Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zielgenaue Medikamente und saubere Böden

02.10.2009
Universität Jena präsentiert vom 6.-8. Oktober Forschungsergebnisse auf der "Biotechnica"

Erbkrankheiten heilen, indem die krankheitsverursachenden Gene einfach abgeschaltet werden - das ist das Ziel, das Wissenschaftler des Gründungsprojekts "Intelligent siRNA Technologies" der Friedrich-Schiller-Universität Jena verfolgen.

Der Weg dahin ist noch weit. Aber den ersten Schritt hat das Team des Plazenta-Labors, das im Programm "EXIST-Forschungstransfer" des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert wird, bereits gemacht: "Wir haben einen Mechanismus etabliert, der mittels kleinster siRNA-Moleküle zielgenau die Expression bestimmter Gene in einzelnen Zellen und Geweben unterbinden kann", so Projektleiter Dr. Tobias Pöhlmann. Das erste Produkt - das "siRNA Intelligence Kit" - steht unmittelbar vor der Markteinführung. Vorab werden die Wissenschaftler des Gründerprojekts ihre Forschungsergebnisse auf der "Biotechnica" vom 6.-8. Oktober in Hannover der Öffentlichkeit vorstellen. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist mit insgesamt drei Ausstellern auf der größten Biotechnologie-Messe Europas vertreten.

Um die Zukunft des Heilens geht es auch in einem zweiten Projekt, das Wissenschaftler der Uni Jena am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" in Halle 9 (Stand F12) auf der diesjährigen "Biotechnica" präsentieren. Ihr Ziel ist es, Arzneistoffe kontrolliert, zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort im Organismus zu bringen. Dazu haben die Forscher des Instituts für Pharmazie Nano-Partikel aus Polymeren entwickelt. "Diese Polymere und Partikel lassen sich gezielt verändern und für verschiedene Erkrankungen und Anwendungswege ,maßschneidern'", erläutert Prof. Dr. Dagmar Fischer von der Jenaer Universität. Durch die neuartigen Wirkstoff-Transporter ließen sich schädliche Nebenwirkungen von Arzneistoffen deutlich reduzieren, so die Professorin für Pharmazeutische Technologie weiter.

Kostengünstige Sanierungsmethoden für schwermetallbelastete Böden in ehemaligen Uranbergbauhalden stellen Geo- und Biowissenschaftler der Uni Jena in Hannover vor. Dazu nutzen sie die sogenannte "Bioremediation" - den Entzug der giftigen Bodenbestandteile durch Pflanzen, die durch Mikroben unterstützt werden. Miteinander vernetzte Arbeitsgruppen aus der Geologie und Mikrobiologie optimieren dabei bekannte Sanierungsstrategien und entwickeln Werkzeuge zur gezielten Überwachung der ablaufenden Vorgänge. "Die Messe wollen wir nutzen, um unsere bestehenden Forschungskooperationen zu pflegen und weiter auszubauen", sagt Projektleiter Christian Lorenz vom Institut für Geowissenschaften. Außerdem wollen die Jenaer Forscher Kontakt zu potenziellen Industriepartnern knüpfen.

Kontakt:
Dr. Tobias Pöhlmann
Gründungsprojekt "Intelligent siRNA Technologies" der Universität Jena
Kahlaische Str. 1
07743 Jena
Tel.: 03641 930850
E-Mail: tobias.poehlmann[at]intelligent-sirna.com
Prof. Dr. Dagmar Fischer
Institut für Pharmazie der Universität Jena
Otto-Schott-Str. 41
07745 Jena
Tel.: 03641 949940
E-Mail: Dagmar.Fischer[at]uni-jena.de
Dipl.-Hydrol. Christian Lorenz
Institut für Geowissenschaften der Universität Jena
Wöllnitzer Str. 7
07749 Jena
Tel.: 03641 948748
E-Mail: ch.lorenz[at]uni-jena.de

Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.biotechnica.de
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie