Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung und Industrie bündeln Kräfte: Neutronen für Europa

23.02.2010
Man braucht sie, diese Neutronen, um einen neugierigen Blick ins Atominnere zu wagen, und außerdem, um zu enträtseln, was dort eigentlich vorgeht. Diese überaus nützlichen Neutronen gibt es allerdings nur in begrenzter Anzahl.

Das 1,5 Mrd. EUR schwere ESS-Projekt ("European Spallation Source, Europäische Spallations-Neutronenquelle") soll die Belieferung europäischer Wissenschaftler mit Neutronen - demnächst und in Zukunft - absichern. Europa geht jetzt - Japan und den USA auf dem Fuße folgend - den Bau einer eigenen Spallations-Neutronenquelle an, um den europäischen Stand auf dem Gebiet der Neutronenforschung halten zu können.

Hochrangige Regierungsmitglieder aus Dänemark und Schweden sprachen am 19. Februar auf einer vom ESS-Projekt organisierten großen Industriekonferenz zum Thema Neutronenforschung in der Königlichen Bibliothek der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.

Uffe Toudal Pedersen, Staatssekretär des dänischen Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Innovation, und Peter Honeth, Staatssekretär des schwedischen Ministers für Hochschulbildung und Forschung, Tobias Krantz, kamen mit Wissenschaftlern und Industriellen zusammen, um zu prüfen, auf welche Weise die Beziehungen zwischen Forschung und Wirtschaft in Europa am besten gestärkt werden können.

Das Treffen wurde durch das NEUTRONSOURCEESS-Projekt ("European spallation neutron source", ESS) unterstützt, das in der ESS-Vorbereitungsphase läuft. NEUTRONSOURCEESS erhielt seit dem Start im April 2008 innerhalb des Programms "Forschungsinfrastrukturen" des Siebten EU-Rahmenprogramms (RP7) 5 Mio. EUR. Das Projekt endet planmäßig am 31. März 2010.

Jetzt wird es für die ESS-Projektpartner ernst: In Lund, Schweden, soll eine Neutronenforschungsanlage der nächsten Generation geplant, gebaut und in Betrieb genommen werden. Diese ESS-Anlage wird nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Industrie fördern - sie wird außerdem dazu beitragen, die Konkurrenz aus Japan und den USA zu bezwingen.

Nach Angaben der Wissenschaftler ist es für den Erfolg des Projekts zwingend notwendig, geeignete Partner in der Industrie zu finden, die schließlich eine zentrale Rolle bei Planung, Bau und Betrieb der Anlage spielen werden. Für die ESS werden Experten aus Fachgebieten wie der Beschleunigertechnologie, des Präzisions-Großmaschinenbaus sowie des Hoch- und Tiefbaus - um hier nur einige zu nennen - vonnöten sein.

"Wir freuen uns sehr, dass Vertreter der dänischen und der schwedischen Regierung den ESS-Industrietag unterstützen werden", teilte Professor Bob Cywinski von der Universität Huddersfield im Vereinigten Königreich, Sprecher des NEUTRONSOURCEESS-Projekts, mit. "Verträge im Wert von mehr als einer Milliarde Euro stehen schon bald zur europaweiten Ausschreibung zur Verfügung. Hier ist eine breite Palette technischer und kommerzieller Möglichkeiten vertreten und wir wollen sicherstellen, die richtigen Unternehmen anzusprechen, um die Kompetenzen zu beschaffen, die wir brauchen."

Die Beteiligung an der Entwicklung der ESS wird der Industrie außerdem auch den Zugang zu dieser Anlage ermöglichen. Industrielle Partner können die ESS zur Entwicklung, Verbesserung und Bearbeitung technologisch wichtiger Werkstoffe nutzen. Die europäische Spallations-Neutronenquelle wird sich in vielen Sektoren - so etwa in den Bereichen Energie, Umwelt und Pharmakologie - als dienlich erweisen.

"Bei einem derart breiten Spektrum verfügbarer Möglichkeiten ist es äußerst wichtig, unseren Partnern aus der Industrie das enorme Potenzial der ESS schon jetzt aufzuzeigen, sodass wir, sobald die ESS in Betrieb ist, in der Lage sein werden, diese Anlage schnell zum Wohle der hochentwickelten europäischen Wissenschafts- und Hightech-Industriezweige und natürlich auch für die europäische Wirtschaft auszunutzen", fasste Professor Cywinski zusammen.

Das vom Paul Scherrer Institut in der Schweiz koordinierte NEUTRONSOURCEESS-Projekt vereint Experten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Lettland, Ungarn, Schweden, Spanien und dem Vereinigten Königreich.

Quelle: CORDIS / Projekt Europäische Spallations-Neutronenquelle

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.ess-neutrons.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Auf den Spuren der Entstehung von Kondensationstropfen
28.02.2017 | Universität Leipzig

nachricht Leuchtende Blasen in freier Wildbahn
28.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Automatisierungstreff 2017: Experten-Tipps zu EMV und Industrie 4.0-Engineering

28.02.2017 | Seminare Workshops

Das Partnerprogramm von Stellar Datenrettung

28.02.2017 | Unternehmensmeldung

Ein Filter für schweren Wasserstoff

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie