Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser für schnelles Internet im All – Weltraumtechnologie aus Aachen

23.06.2015

Am 23. Juni startete im Weltraumbahnhof Kourou die zweite Sentinel-Mission, bei der auch eine kritische Komponente aus Aachen an Bord ist. Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT hat man das Know-how für weltraumtaugliche Laserkomponenten mitentwickelt. Für die Sentinel-Mission hat das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Diodenlaser-Pumpmodul des Laser Communication Terminal LCT in Zusammenarbeit mit dem Hersteller des LCT, der Tesat-Spacecom, und dem Ferdinand-Braun-Institut geplant und gebaut.

Nach einer achtjährigen Vorbereitung war es am frühen Morgen des 23. Juni soweit: In Kourou in Französisch-Guayana startete die europäische Raumfahrtagentur ESA den Sentinel-2A-Satelliten an Bord einer VEGA-Rakete.


Diodenlaser-Pumpmodul für das Laser-Kommunikationsterminal (LCT) der Firma TESAT Spacecom.

Fraunhofer ILT, Aachen


Startbereite Vega-Trägerrakete.

ESA–M. Pedoussaut, 2015

Es ist der erste von zwei Satelliten zur verbesserten Umweltüberwachung im Rahmen des europäischen Copernicus-Programms. Zur Übertragung der umfangreichen Bilddaten wird eine neue Technologie eingesetzt: Die Daten werden mit einem Laserstrahl zu einem Relaissatelliten geschickt und von dort zur Bodenstation gesandt.

Sentinel-2 hat die Aufgabe, vom All aus den Zustand von Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen zu überwachen. Es soll auch Daten zur Verschmutzung von Seen und Küstengewässern liefern. Seine Bilder von Überflutungen, Vulkanausbrüchen und großen Erdrutschen werden helfen, im Katastrophenfall schnell zu reagieren und die humanitäre Hilfe noch effizienter zu koordinieren.

Schon 2014 hat die europäische Raumfahrtagentur ESA eine schnelle Datenverbindung zwischen erdnahen und erdfernen Satelliten etabliert. Hochmoderne Lasertechnik ermöglicht dabei eine Übertragungsrate von bis zu 1,8 Gbit/s über maximal 40.000 km, das ist etwa 30-mal schneller als bis dahin üblich. Als Anwendung werden vor allem zeitkritische Umwelt- und Sicherheitsüberwachungen wie das europäische Copernicus-Programm gesehen.

Die Technologie für den wegweisenden Datenlink stammt aus Deutschland: Das so genannte Laser Communication Terminal (LCT) wurde vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und federführend von der Tesat-Spacecom entwickelt. Vom Fraunhofer ILT wurde dafür in Zusammenarbeit mit Tesat-Spacecom das weltraumtaugliche Diodenlaser-Pumpmodul geplant, qualifiziert und montiert.

Von der Konzeption über Design, Fertigung und Test bietet das Fraunhofer ILT alle Kompetenzen für die Entwicklung von Laser- und Optikmodulen für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrt. Grundlage dafür sind jahrzehntelange Erfahrungen bei verschiedenen Missionen und Forschungsprojekten.

Fraunhofer als Systemanbieter für Raumfahrtkomponenten

Das Fraunhofer ILT ist Mitglied in der Fraunhofer-Allianz Space, einem Zusammenschluss von 15 Instituten, die im Bereich der Raumfahrttechnologie angewandte Forschung betreiben.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Traub
Gruppenleiter Optikdesign und Diodenlaser
Telefon +49 241 8906-342
martin.traub@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen

Hans-Dieter Hoffmann
Leiter des Kompetenzfeldes Laser und Laseroptik
Telefon +49 241 8906-206
hansdieter.hoffmann@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen

Weitere Informationen:

http://www.ilt.fraunhofer.de/

Petra Nolis | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Seltene Erden: Wasserabweisend erst durch Altern
22.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie