Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationsworkshop liefert frische Ideen für bessere Grundschulausbildung durch kulturelle Vielfalt

22.02.2010
Bessere Grundschulbildung in Deutschland ist nicht trotz, sondern wegen kultureller Vielfalt unter den Schülern möglich. Das ist das Ergebnis eines fünftägigen Workshops von Europas erster Innovationsschule für Studenten, der HPI School of Design Thinking des Hasso-Plattner-Instituts.

Unter Anleitung von HPI-Stifter Prof. Hasso Plattner und Prof. George Kembel (Stanford University) präsentierten die Studierenden in einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Titel "Neue Chancen für die Grundschule" sieben innovative Ideen.

Zum Beispiel schlugen sie stark veränderte Schulräume mit unterschiedlichen "Bedürfniszonen" und spaßige Lernspiele vor, bei denen Gemeinsamkeiten und Unterschiede als bereichernd empfunden werden. Ältere Grundschüler sollten, so die Studierenden, die jüngeren sozial betreuen und sich dabei interkulturelle Fähigkeiten aneignen. Für die Grundschullehrer schlugen sie unter anderem eine angenehmere Arbeitsumgebung und Unterstützung durch Kultur-Berater und -Scouts vor.

HPI-Stifter Hasso Plattner wies auf die Notwendigkeit hin, den Kindern aus Immigrantenfamilien die deutsche Sprache so zu vermitteln, dass sie Freude daran haben. "Überhaupt müssen wir den Spaß zurück in die Schule bringen", sagte der Wissenschaftsmäzen. Spaß zu haben bedeute aber nicht, ohne Anstrengungen durch Schulleben zu kommen. "Die Studierenden hier in Potsdam haben sich sehr leidenschaftlich mit der Aufgabe beschäftigt und faszinierende Ideen entwickelt, die man eigentlich sofort umsetzen kann", lobte der Executive Director des Hasso Plattner Institute of Design at Stanford, Prof. George Kembel. Bei der Innovationsmethode Design Thinking gehe es nicht nur um erfinderisches Entwickeln, sondern um die Ausbildung solcher junger Leute, die in der Lage seien, Innovationen für praktisch alle Lebensbereiche hervorzubringen.

Unter anderem hatten sich die Workshop-Teilnehmer ein Bild von den Verhältnissen an verschiedenen Berliner Schulen und in Kindergärten sowie kulturellen Institutionen gemacht.

Bei der Präsentation der Ergebnisse im Hasso-Plattner-Institut trat die Breakdance-Truppe "Style Impact" der Flying Steps Academy aus Berlin-Kreuzberg auf. Die vier 16- und 17-jährigen Jugendlichen aus Serbien, Bosnien, Ägypten und Südafrika hatten die Workshop-Teilnehmer bei ihren Recherchen in Berlin kennengelernt.

Künftig wird der Bereich Bildung/Erziehung einen Themenschwerpunkt in der Arbeit der HPI School of Design Thinking in Potsdam bilden.

Hintergrund zur HPI School of Design Thinking

Die von SAP-Gründer Prof. Hasso Plattner in Potsdam geschaffene Zusatzausbildung im teamorientierten erfinderischen Entwickeln stammt aus Palo Alto, von der renommierten Stanford University im Silicon Valley. Die Innovationsmethode Design Thinking wird dort seit 2005 am Hasso Plattner Institute of Design at Stanford gelehrt. Die Studierenden an beiden Standorten arbeiten an echten Innovationsprojekten, die von renommierten Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft eingebracht werden. Die Schwesterinstitute in Potsdam und Palo Alto untersuchen die Design Thinking-Methode auch wissenschaftlich in einem gemeinsamen Forschungsprogramm.

Das ein- und zweisemestrige Zusatzstudium am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam-Babelsberg (S-Bahnhof Griebnitzsee) richtet sich an Studierende, die kurz vor dem Diplom-, Master- oder Magister-Abschluss in ihrer Disziplin stehen. Für jeden Kurs (zwei Basic, ein Advanced) werden höchstens 40 Studierende angenommen. Studiengebühren fallen nicht an. Die Ausbildung erfordert zwei Präsenztage in Potsdam pro Woche. "Der erfolgreiche Abschluss wird mit einem Basic- bzw. Advanced-Zertifikat unseres Instituts bescheinigt", berichtet Prof. Christoph Meinel, der Direktor und Geschäftsführer des HPI.

Revolutionär an der neuen akademischen Zusatzausbildung ist, dass sowohl die vier bis fünf Studenten pro Lerngruppe als auch ihre Professoren und Dozenten jeweils aus ganz unterschiedlichen Disziplinen kommen - und nur wenige aus der Informationstechnologie. Den Studierenden steht ein Team erfahrener Professoren und Dozenten aus verschiedenen Fachbereichen der Wissenschaftslandschaft in der Metropolenregion zur Seite.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018
23.11.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Anwender-Workshops „Laserbearbeitung von Faserverbundwerkstoffen“
20.11.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie