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Autoimmunzellen bekämpfen Krebs

30.10.2009
Th17-Zellen verfügen über unerwartete Eigenschaften

Autoimmunerkrankungen haben verheerende Auswirkungen auf das gesunde Gewebe. Jetzt wurden die Zellen, die den Körper zur Zerstörung treiben können, bei Mäusen im Kampf gegen Krebs eingesetzt.

Es handelt sich um den erst 2005 entdeckten Immunzellen-Typ Th17. Experten nehmen an, dass Th17-Zellen eine wichtige Rolle beim Auslösen von Entzündungen und Gewebezerstörungen spielen, die mit Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang gebracht werden. Sie helfen allerdings auch bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen.

Verhalten der Th17-Zellen überrascht

Dem Team um Natalia Martin-Orozco vom MD Anderson Cancer Center fiel auf, dass Th17-Zellen kanzeröse Tumore infiltrieren. Entzündungen fördern jedoch bekanntlich das Krebswachstum, also nahmen die Wissenschaftler an, dass die Zellen die Tumore beim Wachstum unterstützen. Zur weiteren Untersuchung schufen die Forscher Mäuse mit einem Mangel an Th17-Zellen und injizierten ihnen Melanom-Zellen, die die Lungen angreifen. Diese Tiere litten jedoch in der Folge an einem weitaus aggresiveren Krebswachstum als normale Mäuse. Innerhalb von 16 Tagen waren die Lungen vollständig mit Krebszellen bedeckt. Damit sei, betont Martin-Orozco, genau das Gegenteil des Erwarteten eingetreten.

In einem nächsten Schritt wurden Th17-Zellen mit Proteinen inkubiert, die für Melanome der Lunge spezifisch sind. Damit sollte den Zellen ermöglicht werden, einen Tumor zu erkennen. Dann wurden diese Tumor-spezifischen Zellen Mäusen gleichzeitig mit den Melanom-Zellen verabreicht. Nach 16 Tagen verfügten die Tiere mit diesen Zellen kaum über erkennbare Tumore. Wurden diese Zellen Tieren injiziert, die bereits Tumore hatten, verringerte sich die Masse der Tumore um 75 Prozent.

Chemikalien bringen dendritische Zellen zum Einsatz

Martin-Orozco geht davon aus, das die Th17-Zellen die Tumore erkennen und als Reaktion Chemikalien freisetzen, die dendritische Zellen auf den Tumor aufmerksam machen. Diese erfassen die Tumorproteine und bringen sie in die Lymphknoten, wo die dendritischen Zellen T-Zellen dazu bringen, den Tumor zu erkennen und zu zerstören. In einem nächsten Schritt soll laut NewScientist erforscht werden, ob menschliche Th17-Zellen auch diese Wirkung haben und eines Tages zur Behandlung eingesetzt werden können.

Details der Studie wurden im Fachmagazin Immunity http://www.cell.com/immunity veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mdanderson.org
http://www.cell.com/immunity

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