Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rekord-Eruption auf der Sonne

07.11.2003


Mit dem stärksten je gemessenen Ausbruch hat die Sonne am Dienstagabend eine riesige Wolke geladener Teilchen in den Weltraum geschleudert. Der Rekord-Sonnenausbruch war mindestens doppelt so stark wie die gigantischen Eruptionen der vergangenen Woche und brachte die Satelliteninstrumente bis zum Anschlag. «Dies ist mit Sicherheit das stärkste Ereignis, das im Satelliten-Zeitalter bisher beobachtet werden konnte», berichtete der Meteorologe Jörg Kachelmann vom Wetterdienst Meteomedia. Da die Teilchenwolke senkrecht vom westlichen Sonnenrand ins All geschleudert wurde, wird sie das Erdmagnetfeld lediglich knapp streifen. Die US- Atmosphärenforschungsbehörde NOAA erwartet daher keinen starken Sonnensturm an der Erde.



«Voraussichtlich wird am Donnerstagmorgen oder -vormittag etwas bei der Erde eintreffen, aber es wird längst nicht so groß wie in der vergangenen Woche», erläuterte der Mainzer Weltraumwetterexperte Ulrich Rieth vom Arbeitskreis Meteore der Vereinigung der Sternenfreunde. «In Deutschland gibt es vermutlich auch keine sichtbaren Polarlichtern.» Den Himmel über Nordamerika könnten jedoch bis Donnerstag erneut Nordlichter zieren, wie der NASA-finanzierte Weltraumwetterdienst spaceweather.com berichtete. Ursprung der Mega- Explosion ist ein gigantischer Sonnenfleck, der in seinem Maximum rund 15 Mal größer als die Erde war.



Die NOAA meldete schwere Funkstörungen durch die bereits eingetroffene Strahlung, die sich auch bei Radiohörern in den USA bemerkbar machten. In höheren Breiten kann die Kurzwellen- Kommunikation demnach auch am Donnerstag noch gestört sein. Berichte über nennenswerte Schäden gab es am Mittwoch nicht.

Durch den Ausbruch am Rand der Sonnenscheibe entgeht die Erde der solaren Sturmwolke weitgehend. «Wenn so ein Ausbruch auf der Mitte der Sonnenscheibe stattgefunden hätte, hätten wir auf der Erde mit Schäden in mehrstelliger Milliardenhöhe rechnen können», betonte Rieth. Gedroht hätten in diesem Fall unter anderem der Totalverlust von Satelliten, großflächige Stromausfälle, Produktionsausfälle in der Halbleiterindustrie sowie die Zerstörung von Teilen der Ozonschicht, erläuterte Rieth.

Sonnenflecken sind aktive Regionen in der Außenschicht der Sonne. Starke Magnetfelder hindern dort das heiße Gas am Aufsteigen. Die Oberfläche des Flecks kühlt sich dadurch etwas stärker ab als das umgebende Gas und wirkt dadurch dunkler. Unterhalb des Flecks kann sich jedoch ein enormer Druck aufbauen. Halten die Magnetfelder diesem Druck nicht mehr stand, kommt es häufig zu Eruptionen.

Die beiden riesigen Sonnenflecken, die in den vergangenen Tagen wiederholt für Ausbrüche gesorgt hatten, sind mittlerweile durch die Sonnenrotation auf der Rückseite unseres Tagesgestirns verschwunden. Unter Umständen können sie jedoch in zwei Wochen am anderen Sonnenrand wieder auftauchen. Die Lebensdauer von Sonnenflecken reicht von wenigen Stunden für die kleinsten bis etwa 100 Tage für extrem große Flecken.

| pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://sohowww.nascom.nasa.gov

Weitere Berichte zu: Rekord-Eruption Sonnenfleck Sonnenscheibe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars
26.04.2018 | Universität Bern

nachricht Belle II misst die ersten Teilchenkollisionen
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Physik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics