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Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2011

24.11.2011
Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin auf Wachstumskurs: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung vom 15. November 2011 mitgeteilt hat, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – preis-, saison- und kalenderbereinigt – im dritten Quartal 2011 nach vorläufigen Berechnungen um 0,5 % höher als im Vorquartal.
Das Ergebnis für das zweite Quartal 2011 wurde zudem auf nun + 0,3 % nach oben korrigiert. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzte sich somit nach dem wachstumsstarken Jahresbeginn (+ 1,3 % im ersten Quartal) im Verlauf des Jahres 2011 weiter fort und nahm im Berichtsquartal wieder etwas mehr Fahrt auf.
Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet
(saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA)
Veränderung gegenüber dem Vorquartal: 2010 2011
1. Vierteljahr 2. Vierteljahr 3 Vierteljahr 4. Vierteljahr 1. Vierteljahr 2. Vierteljahr 3. Vierteljahr

+ 0,5 % + 1,9 % + 0,8 % + 0,5 % + 1,3 % + 0,3 % + 0,5 %

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) in erster Linie aus dem Inland: Es wurde insbesondere mehr konsumiert, aber auch mehr investiert als im Vorquartal. Sowohl die privaten Haushalte (+ 0,8 %) als auch der Staat (+ 0,6 %) gaben im dritten Quartal 2011 deutlich mehr für ihren Konsum aus als im zweiten Quartal. Daneben wurde von Juli bis September wiederum deutlich mehr in Ausrüstungen – darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – investiert (+ 2,9 %) als im zweiten Vierteljahr 2011. Lediglich die Bauinvestitionen gingen im Berichtsquartal etwas zurück (– 0,7 %), was aber auch auf den – zum Teil witterungsbedingten – starken Jahresbeginn zurückzuführen ist.

Der Außenhandel war auch im dritten Quartal 2011 weiter expansiv: Da die preis-, saison- und kalenderbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen (+ 2,5 %) aber zum Vorquartal in etwa ebenso stark anstiegen wie die Importe (+ 2,6 %), hatte der Außenbeitrag – also die Differenz aus Exporten und Importen – nur geringe Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Berichtszeitraum (Wachstumsbeitrag zum BIP von 0,1 Prozentpunkten).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Auch im Vorjahresvergleich legte die Wirtschaftsleistung wieder kräftig zu, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in der ersten Jahreshälfte: Das preisbereinigte BIP war im dritten Quartal 2011 um 2,5 % höher als im dritten Quartal 2010 (kalenderbereinigt um 2,6 %).

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte)
Veränderung gegenüber dem Vorjahr: 2010 2011
1. Vierteljahr 2. Vierteljahr 3. Vierteljahr 4. Vierteljahr 1. Vierteljahr 2. Vierteljahr 3. Vierteljahr

+ 2,6 % + 4,4 % + 4,0 % + 3,8 % + 5,0 % + 3,0 % + 2,5 %

Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2011 wurde nach vorläufigen Berechnungen von 41,2 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 495 000 Personen oder 1,2 % mehr als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen, nahm im dritten Quartal 2011 um 1,3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zu. Je Erwerbstätigenstunde stieg die Arbeitsproduktivität nach ersten vorläufigen Berechnungen etwas weniger stark an (+ 1,1 %), da je Erwerbstätigen im Durchschnitt etwas mehr gearbeitet wurde als im Vorjahr (+ 0,2 %).

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche war im dritten Quartal 2011 um 2,6 % höher als im dritten Quartal 2010. Maßgeblichen Anteil an diesem Anstieg hatte wiederum das Verarbeitende Gewerbe mit einem deutlichen Plus von 8,5 %. Allerdings hatte es hier 2009 auch die stärksten Rückgänge in Folge der Wirtschaftskrise gegeben, sodass das Vorkrisenniveau noch immer nicht erreicht wurde. Im Baugewerbe war die Wirtschaftsleistung geringfügig höher (+ 0,8 %) als vor einem Jahr. Die Dienstleistungsbereiche konnten fast alle zulegen: Am stärksten stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Bereich der Unternehmensdienstleister (+ 2,9 %), gefolgt von Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 2,8 %). Lediglich im Bereich der sonstigen Dienstleister ging die Wirtschaftsleistung zurück (– 1,5 %).

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen die Wachstumsimpulse auch im Vorjahresvergleich hauptsächlich aus dem Inland. Die privaten Konsumausgaben lagen das fünfte Quartal in Folge über dem entsprechenden Vorjahresniveau und stiegen preisbereinigt um 1,2 %. Der Staat erhöhte ebenfalls seine Konsumausgaben, und zwar um 1,4 %. Daneben waren es vor allem die gestiegenen Investitionen der Unternehmen, die dafür sorgten, dass es für die deutsche Wirtschaft auch im dritten Quartal 2011 weiter bergauf ging: In Ausrüstungen – also hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurde preisbereinigt 7,9 % mehr investiert als im dritten Quartal 2010, und auch die Bauinvestitionen legten mit + 2,8 % zu. Treibende Kraft beim Bau waren die Wohnbauten sowie der gewerbliche Bau. Dagegen reduzierte der Staat seine Bauinvestitionen: Vor allem wurde deutlich weniger in den öffentlichen Hochbau investiert als noch vor einem Jahr, was in erster Linie auf das Auslaufen der Konjunkturpakete zurückzuführen ist. Insgesamt war die inländische Verwendung um 2,2 % höher als im dritten Quartal 2010.

Auch mit dem Ausland wurde im Berichtsquartal deutlich mehr gehandelt als ein Jahr zuvor: Preisbereinigt wurden mehr Waren und Dienstleistungen exportiert (+ 7,9 %); da aber die Importe von Waren und Dienstleistungen fast genauso stark anstiegen (+ 7,7 %), trug der Außenbeitrag als Saldo zwischen Exporten und Importen im Vorjahresvergleich nur mit 0,4 Prozentpunkten zum Anstieg des BIP bei.

In jeweiligen Preisen gerechnet war sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch das Bruttonationaleinkommen im dritten Quartal 2011 um 3,5 % höher als im dritten Quartal 2010. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, nahm nach ersten vorläufigen Berechnungen insgesamt um 3,8 % zu. Das Arbeitnehmerentgelt stieg dabei mit + 4,0 % etwas stärker als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit + 3,4 %. Die Nettolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer stiegen trotz wesentlich höherer Abgaben der Arbeitnehmer um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt je Arbeitnehmer berechnet war der Anstieg der Nettolöhne und -gehälter mit + 1,9 % deutlich schwächer, da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg (+ 1,2 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 3,1 %. Die nominalen Konsumausgaben der privaten Haushalte waren um 3,2 % höher als im Vorjahresquartal. Daraus errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte im dritten Vierteljahr 2011 ein vorläufiger Wert von 9,4 %; das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im dritten Quartal 2010 (9,6 %).

Im Zusammenhang mit der erstmaligen Berechnung des dritten Quartals 2011 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse für die ersten zwei Quartale 2011 überarbeitet. Dabei wurden die Veränderungsraten des preisbereinigten BIP im zweiten Quartal jeweils um 0,2 Prozentpunkte nach oben revidiert: auf nun + 3,0 % im Vorjahresvergleich und + 0,3 % im saison- und kalenderbereinigten Vorquartalsvergleich. In einzelnen Komponenten des BIP fallen die Korrekturen deutlich größer aus. Darüber hinaus kann es bei saison- und kalenderbereinigten Reihen zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe kommen.

Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können auf den Fachbereichsseiten abgerufen werden. In der Fachserie 18 „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“, Reihe 1.2 „Vierteljahresergebnisse“ sowie Reihe 1.3 „Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12-ARIMA und BV 4.1 “ stehen tiefer gegliederte Ergebnisse zur Verfügung. Diese und weitere Veröffentlichungen sind über die Publikationen des Statistischen Bundesamtes erhältlich. Ein ausführlicher Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen findet sich ebenfalls im Internet.

Weitere Auskünfte gibt:
VGR-Infoteam,
Telefon: +49 611 75 2626,
E-Mail: bip-info@destatis.de

| Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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