Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sind autonome Raumschiffe Science Fiction?

08.12.2015

Auf der Erde werden Rohstoffe immer knapper, die Abhängigkeit von rohstoffreichen Ländern steigt. Liegt die Zukunft im Asteroidenbergbau?

Doch um diesen zu betreiben, müsste ein Raumfahrzeug Rohstoffe auf dem Asteroiden aufspüren, abbauen und wieder zurück zur Erde transportieren. Hinderlich ist jedoch die zeitversetzte Kommunikation mit der Bodenstation. Denn um die Rohstoffe schnell und unkompliziert abzubauen, sollte das Raumfahrzeug Entscheidungen alleine treffen und das in Echtzeit. Folgt dem autonomen Auto nun das selbständige Raumschiff?

Für ihre Untersuchungen erhielten die Forscherinnen Alena Probst und Graciela González Peytaví an der Universität der Bundeswehr München das Amelia Earhart Fellowship, das jährlich weltweit nur an 35 Wissenschaftlerinnen verliehen wird.

Eine Auszeichnung ihrer akademischen Leistungen und ein Sprungbrett für die wissenschaftliche Karriere – das bietet den jungen Wissenschaftlerinnen der mit 10.000 Dollar dotierte Zonta International Amelia Earhart Fellowship Award 2015 für Luft- und Raumfahrttechnik. An der Universität der Bundeswehr München entwerfen Alena Probst und Graciela González Peytaví in Kooperation mit der Universität Bremen ein autonomes Raumfahrzeug und planen seine Reise zum Asteroiden.

„Wir verbinden die Selbstständigkeit von Mensch und Tier mit Maschinen“, beschreibt Alena Probst das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik finanzierte Projekt. „Hinterher bauen wir unsere entwickelten Algorithmen in eine Simulationssoftware an der Uni Bremen ein. Damit testen wir, ob die Mission so funktionieren könnte, wie wir uns das vorgestellt haben“, ergänzt ihre Kollegin Graciela González.

Rohstoffe im All und auf der Erde nutzbar

Doch welche Rohstoffe bieten Asteroiden überhaupt? In Form von Eis ist Wasser auf vielen Asteroiden zu finden – ein Rohstoff, von dem die Erde genug besitzt, der im All aber zur Versorgung von Astronauten dienen könnte. Auf der Erde könnte ihr Karbon-Anteil beispielsweise für die Produktion leichter und widerstandsfähiger Autos eingesetzt werden, aber auch Aufschluss über die Entstehung des Solarsystems geben.

Einen kleinen Teil des Asteroiden machen seltene Erden aus, ohne die Smartphones und viele andere technische Geräte nicht funktionieren würden. Um mehr über die Rohstoffe der Kleinplaneten herauszufinden, erkunden im Missionsszenario der Wissenschaftlerinnen vorher kleine Raumschiffe den Asteroiden und sein Umfeld.

„Die Konzepte sind da“

Bei der Konstruktion eines autonomen Raumschiffs müssen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des Instituts für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung verschiedene Faktoren berücksichtigen: Ausschlaggebend ist sein Gewicht und die damit verbundenen Kosten sowie die Energieversorgung der technischen Geräte an Bord.

Das Raumschiff muss vor dem Start über das nötige Hintergrundwissen verfügen, um beispielsweise defekte Systeme reparieren zu können. Auf dem Weg zum Asteroiden soll es dann auf plötzlich auftretende Störungen umgehend reagieren und ihnen ausweichen können. Eine Realisierung der Mission ist hauptsächlich ein Geldfaktor. „Die Konzepte sind da“, sagt Alena Probst.

Im nächsten Schritt müssten sie in Experimenten bewiesen werden. „Wir bewegen uns in die richtige Richtung“, erklärt Graciela Gonzalez stolz. (Text: Eva Olschewski)

Michael Brauns
Pressesprecher
Universität der Bundeswehr München
Tel.: 089/6004-2004
E-Mail: michael.brauns@unibw.de

Michael Brauns | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.unibw.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation
13.12.2017 | Max-Planck-Institut für Quantenoptik

nachricht Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn
11.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften