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Windenergiemarkt Polen: Beste Aussichten für den Onshore-Bereich

05.07.2010
Windparks auf dem Meer voraussichtlich erst ab 2018
HUSUM WindEnergy 2010 - vom 21. bis 25. September auf dem Messegelände Husum

Polen gehört zu den europäischen Ländern, von denen die Branche in Zukunft einen rasch wachsenden Markt für Windenergie erwartet. Das Land verfügt über ein erhebliches Onshore-Windpotenzial, besonders in der mit hohen durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten gesegneten Küstenregion im Norden.

Auf der Insel Usedom, an der Ostseeküste zwischen Swinemünde und Danzig, an der Kaschubischen Küste und in der Suvalkija im Nordosten des Landes herrschen die günstigsten Windbedingungen. Auf der anderen Seite sind vielerorts Probleme noch nicht gelöst, die den Anschluss von Windparks an das öffentliche Netz oder die strenge Regelung des Landschaftsschutzes betreffen.

Dies führt zu Unsicherheiten und Hindernissen bei der Projektentwicklung. Für viele Aussteller der HUSUM WindEnergy, auf der sich vom 21. bis 25. September die internationale Branche präsentiert, ist Polen dennoch ein interessanter Zukunftsmarkt, den sie beliefern wollen.

2009 wurden 322 MW Leistung neu installiert. Dies führte zu einem Anstieg der Gesamtleistung auf 865 MW. Die Installation neuer Windenergieanlagen soll laut Schätzungen des polnischen Windenergieverbands (Polish Wind Energy Association, PWEA) in seinem neuen Bericht mit dem Titel „Wind power development in Poland by 2020 – a vision“ von 920 MW im Jahr 2010 über 5000 MW im Jahr 2015 auf ungefähr 13 GW im Jahr 2020 gesteigert werden. 11 GW davon werden von Onshore-Anlagen, 1,5 GW von Offshore-Windparks und 600 MW von kleinen Privatanlagen erzeugt. Die Offshore-Energie wird mit anfänglichen 500 MW erst ab 2018 zu diesem Gesamtziel beitragen. Weitere 500 MW sollen 2019 und 2020 hinzukommen.

Um diese ehrgeizigen Zielsetzungen zu erreichen, muss der Windenergieanteil an der Stromerzeugung des Landes im Jahr 2020 auf 17 Prozent und bis 2030 auf fast 29 Prozent steigen. Es wird geschätzt, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der aufstrebenden polnischen Windbranche von 2000 im Jahr 2008 auf 66 000 im Jahr 2020 steigen wird.

Aluship Technology aus Danzig ist einer der polnischen Aussteller, die auf der Husum WindEnergy 2010 vertreten sind. Das Unternehmen ist führender Lieferant von Megayacht-Konstruktionen aus Aluminium und Stahl. Außerdem ist Aluship spezialisiert auf große Bauteile, die in modernen vollautomatisierten Produktionsanlagen mit Robotertechnik hergestellt werden.

Ein weiterer Aussteller aus Polen ist das Unternehmen Odlewnia ELZAMECH mit Sitz in Elbag. Die spezialisierte Metallgießerei stellt Kugelgraphitguss- und Graugusseisen für eine Reihe von Industrieanwendungen her, unter anderem auch für die Windenergiebranche. Hier umfasst die Produktpalette in erster Linie maschinell bearbeitete Bauteile, derzeit bis zu 12 Tonnen schwere Naben, Gusseisen für Turbinengehäuse, die bis zu 13 Tonnen Gewicht haben, und gusseiserne Lagergehäuse mit großem Durchmesser. Pressesprecherin Angelika Graczyk zur zukünftigen Einbindung der Windenergie bei ELZAMECH: „Wir investieren gerade in einen neuen Induktionsofen, der 2012 in Betrieb gehen soll und dann Bauteile von bis zu 20 Tonnen Gewicht gießen kann.“

Mit seinen Windenergieanlagen des Typs SkyWind bietet der Hersteller EcoSolar aus Warschau Nennleistungen zwischen 3,2 und 6 kW. Mitinhaberin und Geschäftsführerin Dorota Pó³torak erklärt, dass EcoSolar im Bereich kleiner und Mikro-Windenergieanlagen in Polen der einzige Hersteller ist und in alle Welt exportiert: „Wir blicken heute auf eine Erfolgsgeschichte mit mehr als 90 Windenergieanlagen zurück. Dabei sind die SkyWind 3200 und die SkyWind 6000 unsere beiden wichtigsten Modelle. Auf der Husum WindEnergy 2010 werden wir aus der Produktfamilie ein kleineres 1-kW-Modell vorstellen.“ Je nach Voraussetzungen und Kundenwünschen kann eine SkyWind-Anlage entweder als Insellösung mit 12- bzw. 24-V-Batterie oder als netzgekoppelte Version mit Wechselrichter geliefert werden. Als Drittes hat das Unternehmen jedoch noch eine ganz andere Form der Anwendung zu bieten, die laut Dorota Pó³torak auch die kostengünstigste Form der Energieerzeugung ist – die Warmwasserbereitung.

Das ebenfalls auf der Husum WindEnergy vertretene deutsche Unternehmen EUROS Entwicklungsgesellschaft aus Berlin betreibt seit 1999 in ¯ory-Warszowice eine Produktionsstätte für Rotorblätter in Polen. Am zweiten polnischen Standort in Ustron widmet sich das Unternehmen der Prüfung von Rotorblättern mit einer Länge von bis zu 60 m und der flexiblen Rotorblattproduktion für weitere Prototypen.

Im Jahr 2009 errichteten in Polen die Unternehmen Gamesa, Vestas, Siemens, REpower, Nordex und Fuhrländer, alles große Hersteller und ebenfalls auf der Husum vertreten, neue Windenergieanlagen in insgesamt fünf großen Windparks. Der größte polnische Windpark mit 120 MW besteht aus Anlagen der Firma Gamesa. Das deutsche Unternehmen Enercon oder der südkoreanische Konzern STX zum Beispiel liefern Windenergieanlagen mit Direktantrieb nach Polen. Und schließlich schalten sich nun, da sie das Windenergiepotenzial in Polen erkannt haben, auch internationale Windparkentwickler ein. Dazu gehört auch Juwi aus Deutschland: Im September 2009 hat das Unternehmen eine Niederlassung im polnischen Krakau eröffnet.

HUSUM WindEnergy 2010 – die Leitmesse der internationalen Windenergiebranche – wird in Kooperation zwischen der Messe Husum und der Hamburg Messe veranstaltet. Vom 21. bis 25. September stellen mehr als 800 Unternehmen aus mindestens 30 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen in Husum vor, darunter die weltweit führenden Hersteller von Windenergieanlagen und ihre Zulieferer. Die ganz auf die Windenergie-Branche spezialisierte Fachmesse wird zum internationalen Treffpunkt und Forum für Unternehmen und Fachbesucher.

Gudrun Blickle | Hamburg Messe
Weitere Informationen:
http://www.husumwindenergy.com

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