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Schweizer Krebsmedikament wirkt bei seltener Krebsform des Verdauungstrakts

21.05.2002


60 Prozent der Patienten ein Jahr nach oraler Behandlung stabil

Das Krebsmedikament Glivec hat sich laut einer Studie bei der Behandlung einer seltenen Krebserkrankung des Gastrointestinaltrakts als vielversprechend erwiesen. Bisher ist das Produkt des Schweizer Pharmakonzerns Novartis http://www.novartis.com/hauptsächlich bei schwerkranken Leukämie-Patienten zum Einsatz gekommen. Die neuen Ergebnisse präsentierten die Forscher auf dem 38. Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) http://www.asco.org/in Orlando.

Die Ergebnisse zeigten, dass mehr bei als 60 Prozent der Patienten mit der lebensbedrohlichen Tumorform ein Jahr nach der Glivec-Behandlung auf das Medikament reagierten und stabil waren. Bei über 80 Prozent führte die Behandlung zu einem Schrumpfen des Tumors bzw. zu einer Stabilisierung des Tumorwachstums. "Die Ergebnisse sind beeindruckend, insbesondere dann, wenn man sie mit bestehende Behandlungsalternativen wie einer Chemo- oder Strahlentherapie vergleicht", so Studienleiterin Margaret von Mehren vom Fox Chase Cancer Centre in Philadelphia. Die seltene Krebserkrankung des Verdauungstrakts sei schwer zu behandeln und die Tatsache, dass eine Pille wie Glivec eine derartige Wirkung habe, sei bei Patienten und Onkologen eine willkommene Nachricht. Die einzige wirksame Therapie ist bis dato die operative Entfernung des Tumors.

Im Zuge der Phase-II-Studie erhielten 147 Patienten mit einem inoperablen Tumor zwischen 400 und 600 mg Glivec pro Tag oral verabreicht. Die positive Wirkung stellte sich laut Studie unabhängig von der Menge ein. Lediglich zwölf Prozent der Patienten reagierten nicht auf die Behandlung. Bei einem Großteil der Probanden kam es aber zumindest einmal während der Therapie zu Nebenwirkungen. Diese reichten von Übelkeit, Muskelkrämpfen über Kopfschmerzen bis zu Hautausschlägen. Auch schwere Nebenerscheinungen wie Blutungen können nicht ausgeschlossen werden.

Die Wirkung beruht nach Angaben der Experten vermutlich auf der Blockierung von Enzymen, die das Wachstum bzw. die Teilung abnormer Zellen fördern. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov/hat Glivec für die Behandlung dieser inoperablen Form der Tumorform bereits im Februar 2002 zugelassen. Eine EU-Genehmigung wird in Kürze erwartet.

Sandra Standhartinger | pte.online

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