Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satellit erkundet die Grenzen des Sonnensystems

20.10.2008
Der jüngste Explorer-Satellit, der eben gestartet wurde, erforscht die Grenzschicht zwischen dem Sonnensystem und der interstellaren Materie. Physiker der Universität Bern haben Hardware und Technologie für die Mission entwickelt.

Am Sonntag, 19. Oktober 2008 wurde ein neuer NASA-Forschungssatellit auf seine Umlaufbahn geschickt: Der "Interstellar Boundary Explorer" (IBEX) soll die Grenzschicht zwischen unserem Sonnensystem und dem interstellaren Raum erkunden.

Eine dieser Grenzen ist der "Termination Shock": Hier endet der Einfluss der Sonne und es beginnt eine Zone, in der sich der heisse Sonnenwind mit der kalten interstellaren Materie, einem Gemisch aus Gas und Staub, vermischt. Innerhalb des Termination Shock verdrängt der Sonnenwind die interstellare Materie und verhindert damit, dass unter anderem die kosmische Strahlung ins Sonnensystem eindringt.

Mit der IBEX-Mission wollen die Forschenden herausfinden, was in dieser Grenzschicht passiert und sie wollen ein besseres Verständnis erlangen über die uns umgebende interstellare Materie, von welcher wir durch den Sonnenwind zum grossen Teil abgeschirmt sind. An Bord des Satelliten sind zwei Sensoren, "IBEX-Hi" und "IBEX-Lo", die Partikel erkennen können, welche in der Grenzschicht entstehen. Berner Physiker haben für beide Sensoren Hardware und Technologie beigesteuert. "Zudem wurde IBEX-Lo an der Universität Bern geeicht, da wir die einzige Anlage weltweit haben, wo eine derartige Eichung möglich ist", erklärt Prof. Peter Wurz. IBEX gehört zum Small-Explorer-Programm der NASA.

Grenzschicht wird aus der Ferne erkundet

In den vergangenen Jahren haben die beiden Raumsonden Voyager 1 und 2 bereits den Termination Shock passiert und sich dem Rand des Sonnensystems an zwei Punkten genähert und dort lokale Messungen durchgeführt. IBEX hingegen wird keine Messungen vor Ort vornehmen, sondern aus einer Erdumlaufbahn die gesamte Grenzschicht erforschen. Der nur 41 Kilogramm leichte Satellit sucht speziell nach elektrisch neutralen Partikeln, die durch das Aufeinandertreffen von Sonnenwind, geladenen Teilchen in der Grenzschicht und interstellarem Medium entstehen. Sie dringen mit hoher Energie ins Innere des Sonnensystems vor und ermöglichen damit die Fernerkundung der Grenzschicht aus der Erdbahn.

Dabei registrieren die beiden Sensoren sowohl hochenergetische (IBEX-Hi) wie auch niederenergetische neutrale Teilchen (IBEX-Lo). In IBEX-Lo wird eine Nachweistechnologie für energetische Neutralteilchen verwendet, die über die letzten zehn Jahre an der Universität Bern entwickelt und zur Anwendungsreife für die Weltraumforschung gebracht wurde. "Wir werden zudem an der Auswertung der wissenschaftlichen Daten mitarbeiten", so Wurz. Dank der IBEX-Mission wird es erstmals möglich sein, ein globales Bild der Vorgänge in den verschiedenen Grenzschichten des Sonnensystems zu erhalten.

Matthias Abplanalp | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch
http://www.kommunikation.unibe.ch/content/medien/medienmitteilungen/news/2008/ibex/index_ger.html

Weitere Berichte zu: Grenzschicht IBEX IBEX-Mission Materie Physik Satellit Sensor Sonnensystem Sonnenwind

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft
24.05.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten