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Weihrauchharz gegen chronische Entzündungen - Workshop "Antimikrobielle Oberflächen" infomiert

23.06.2015

Antientzündlich wirkende Substanzen aus Weihrauchextrakt können offenbar unter anderem die Leiden von Patienten mit Multipler Sklerose zumindest lindern. Darauf deuten nach Aussage von Prof. Oliver Werz, Lehrstuhlinhaber für Pharmazeutische/Medizinische Chemie an der Universität Jena, Zwischenresultate einer Phase-II-Studie mit 30 Patienten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hin.

Werz hofft im Ergebnis weiterer Tests auf eine arzneimittelrechtliche Zulassung „in den nächsten Jahren“. Weitere Ergebnisse der Suche und wissenschaftlichen Charakterisierung bioaktiver Stoffe aus Naturprodukten stellt der Pharmazeut im Workshop "Antimikrobielle Oberflächen" am 16. September im thüringischen Zeulenroda vor.


Behandlung von Nährmedium innerhalb einer Petrischale mit einem Plasmajet. Auf dem Nährmedium wurden Krankenhauskeime angesiedelt und die antimikrobiellen Eigenschaften der Plasmen nachgewiesen.

INNOVENT e. V.

Im Rahmen der 11. Thementage Grenz- und Oberflächentechnik (www.thgot.de) werden dort über 150 Experten aus Forschung und Industrie erwartet, um den Know-how-Transfer auch in Bereichen wie antimikrobiell funktionalisierte Kunststoffe, Dentalmaterialien oder Antifoulingwirkung beispielsweise in der Wasseraufbereitung zu verstärken.

Plasmamedizin bald Standard?

Der Kampf gegen unerwünschte Bakterien und Pilzkulturen auf Oberflächen vielfältiger Produkte eint seit Jahrzehnten Wissenschaftler und ihre Praxispartner. Ihr Erfolg hat durchaus existenzielle Bedeutung, ist doch neben der Nahrungsmittel-, Pharmaindustrie oder Textilwirtschaft vor allem der Krankenhausbereich von den Folgen bislang häufig unkontrollierbaren Mikrobenaufwuchses betroffen.

Aktuelle Erkenntnisse der Grundlagenforschung ermöglichen inzwischen gravierende Verbesserungen bei Hygienestandards und Gebrauchseigenschaften unterschiedlichster Materialien – und können so neue Geschäftsfelder für die Industrie eröffnen.

Etwa im Bereich der Plasmatechnologie: Wissenschaftler des INP Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald und anderer Forschungseinrichtungen nutzen Plasma, den „4. Aggregatzustand“, zur antibakteriellen Ausstattung von Oberflächen im medizinischen Umfeld sowie zur Entwicklung neuer Therapiemethoden zur Anwendung auf der Haut, für chronische Wunden und perspektivisch zur Tumorbekämpfung.

„Inzwischen haben wir umfangreiches Wissen darüber, was zum Anhaften von Bakterien an Oberflächen führt – und was materialseitig dagegen getan werden kann“, erläutert Prof. Thomas von Woedtke, Leiter des INP-Forschungsschwerpunkts Plasmamedizin. Diese Erkenntnisse sollen mit spezialisierten Unternehmen geteilt werden, um etwa die Entwicklung und Vermarktung von Therapiegeräten zu ermöglichen. Woedtke ist überzeugt, dass Plasmaanwendungen in drei bis fünf Jahren bei bestimmten Indikationen ähnlich selbstverständlich sein werden, wie es der einst skeptisch betrachtete Laser heute ist.

Veranstalter des Workshops ist INNOVENT e. V. aus Jena. Die Forschungseinrichtung arbeitet interdisziplinär unter anderem an Oberflächentechnik und Biomaterialien, darunter Grenzflächenphänomene antimikrobiell ausgestatteter Werkstoffe, wobei auch Plasmen als Werkzeug zur Oberflächenmodifizierung genutzt werden.

Das stark anwendungsorientierte Institut hat ein Verfahren zur Plasmabeschichtung beliebiger Oberflächen unter Normaldruckbedingungen entwickelt, das die Keimanzahl extrem reduzieren kann. „In Zeulenroda stellen wir den Teilnehmern neue Beschichtungsmöglichkeiten bei Implantatmaterialien vor“, kündigt INNOVENT-Chef Dr. Bernd Grünler an.

Autor: Gerolf-R. Päckert, Checkpoint Media, Berlin

Kontakt: Dr. Bernd Grünler, Geschäftsführender Direktor INNOVENT e. V., Bereichsleiter Oberflächentechnik, bg@innovent-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.thgot.de
http://www.innovent-jena.de

Anja Neimann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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