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Siemens ist der stärkste Patentanmelder in Deutschland

16.03.2007
Patentportfolio im Bereich Umwelt- und Klimaschutz in den letzten Jahren massiv ausgebaut

In der heute veröffentlichten Jahresstatistik des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) belegt Siemens mit 2501 veröffentlichten Patenten den ersten Platz vor Bosch (2202) und DaimlerChrysler (1626). Gegenüber dem Vorjahr steigerte das Unternehmen seine Anmeldungen in den Feldern Energieerzeugung und -verteilung, Medizintechnik sowie Industrieautomatisierung um sieben Prozent.

"Über die Hälfte dieser Entwicklungen leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz", so Prof. Dr. Winfried Büttner, Leiter Intellectual Property bei Siemens. Insgesamt hält Siemens rund 30.000 Patente allein im Bereich Umwelt- und Klimaschutz.

"Wenn wir analysieren, vor welche Herausforderungen uns die Megatrends stellen, wird schnell ersichtlich, dass unsere Lösungen für die Zukunft unter anderem den steigenden Bedarf nach Mobilität befriedigen, der Ressourcenverknappung Rechnung tragen sowie die steigenden Anforderungen an den Umweltschutz berücksichtigen müssen", so Büttner. Nahezu 50.000 Forscher und Entwickler arbeiten bei Siemens an neuen Produkten, Lösungen und Dienstleistungen - fast die Hälfte davon in Deutschland. Dies ist laut Büttner auch auf die Standortbedingungen zurückzuführen, die sich aus der Clusterpolitik ergeben.

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Ein solches Cluster ist beispielsweise Nürnberg, wo sich 500 Unternehmen zum Thema Energie angesiedelt haben, darunter Siemens, ABB und Alstom. Die Firmen kooperieren in der Forschung eng mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Fraunhofer-Gesellschaft. Insgesamt arbeiten in dem Cluster 50.000 Menschen am Thema Energie. Damit bildet die Region die gesamte Wertschöpfungskette ab - angefangen von der universitären Grundlagenforschung, der industriellen Vorfeldforschung, den produktnahen Entwicklungen, bis hin zu mittelständischen Dienstleistern und Zulieferbetrieben.

Dabei entsteht ein Know-how Pool, der durch kurze Wege und intensiven Austausch zu symbiotischen Beziehungen zwischen allen Teilnehmern führt. Die Vorzüge des Standortes bilden sich auch in den Siemens Erfindungszahlen ab.

"Unsere Energie-Strategie" sagte Büttner "liegt zum einen darin, bei der Stromerzeugung die Effizienz der Kraftwerke weiter zu erhöhen und CO2 zu vermeiden. Zum anderen ist es aus unserer Sicht wichtig, den Verbrauch zu senken. Hierfür arbeiten wir kontinuierlich daran, die Energieeffizienz unserer Produkte zu steigern".

Ein Beispiel für die mehr als 30.000 Patente, die Siemens allein im Bereich Umwelt- und Klimaschutz hält, ist ein von Siemens entwickeltes Verfahren, um den so genannten Radialspalt - den Abstand zwischen den Schaufelspitzen des Turbinenrotors und der Gehäusewand - zu verringern und damit die Spaltverluste zu minimieren. Eine hydraulische Anlage verschiebt den Rotor und stellt die optimale Position ein.

Die weltweit größte und leistungsstärkste Gasturbine, die SGT5-8000 H, wird im kombinierten Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Betrieb einen Wirkungsgrad von über 60% erreichen. Bisher in Deutschland realisierte GuD-Anlagen erreichen lediglich Wirkungsgrade von ca. 58 Prozent. Die Leistung der neuen Turbine entspricht der von 13 Triebwerken eines Jumbo Jets. Dies reicht aus um die Bevölkerung einer Stadt wie Hamburg mit Strom zu versorgen. Möglich machen das unter anderem neue Materialien und Beschichtungen sowie ein noch weiter verbessertes Design der Turbinenschaufeln und des Verdichters. Dadurch ist eine wesentlich höhere Energieausbeute bei gleichem Einsatz der primären Brennstoffe erreichbar. Hinter diesem technologischen Fortschritt verbergen sich ca. 30 Patentfamilien - das entspricht ungefähr 150 Einzelschutzrechten.

Durch die Verwendung neuer Magneten in Synchronelektromotoren für Kompressoren, Klimatechnik und Pumpen, ist es Siemens gelungen die Leistung der Maschinen bei gleicher Drehzahl um 100% zu steigern. "Eine solche Effizienzsteigerung ist ein Beitrag zum Klimaschutz", erklärte Büttner. "Mit dieser Entwicklung kann die zugeführte Energie bei konstanter Maschinenleistung um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Für unsere Kunden bedeutet das natürlich primär, dass sie weniger Energie verbrauchen und so Energiekosten einsparen. Es bedeutet aber auch, dass es uns gelungen ist, Lösungen zu finden, durch die weltweit insgesamt 130 Terrawattstunden pro Jahr eingespart werden können, was ca. 20% des jährlichen Stromverbrauches in Deutschland entspricht. Dadurch lässt sich eine CO2-Reduktion von 57 Millionen Tonnen erreichen." Diese Entwicklungen werden weltweit durch Patente geschützt.

Guido Weber | idw
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

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