Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mathematik lässt Gas besser strömen

12.10.2011
Niederländische und deutsche Mathematiker kooperieren bei der Optimierung des Europäischen Gasnetzes. Bei einem Workshop in der Niederländischen Botschaft in Berlin soll der Grundstein für ein gemeinsames Forschungsprogramm gelegt werden.

Die Komplexität beim Betrieb der Gasnetze in Europa nimmt stetig zu. Durch die Regulierungsvorschriften im Zuge der Marktliberalisierung müssen immer größere Marktgebiete gemeinsam geplant und gesteuert werden. Damit verbunden sind Regulierungsvorschriften, deren Einhaltung zu höchst schwierigen mathematischen Fragen führt. Will z. B. ein Gashändler Gas zu einem Kunden liefern, kann der Gasnetzbetreiber dies nur aufgrund von nicht ausreichender Netzkapazität verweigern. Es gibt allerdings keine „saubere“ Definition der Kapazität eines Gasnetzes. Mathematische Erkenntnisse können dazu beitragen, Probleme dieser Art zu lösen.

Waren früher die Wege des Gases durch klare Lieferanten-Abnehmer-Beziehungen bestimmt, so ähnelt der Gasfluss durch das Pipelinenetz heute eher dem sich ständig verändernden Verkehrsstrom auf einer Autobahn. Die Optimierung des gesamten Gastransports kann in Zukunft nur mit Hilfe detaillierter und aufwändiger mathematischer Analysen gelingen. Vor dem Hintergrund der Energiewende kommt der Ausbauplanung des Gasnetzes besondere Bedeutung zu. Hier kann die Mathematik durch Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen dazu beitragen, die Erfordernisse für den Neubau von Pipelines möglichst gering zu halten. Das spart Geld, schont die Landschaft und hilft bei der schnellen Umsetzung der Energiewende.

Mathematiker des DFG-Forschungszentrums MATHEON und des niederländischen Kooperationsverbundes 3TU.AMI wollen auf einem Workshop in Berlin den Grundstein für ein gemeinsames Forschungsprogramm legen. Anwesend sind viele Gasnetzbetreiber aus Deutschland und Holland. Auf dem Workshop werden hochrangige Wissenschaftler der beiden Einrichtungen sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft die vorhandenen Herausforderungen darstellen und Möglichkeiten einer gemeinsamen Lösung ausloten.

Ziel der Konferenz ist der Beginn eines 5-Jahres-Forschungsprogramms "Energy Network Optimization in Europe", das dazu beizutragen soll, „dass die verfügbaren Ressourcen bestmöglich genutzt werden und dass das Gasnetz besser für den durch die Liberalisierung entstehenden dynamischen Gasmarkt geeignet ist“, sagt Prof. Martin Grötschel, Leiter der MATHEON-Aktivitäten im Bereich der Optimierung von Gasnetzwerken. Prof. Kees Vuik von der TU Delft, Energie-Koordinator der 3TU.AMI, ergänzt: „Durch die mathematischen Modelle, die wir entwickeln werden, können die Gastransporteure die Gasleitungen viel genauer ‚tunen‘.“ Der große Vorteil für die Firmen ist Liefersicherheit, Wahrung hoher Qualität sowie eine Kostensenkung.

Zum Workshop „Management of Gas Networks“ in der
Botschaft des Königreichs der Niederlande
Klosterstraße 50
10179 Berlin
Freitag, 14. Oktober 2011
9.00 – 16.00 Uhr
sind Sie herzlich eingeladen. Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis mit. Außerdem bitten wir um Anmeldung unter bln-twa@minbuza.nl

Weitere Infos: Dr. Theo Roelofs, DFG-Forschungszentrum MATHEON, Tel.: 030 314 28 043, Email: roelofs@math.TU-Berlin.DE

Program

09:00 Registration
09:30 Welcome address
Frank Mollen, Deputy Ambassador of The Kingdom of The Netherlands to Germany
09:40 Introduction to the Problem & Plans
Bernard Geurts, Scientific Director 3TU.AMI, The Netherlands ‐ Chair of morning session
10:00 STW’s role in the Dutch Energy Research Policy
Chris Mombers, Vice Director, Technology Foundation STW, The Netherlands
10:20 German Energy Policy
Arne Höll, Division for Energy Research, German Federal Ministry of Economics and Technology, Germany
10.40 New Rules on Capacity Management Since 2011 ‐ Regulatory Aims and Measures, Markus Backes, Assistant Head of Section “Gas Transmission Network Access, International Gas Trading”, Federal Network Agency, Germany
11:00 Break
11:30 Numerical Methods for Energy Network Optimization, Kees Vuik, Professor for Numerical Mathematics, Technical University Delft, The Netherlands
12:00 Impact of Liberalization on the Network Planning
Piet Nienhuis, Project Manager “Gas Transport Services”, Gasunie, The Netherlands
12:30 Lunch
13:30 Program Summary
Volker Mehrmann, Chairman MATHEON, Germany ‐ Chair of afternoon session
13:45 From Simulation to Optimization
Martin Grötschel, Vice‐President, Zuse Institute Berlin, Germany
14:15 Challenges for OGE and the FORNE Project
Ludger Sax, Vice President, Open Grid Europe, Germany
14:45 Mathematical Optimization at Work
Thorsten Koch, Division Head, Zuse Institute Berlin, Germany
15:15 Speeches by
Mark Dierikx, Director General Energy, Telecom and Markets in the ministry of
Economics, Agriculture and Innovation, The Netherlands
Paul Uwe Thamsen, 1st Vice‐President of the Technical University Berlin
Ed Brinksma, Rector Magnificus of the University of Twente, representing the 3TU Federation, The Netherlands

16:00 Closing / Reception

Rudolf Kellermann | idw
Weitere Informationen:
http://www.matheon.de/
http://ami.3tu.nl/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung
21.02.2017 | Optris GmbH

nachricht Pflanzen und Böden besser verstehen
21.02.2017 | Hochschule Rhein-Waal

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie