Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schmetterlinge machen Geld fälschungssicher

01.06.2010
Farbeffekt der schillernden Flügel nanotechnologisch nachgebaut

Physiker an der University of Cambridge haben es geschafft, das Schillern von Schmetterlingsflügeln in hellen, bunten Farben mit künstlichen Nanostrukturen nachzumachen.

Dieser Effekt könnte anderwärtig genutzt werden. "Sicherheitsdrucktechnik ist eine der offensichtlichsten Anwendungen", meint Mathias Kolle, Doktorand am Fachbereich Physik in Cambridge, gegenüber pressetext. Das biologische Vorbild verspricht also fälschungssicherere Geldscheine und Ausweise.

Titanisches Schillern

Das Schillern von Schmetterlingsflügeln entsteht nicht aufgrund von Farbpigmenten, sondern durch eine spezielle mikroskopische Struktur der Flügel. Von einer indonesischen Schwalbenschwanz-Art haben die Wissenschaftler ebendiese Strukturen aus Titan- und Aluminiumoxid exakt nachgebaut. Dazu haben sie verschiedene nanotechnologische Prozesse genutzt, darunter die Ablagerung atomdicker Schichten und Selbstorganisation. Freilich ist es nicht nur möglich, einen Schmetterlingsflügel originalgetreu nachzubauen, sondern mit künstlichen Materialien zusätzliche Effekte zu bewirken.

"Ich sehe den Hauptvorteil darin, das man durch leichte Variation des natürlichen Designs eine viel drastischere Farbvariation erreichen kann, als das mit herkömmlichen im Sicherheitsdruck verwendeten Hologrammen möglich ist", sagt Kolle. Zwar müssen die Strukturen dazu noch weiterentwickelt werden. "In Zukunft könnten wir Strukturen nach Schmetterlingsflügel-Vorbild auf dem Zehn-Pfund-Schein oder sogar Pässen sehen", meint aber der Physiker. Denkbar sei auch, dass sich Anwendungsmöglichkeiten bei Lackierungen oder Sicherheitsmarkierungen ergeben.

Bio-Verschlüsselung

Wie der Schiller-Mechanismus Informationen verschlüsseln kann, zeigt sich am Beispiel des tropischen Schmetterlings selbst. "Mit der richtigen optischen Ausrüstung sehen jene Bereiche, die für das Auge grün wirken, blau aus", erklärt Kolle. Die Forscher vermuten, dass die Schmetterlinge selbst das Blau wahrnehmen und dadurch Artgenossen erkennen können. Sofern Räubern dagegen die grünlichen Flecken sehen, würde das im dichten Blättergewirr der Tropen der Tarnung dienen. Daher regen die Physiker an, dass derartige Farbcodierungen in der Insektenwelt genauer untersucht werden sollten.

Ob und wann das biologische Vorbild tatsächlich Anwendung im Sicherheitsdruck finden wird, ist Kolle zufolge noch schwer abzuschätzen. Das liegt auch daran, dass die nötige Ausrüstung bislang relativ teuer ist. Andererseits könne das gerade bei einem Fälschungsschutz auch von Vorteil sein, so der Physiker.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.phy.cam.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie
23.05.2018 | Universität Wien

nachricht Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien
23.05.2018 | Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics