Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2. Quartal 2008: Erneut über 40 Millionen Erwerbstätige

21.08.2008
Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hatten im zweiten Quartal 2008 rund 40,2 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland, 566 000 Personen oder 1,4% mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der Erwerbstätigen überschritt damit - wie schon im vierten Quartal 2007 - zum zweiten Mal nach der Wiedervereinigung in einem Quartal die Zahl von 40 Millionen. Dabei fiel der Anstieg der Erwerbstätigkeit im Berichtsquartal allerdings etwas schwächer aus als im ersten Quartal 2008, in dem die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr um 612 000 Personen oder 1,6% zugenommen hatte.

Im Vergleich zum Vorquartal kam es zu einem im zweiten Quartal eines Jahres üblichen saisonal bedingten Anstieg der Erwerbstätigkeit. Der Zuwachs war jedoch im zweiten Quartal 2008 mit einem Plus von 430 000 Personen (+ 1,1%) geringer als im zweiten Quartal des vergangenen Jahres (+ 476 000 Personen oder + 1,2%), lag aber über dem durchschnittlichen Anstieg der vergangenen fünf Jahre (+ 410 000 Personen oder + 1,1%).

Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, wuchs die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2008 gegenüber dem Vorquartal um 76 000 Personen (+ 0,2%), nachdem der Zuwachs im ersten Quartal aufgrund von Sondereinflüssen (außergewöhnlich milde Witterung, Saisonkurzarbeitergeld), die das Saisonbereinigungsverfahren nicht vollständig abbilden kann, besonders günstig ausgefallen war (+ 210 000 Personen oder + 0,5%).

In der Betrachtung nach Wirtschaftsbereichen kam absolut gesehen der größte Beitrag zum Anstieg der Erwerbstätigkeit weiterhin aus den Dienstleistungsbereichen, bestehend aus Handel, Gastgewerbe und Verkehr, Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister sowie öffentliche und private Dienstleister. Hier erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 444 000 Personen oder 1,5%, nach einem Anstieg um 481 000 Personen oder 1,7% im ersten Quartal 2008. Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe wuchs die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2008 um 127 000 Personen oder 1,6% gegenüber dem Vorjahr (erstes Quartal 2008: + 135 000 Personen oder + 1,7%), in der Land- und Forstwirtschaft um 13 000 Personen oder 1,5% (erstes Quartal 2008: + 15 000 Personen oder + 1,9%). Demgegenüber setzte sich im Baugewerbe der seit dem vierten Quartal 2007 anhaltende Rückgang der Erwerbstätigkeit fort: Im zweiten Quartal 2008 gingen im Baugewerbe in etwa genauso viele Arbeitsplätze verloren wie im Quartal zuvor (- 18 000 Personen oder - 0,8% gegenüber dem Vorjahr).

Der insgesamt zu verzeichnende Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich resultierte fast vollständig aus der Zunahme der Zahl der Arbeitnehmer, die sich im zweiten Quartal 2008 um 563 000 Personen (+ 1,6%) auf 35,7 Millionen Personen erhöhte. Dagegen wuchs die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger im Berichtsquartal nur geringfügig um 3 000 Personen (+ 0,1%) auf rund 4,5 Millionen. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung bei den Arbeitnehmern war weiterhin der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Hingegen ist bei den Zahlen zur Selbstständigkeit auch die rückläufige Entwicklung bei der geförderten Selbstständigkeit zu berücksichtigen.

Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich im zweiten Quartal 2008 die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% auf 346,3 Stunden erhöht. Wesentlich dazu beigetragen hat, dass im zweiten Quartal 2008 drei Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im entsprechenden Vorjahresquartal. Gleichzeitig stieg das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - also das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und geleisteten Stunden je Erwerbstätigen - um 3,1% auf 13,9 Milliarden Stunden an.

Über die Erstberechnung der Erwerbstätigen und der geleisteten Arbeitsstunden für das zweite Quartal 2008 hinaus wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2004) im Rahmen der turnusmäßigen Revisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen überarbeitet. Diese routinemäßigen Revisionen dienen insbesondere dazu, neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Aus der Überarbeitung der bisher veröffentlichten Erwerbstätigenzahlen resultierte auf gesamtwirtschaftlicher Ebene für die Quartalsergebnisse ein Änderungsbedarf von maximal - 0,2% gegenüber dem bisherigen Rechenstand.

Die aktuellen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zur Erwerbstätigkeit nach Quartalen und Jahren können auf der Homepage von Destatis, Pfad: Themen --> Arbeitsmarkt --> Erwerbstätige --> Tabellen abgerufen werden.

Eine Tabelle sowie methodische Kurzbeschreibungen zur Berechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Michael Braig,
Telefon: (0611) 75-2932,
E-Mail: arbeitsmarkt@destatis.de

Michael Braig | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau