Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

USA finanzieren neue Kooperationsprojekte an Wendelstein 7-X

08.05.2015

Von Auburn, Los Alamos, Madison, Oak Ridge, Princeton und Wisconsin nach Greifswald

Die Beteiligung der USA am Fusionsprojekt Wendelstein 7-X im Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) wird fortgesetzt: Bereits zum Aufbau der Anlage hatte das amerikanische Energieministerium finanziell beigetragen.


Zurzeit laufen die Betriebsvorbereitungen, die Experimente an Wendelstein 7-X sollen spätestens Ende 2015 beginnen.

IPP, Beate Kemnitz


Ausrüstung für Wendelstein 7-X, finanziert, geplant und gefertigt in den USA.

IPP, Beate Kemnitz

Von 2015 bis 2017 werden sich US-Wissenschaftler mit jährlich rund vier Millionen Dollar nun auch an der Forschung mit Wendelstein 7-X beteiligen.

Bereits am Aufbau von Wendelstein 7-X hatte sich das amerikanische Energieministerium (DOE) mit über 7,5 Millionen Dollar beteiligt (IPP-Information 8/2011).

Mit Hilfe dieser finanziellen Unterstützung hatten Wissenschaftler der Forschungsinstitute in Princeton, Oak Ridge und Los Alamos mit zusätzlichen Magnetspulen, Messapparaturen und Entwicklungsarbeiten zur Ausrüstung der deutschen Fusionsanlage beigetragen. Ein Abkommen über eine längerfristige Zusammenarbeit unterzeichneten das US-Energieministerium und das IPP im Juni letzten Jahres. 2015 soll Wendelstein 7-X in Betrieb gehen.

Die jetzt vom DOE beschlossene erneute Förderung ermöglicht es den US-amerikanischen Universitäten, während der kommenden drei Jahre am Forschungsprogramm von Wendelstein 7-X aktiv teilzunehmen: Wissenschaftler des Massachusetts Institute für Technology (MIT) werden mit verschiedenen Verfahren die Turbulenz im Plasma ausmessen.

Forscher der Universitäten in Wisconsin und Auburn werden sich mit den Eigenschaften des Plasmarandes beschäftigen. Studien für eine Sonde zur Messung elektrischer Felder im Plasma wird schließlich das private Forschungsunternehmen Xantho Technologies in Madison beisteuern. Diesen Projekten stellt das amerikanische Energieministerium für Personal, Ausrüstung und Forschungsaufenthalte in Greifswald insgesamt 2,7 Millionen Dollar zur Verfügung.

Mit weiteren 3,1 Millionen Dollar jährlich wird die Forschungsarbeit der drei nationalen Forschungszentren in Princeton, Oak Ridge und Los Alamos an Wendelstein 7-X gefördert, unter anderem der Aufbau und Betrieb eines Röntgenspektrometers, die Planung eines Pellet-Injektors, der gefrorene Wasserstoffkügelchen zum Nachfüllen in das Plasma hineinschießt, und der Betrieb der von den USA gelieferten fünf großen Zusatzspulen. An der Außenhülle der Anlage angebracht, sollen sie helfen, die Magnetfelder am Plasmarand präzise einzustellen.

Für diese Aufgaben werden etwa zehn US-Wissenschaftler bis zu einem Jahr lang an Wendelstein 7-X forschen. Bis 2017 summiert sich die Förderung der deutsch-amerikanischen Wendelstein-Kooperation auf rund 12 Millionen Dollar.

Die bereits in den Aufbau der Anlage geflossenen Mittel hinzugenommen, beläuft sich die Gesamtförderung damit auf rund 20 Millionen Dollar. Projektleiter Professor Dr. Thomas Klinger ist hoch erfreut: „Über die direkte Unterstützung hinaus wird diese enge Anbindung an leistungsfähige US-amerikanische Universitäten und Forschungseinrichtungen zahlreiche Austauschmöglichkeiten eröffnen, vor allem für den wissenschaftlichen Nachwuchs.“

Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X wird nach der Fertigstellung die weltweit größte und modernste Anlage vom Bautyp „Stellarator“ sein. Ihr Magnetfeld macht auf einfache Weise Dauerbetrieb möglich. Ziel der weltweiten Fusionsforschung ist die Entwicklung eines Kraftwerks, das – nach dem Vorbild der Sonne – aus der Verschmelzung von Wasserstoffkernen Energie gewinnt. Dazu muss es gelingen, den Brennstoff – ein extrem dünnes ionisiertes Wasserstoffgas, ein „Plasma“ – nahezu berührungsfrei in einem Magnetfeldkäfig einzuschließen und anschließend auf Zündtemperaturen über 100 Millionen Grad aufzuheizen.

Weitere Informationen:

http://www.ipp.mpg.de/de/aktuelles/presse/pi/2014/04_15

Isabella Milch | Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Verkehrsstau im Nichts
19.01.2017 | Universität Konstanz

nachricht ALMA beginnt Beobachtung der Sonne
18.01.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf die richtige Behandlung kommt es an

19.01.2017 | Seminare Workshops

Grundlagen der Akustik, Virtuelle Akustik, Lärmminderung, Fahrzeugakustik, Psychoakustik, Produkt Sound Design und Messtechnik

19.01.2017 | Seminare Workshops

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie