Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das größte Radioteleskop der Welt entsteht in Westaustralien

14.06.2007
In Westaustralien wird zur Zeit ein Prototyp eines Radioteleskops gebaut, das schon bald das größte und fortgeschrittenste Teleskop seiner Art sein könnte: das Square Kilometer Array (SKA), was übersetzt Quadratkilometer Anordnung heißt. Mit dem SKA wird es Forschern weltweit möglich sein, in nie vorher gekannter Form in die Vergangenheit zu schauen, die Entstehung von Planeten und Galaxien zu beobachten, die Evolution des kosmischen Magnetismus zu entschlüsseln und die Relativitätstheorie zu testen.

Das SKA wird aus tausenden kleiner Teleskope bestehen, die über den Kontinent verteilt sein werden, spiralförmig ausgehend von der Pastoral Station in Boolardy im tiefen Outback von Westaustralien. Die Empfangsfläche wird insgesamt einen Quadratkilometer umfassen, woher das Teleskop seinen Namen erhalten hat.

Die SKA Referenzanordnung besteht aus Schüsseln und Dipolantennen, die auf Platten oder ebenen Bodenflächen aufgesetzt werden. Das Führungsteleskop (Pathfindertelescope) mit dem Namen Mileura Widefield Array (MWA), das zur Zeit in Westaustralien gebaut wird, wird aus Dipolplatten bestehen. Einige Prototypen der Platten sind bereits aufgestellt. Professor Mervyn Lynch von der Curtin University of Technology in Perth ist für die Infrastruktur, den Bau und die Erweiterung des ständig wachsenden MWA verantwortlich. "Bislang haben wir die Platten selber hergestellt, da wir sie auf Probleme und Fehler testen müssen. Da es sich um Prototypen handelt, müssen die Tests gründlich erfolgen. Am Standort ist außer Buschland nichts vorhanden, wodurch weder elektrischer Strom, Glasfasertechnik, Licht, Wasser oder Brennstoff zur Verfügung steht. Wir sind also äußerst unabhängig und die Curtin University, als lokale Partneruniversität, stellt den Großteil der Infrastruktur zur Verfügung."

Zahlreiche weitere Institutionen sind an dem Projekt und seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung auf allen Ebenen beteiligt, indem sie Sensorprototypen für das MWA entwickeln oder für ständigen Materialnachschub sorgen. Sowohl das MIT (Massachusetts Institute of Technology) als auch die Harvard University unterhalten bereits Sensoren vor Ort, während die University of California Berkeley voraussichtlich ab Juli 2007 Instrumente in Westaustralien in Betrieb nehmen wird. Die vorbereitende Forschung hat bereits begonnen: die Astronomen kalibrieren die Teleskope, insbesondere im Tieffrequenzbereich, um die Einflüsse der erdeigenen Ionosphäre zu verstehen und die Signale aus der Galaxie heraustrennen zu können. Im Rahmen dieser Forschung wird der Einfluss von Sonneninstabilität auf die Erde untersucht. Die Ergebnisse werden es unter anderem ermöglichen, Einwirkungen dieser Instabilitäten auf Radioübertragung, Telekommunikations- und Computernetze sowie elektrische Geräte zu verstehen.

... mehr zu:
»MWA »SKA »Teleskop

Obwohl der endgültige Standort des SKA bis 2010/2011 noch nicht festgelegt wird, ist Professor Lynch überzeugt, dass die Arbeit der Forscher am Führungsteleskop SKA sehr gewinnbringend für alle Beteiligten sein wird. "Bis das SKA 2015 fertig gestellt sein wird, werden die SKA Führungsteleskope, zu denen das MWA gehört, zu den weltweit fortgeschrittensten Teleskopen zählen. Dadurch profitiert Westaustralien knapp ein Jahrzehnt lang von Radioastronomie auf höchstem Niveau. Und dies unabhängig davon, ob anschließend die Zusammenführung in das SKA erfolgt.

Jedes Projekt, für das das Teleskop eingesetzt wird, wird Forscher von den teilnehmenden Universitäten zusammenbringen und dadurch hilfreichen, gegenseitigen und dauerhaften Austausch herbeiführen. David Herne beispielsweise wird bei seiner Doktorarbeit sowohl von der Curtin University als auch dem MIT betreut und konnte bereits zahlreiche Partnerschaften resultierend aus dem Teleskopprojekt feststellen. "Auf Forschungsebene sind solche Kontakte unersetzlich. Daher bieten sich momentan für Studenten einzigartige Möglichkeiten in diesem Bereich." Zu den Gründungspartnern des MWA zählen: MIT, Harvard University, The University of Melbourne, Curtin University of Technology, die Australian National University sowie die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO ATNF).

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: MWA SKA Teleskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars
26.04.2018 | Universität Bern

nachricht Belle II misst die ersten Teilchenkollisionen
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Physik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics