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ESA testet erstmals Ionenantrieb im All

11.08.2003


SMART-1-Satellit erforscht mit neuer Technik den Mond



Das Europäische Weltraumprogramm ESA wird bei der Mondreise des SMART-1-Satelliten erstmals seinen neu entwickelten Ionenantrieb testen. Dies gab die Organisation in einer Presseaussendung heute, Freitag, bekannt. Gemeinsam mit zwei Satelliten der Indischen Weltraumorganisation, darunter der "Insat 3E" und der "Eutelsat e-Bird communication"-Satellit, wird der 367 kg schwere SMART-1 in das Weltall fliegen. Dabei wird eine Ariane-5-Rackete die drei Satelliten in eine geostationäre Orbitposition bringen, von der jeder der drei Satelliten sein Ziel ansteuern wird.

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Der SMART-1 wurde bereits am 15. Juli 2003 nach Kourou, Französisch Guyana gebracht. Von dort startet der Satellit am 28. August 20:04 Ortszeit und nimmt seine Reise zum Mond auf. Um sein Ziel in den einkalkulierten 16 Monaten zu erreichen, wird der Satellit eine langgezogene, spiralförmige Flugbahn beibehalten. Die geplante Ankunft und der Eintritt in den Orbit des Mondes ist für Dezember 2004 geplant. Dort angekommen wird der Ionenantrieb weiter getestet.

Mit einer hochauflösenden Miniaturkamera, einem IR-Punktspektrometer und einem Röntgenspektrometer sind ausführliche Experimente geplant. Darüber hinaus wird ein Navigationssystem, das es Weltraumfahrzeugen in Zukunft erlauben soll autonom durch das Sonnensystem zu reisen, erprobt. Im Bereich der Kommunikation sind Tests mit einem Kurzwellen-Kommunikationsprogramm und einer, auf Laserstrahl basierenden, interstellaren Kommunikationstechnologie geplant. Von diesen Aufgaben abgesehen wird SMART-1 zur Mondbeobachtung dienen und dabei Daten über die topographische Beschaffenheit an die Erde übermitteln. So erhoffen sich die ESA-Forscher eine genauere Beschreibung der Mondevolution geben zu können.

SMART ist die Abkürzung für das ESA "Small Mission for Advanced Research in Technology"-Programm. Der SMART-1 ist mit einem Ausmaß von einem Kubikmeter ein unterdurchschnittlich kleiner Satellit. Seine Sonnensegel messen eine Spannweite von 14 Metern und versorgen den Satellit mit 1,9 kW, wovon rund 75 Prozent für das Ionenantriebssystem verwendet werden.

Marlene Binder | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.esa.int

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