Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öffentliche Haushalte erzielen höhere Steuereinnahmen im 1.- 3. Quartal 2006

05.01.2007
Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Kassenstatistik der öffentlichen Haushalte (Bund, Sondervermögen des Bundes, Länder, Gemeinden/ Gemeindeverbände (Gv.) und Sozialversicherung) mitteilt, stiegen die öffentlichen Einnahmen vor allem aufgrund höherer Steuereinnahmen im ersten bis dritten Quartal 2006 um 4,9% auf 711,8 Milliarden Euro gegenüber den ersten drei Quartalen 2005. Die öffentlichen Ausgaben verringerten sich geringfügig um 0,7% auf 748,6 Milliarden Euro.

Für den Zuwachs bei den Einnahmen der öffentlichen Haushalte war vor allem die positive Entwicklung bei den Steuern und steuerähnlichen Abgaben (+ 7,2%) ausschlaggebend, die im ersten Dreivierteljahr 2006 einen Betrag von 636,8 Milliarden Euro erreichten. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Steuereinnahmen auf allen Ebenen überproportional zu: Beim Bund stiegen sie um 8,0% auf 157,0 Milliarden Euro. Die Länder (einschließlich Stadtstaaten) erzielten ein Plus von 9,3% auf 131,4 Milliarden Euro. Am stärksten fiel der Anstieg bei den Steuereinnahmen der Gemeinden/Gv. mit einem Zuwachs von 14,3% auf 41,4 Milliarden Euro aus.

Zurückzuführen war der positive Trend bei den Steuereinnahmen der Gemeinden/Gv. auf erneut gestiegene Gewerbesteuereinnahmen, die - nach Abzug der an Bund und Länder abzuführenden Gewerbesteuerumlage - gegenüber dem Vorjahr um 23,9% auf 22,2 Milliarden Euro zugenommen haben. Beim Bund stiegen die anteilmäßigen Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern und der Gewerbesteuerumlage mit 9,2% am kräftigsten, während die Einnahmen aus den reinen Bundessteuern lediglich um 1,4% zunahmen. Auch bei den Ländern übertraf das Einnahmeplus bei Gemeinschaftssteuern und Gewerbesteuerumlage mit 9,7% den Zuwachs bei den Landessteuern von 6,4%.

Die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Sozialversicherung legten im ersten Dreivierteljahr 2006 um 5,8% (auf 290,5 Milliarden Euro) zu, bei einem Anstieg der Gesamteinnahmen von 4,5%. Die höheren Beitragseinnahmen waren vor allem auf die Umstellung des Beitragseinzugs von nachträglicher Abführung auf Vorauszahlung der Beiträge ab dem ersten Quartal 2006 zurückzuführen.

Rückläufige Einnahmen verzeichneten die öffentlichen Kassen dagegen bei Vermögensveräußerungen (- 44,1% auf 7,0 Milliarden Euro) und Darlehensrückflüssen (- 23,3% auf 11,2 Milliarden Euro).

Die um 0,7% geringeren Ausgaben der öffentlichen Haushalte in den ersten drei Quartalen 2006 basierten auf niedrigeren Ausgaben des Bundes (- 2,1% auf 215,3 Milliarden Euro) und der Sozialversicherung (- 0,9% auf 349,2 Milliarden Euro). Die Ausgaben der Länder lagen nahezu unverändert auf Vorjahresniveau (- 0,1% auf 190,2 Milliarden Euro). Demgegenüber stiegen die Ausgaben der Gemeinden/Gv. um 2,0%.

Im Einzelnen waren die Ausgaben der öffentlichen Haushalte für Personal (- 0,9%), Sachinvestitionen (- 2,1%), soziale Leistungen (- 1,4%) und Darlehensgewährungen (- 39,6%) rückläufig. Demgegenüber erhöhten sich die Ausgaben für den laufenden Sachaufwand (+ 2,4%) und geringfügig für Zinsen (+ 0,4%).

Aus der Differenz von öffentlichen Einnahmen und Ausgaben errechnet sich für das erste bis dritte Quartal 2006 ein Finanzierungsdefizit (in Abgrenzung der Finanzstatistik, einschließlich des Saldos der haushaltstechnischen Verrechnungen) von 36,6 Milliarden Euro. Das Defizit hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte verringert (Defizit im 1. - 3. Quartal 2005: 75,1 Milliarden Euro). Das Finanzierungsdefizit wurde durch eine Nettokreditaufnahme von 18,8 Milliarden Euro sowie durch kurzfristige Finanzierungsmittel gedeckt. Zum 30. September 2006 erhöhte sich der Stand der Kassenverstärkungskredite zur Überbrückung vorübergehender Liquiditätsengpässe auf 66,7 Milliarden Euro. Die mittel- und langfristigen Kreditmarktschulden, die die öffentlichen Haushalte bisher zur Finanzierung ihrer Ausgaben aufgenommen haben, erreichten zum Ende des dritten Quartals 2006 den Stand von 1 467,1 Milliarden Euro.

Weitere Auskünfte gibt:
Renate Schulze-Steikow,
Telefon: (0611) 75-4166,
E-Mail: gesamthaushalt@destatis.de

Renate Schulze-Steikow | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Gewerbesteuerumlage Sozialversicherung Steuereinnahme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise