsteigerung Zielunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung