Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fünf Millionen Euro für Gießener Hadronenphysiker

05.07.2012
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt Projekte zur Erforschung des Aufbaus der Materie an der Universität Gießen

Welche Kräfte wirken im Innersten der Materie? Was geschah kurz nach dem Urknall des Universums? Wie sind die verschiedenen chemischen Elemente entstanden? In der Kern- und Teilchenphysik sind diese Fragen zu den Grundlagen unseres physikalischen Weltbildes eng miteinander verknüpft.

Ihre Erforschung erfordert eine besonders enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der theoretischen und experimentellen Physik. Zehn Forschergruppen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) werden dafür in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit über fünf Millionen Euro gefördert. Darin enthalten ist auch eine Programmpauschale von zwanzig Prozent, die der JLU direkt zugute kommen wird.

Die wissenschaftlichen Projekte unter der Federführung von Prof. Dr. Kai Brinkmann, Prof. Dr. Michael Düren, Prof. Dr. Claudia Höhne, Prof. Dr. Wolfgang Kühn, Prof. Dr. Christoph Scheidenberger, Dr. Rainer Novotny und der Helmholtz-Nachwuchsgruppenleiterin Dr. Iris Dillmann (alle II. Physikalisches Institut) sowie Prof. Dr. Wolfgang Cassing, Prof. Dr. Christian Fischer und Prof. Dr. Horst Lenske (alle Institut für Theoretische Physik) decken dabei die ganze Bandbreite der Kern- und Teilchenphysik ab.
Die Gießener Gruppen spielen eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der geplanten Experimente PANDA, CBM und NUSTAR an der zukünftigen Anlage FAIR („International Facility for Antiproton and Ion Research“) in Darmstadt und sind am Betrieb und der Auswertung der momentan laufenden Experimente am Elektronenbeschleuniger ELSA in Bonn, ATLAS am Large Hadron Collider des Forschungszentrums CERN in Genf (Schweiz), BELLE in Tsukuba (Japan) und BESIII in Beijing (China) beteiligt. Im ATLAS-Experiment wurde kürzlich ein sehr guter Kandidat für das Higgs-Boson, dem letzten noch fehlenden Baustein im Standardmodell der Teilchenphysik, entdeckt.

FAIR, das einen Schwerpunkt der Ausschreibung des BMBF bildete, wird mit einem Finanzvolumen von über einer Milliarde Euro seit Herbst vergangenen Jahres direkt neben dem GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt errichtet und wird voraussichtlich im Jahr 2018 für erste Experimente zur Verfügung stehen. Getragen wird dieses international einzigartige Projekt durch 14 Länder, die am 4. Oktober 2010 in Wiesbaden die internationale FAIR-Konvention unterzeichnet haben.

FAIR erlaubt die Untersuchung eines sehr breiten Spektrums physikalischer Fragestellungen, das von der Grundlagenforschung der Physik der Bausteine der Materie über die Beschleunigerphysik bis zu Anwendungen in der Biologie, Chemie und Medizin reicht. Um diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen werden in den vom BMBF geförderten Projekten neuartige theoretische Konzepte, komplexe numerische Methoden sowie innovative Detektor- und Beschleunigertechniken entwickelt. Komplementiert werden diese Anstrengungen durch die Aktivitäten des LOEWE-Zentrums HIC for FAIR, in dem die Gießener Physiker zusammen mit ihren Kollegen aus Darmstadt und Frankfurt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert werden. Von zentraler Bedeutung für die Forschergruppen der Physik an der JLU ist dabei die Untersuchung exotischer Formen und Phasen der elementaren Bausteine der Materie sowie die Erzeugung von noch unbekannten Teilchen in Experimenten mit hochenergetischen Protonen, Antiprotonen und schweren Ionen.
Kontakt:
Prof. Dr. Christian Fischer
Institut für Theoretische Physik
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33347

Lisa Dittrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn
11.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Stabile Quantenbits
08.12.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit