Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Architekten der Nanowelt - European Research Council fördert Erforschung von Nano-Architekturen

11.02.2010
Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit kann sich das Physik-Department der Technischen Universität München (TUM) über Forschungsgelder der EU in Millionenhöhe freuen: Diesmal erhält Professor Johannes Barth im Rahmen eines Advanced-Grants vom European Research Council (ERC) 2,6 Millionen Euro für ein Projekt zur Erforschung der grundlegenden Bauprinzipien von Nano-Architekturen auf Trägermaterialien. Damit werden Pionierarbeiten für ein neues Feld in der Koordinationschemie vorangetrieben, das ein großes Potential zur Entwicklung neuartiger Funktionsoberflächen bietet, beispielsweise für maßgeschneiderte Katalysatoren.

Die Chemie verfügt über eine Vielzahl von Verbindungen, die zu Stäben, Verzweigungen, Ketten und molekularen Zahnrädern zusammengesetzt werden können. Typische Bausteine sind Metallatome, die mit organischen Molekülen zu Ketten oder Netzwerken verknüpft werden. Mit dem EU-Geld möchte Professor Johannes Barth, Mitglied des Physik-Departments und des Zentralinstituts für Katalyseforschung der TU München, die Grundprinzipien des Aufbaus von Nanostrukturen und Koordinationsnetzwerken auf der Oberfläche von Trägermaterialien erforschen.

Ziele des Projekts sind unter anderem die Entwicklung neuer Herstellungsverfahren für katalytisch aktive Nanoschichten und für funktionelle Materialien mit maßgeschneiderten physikochemischen Eigenschaften.

Neben den chemischen Komponenten selbst steuern auch die verwendeten Trägermaterialien Organisation und Funktionalität der entstehenden Nanostrukturen. Mittels Rastertunnelmikroskopie und Spektroskopie auf Molekülebene können die TUM-Forscher diese Eigenschaften exakt charakterisieren. Ihre systematischen Beobachtungen wollen sie dann nutzen, um eine Methodik zur Herstellung genau definierter Nanoarchitekturen zu entwickeln. Weitere Hinweise dazu sollen Modellierungen geben, die in Kooperation mit der Universität Zürich durchgeführt werden.

Mit dieser Strategie möchten die Wissenschaftler insbesondere neue Konzepte entwickeln, um die Bewegung von Molekülen im Nanobereich zu steuern. "Mit unserer Forschung wollen wir nicht nur ein neues Feld der supramolekularen Koordinationschemie etablieren", sagt Johannes Barth. "Die fabrizierten nanostrukturierten Materialien bieten ein vielfältiges Anwendungspotenzial zur Organisation funktioneller Einheiten im Nanometer-Bereich, dem Aufbau von molekularen Motoren oder der Kontrolle einzelner katalytisch aktiver Zentren."

Im Rahmen des interdisziplinären Projekts kooperiert das Team um Professor Barth mit der Gruppe von Dr. Mario Ruben, am Institut für Nanotechnologie des Karlsruhe Institute of Technology, mit der zusammen die molekularen Bausteine konzipiert und synthetisiert werden. Weitere enge Verknüpfungen bestehen mit Gruppen der Physik und der Chemie am Standort Garching sowie mit Dr. Ari P. Seitsonen an der Universität Zürich.

Den "Advanced Researcher Grant" vergibt der European Research Council an exzellente Forscher jeglicher Nationalität, die ihre Forschungsaktivitäten an einer Einrichtung in einem Mitgliedstaat oder in einem am Rahmenprogramm assoziierten Staat durchführen wollen. Die Mittel unterstützen ein innovatives Programm über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Kontakt:

Prof. Dr. Johannes Barth
Technische Universität München
Physik-Department (E20)
James Franck Straße 1
85748 Garching, Germany
Tel: +49 89 289 12608
Fax: +49 89 289 12338
E-Mail: jvb@ph.tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.e20.ph.tum.de
http://www.e20.physik.tu-muenchen.de/Forschung/Supramolecular%20Architectonic/index.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften