Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens stellt auf der SIWW in Singapur jüngste Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor: Energiesparende Lösungen im Fokus

28.06.2010
In Singapur hat Siemens Water Technologies im Jahr 2007 sein globales Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet. Hier erarbeitet das Unternehmen seitdem innovative Technologien und Verfahren, welche den Kunden helfen, die Herausforderungen des Wassermanagements zu bewältigen.

Einige dieser neuen Projekte stellt Siemens vom 28. Juni bis zum 2. Juli 2010 auf der Singapore International Water Week (SIWW) vor. Ein Schwerpunkt der Entwicklungen liegt auf der Senkung des Energieverbrauchs, so etwa bei einer energiesparenden Technologie zur Wasserentsalzung.

Ebenfalls in Singapur gezeigt werden ein Verfahren zur Energiegewinnung aus Abwasser bei gleichzeitiger Reduzierung des Klärschlammvolumens sowie eine Membranbioreaktor-(MBR)-Versuchsanlage zur Validierung neuer MBR-Konstruktionsparameter. Mit dem EcoRight MBR-System präsentiert Siemens eine gemeinsam mit Aramco Overseas Company B.V. entwickelte Technologie zur Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser.

„Durch die aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützen wir unsere Kunden dabei, die Lebenszyklus-Kosten ihrer Anlagen zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken, das Abfallaufkommen zu minimieren und Wasser wiederverwenden zu können”, sagte Chuck Gordon, President und CEO von Siemens Water Technologies. Gordon weiter: „Wir werden weiter in unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in Singapur investieren, um den Anforderungen unserer Kunden in aller Welt gerecht werden zu können.”

Eine vom Environment and Water Industry Development Council (EWI) Singapur erstmals ausgeschriebene „Innovative Technology Challenge“ zur Entwicklung eines fortschrittlichen Entsalzungsverfahrens hatte Siemens für sich entschieden. Im Rahmen dessen arbeitet das Unternehmen an einer Technologie, die den Energieverbrauch im Vergleich zu bestehenden Methoden um mindestens fünfzig Prozent senkt. Ende dieses Jahres wird Siemens eine Pilotanlage an das EWI ausliefern. Detaillierte Informationen hierzu stellt Tim LeTourneau von Siemens Corporate Technology (F&E) auf der SIWW unter dem Titel „Auf der Suche nach energiearmen Entsalzungsmethoden: Ergebnisse der Prototyp-Phase” vor.

Eine MBR-Versuchsanlage nahm Siemens kürzlich in der Changi Water Reclamation Plant in Singapur in Betrieb. Bei dem im Juli stattfindenden Anlagentest werden weitere Energieeinsparungen sowie ein effizienterer Betrieb im Vordergrund stehen. Das für den Durchfluss von einer Million Litern Wasser pro Tag ausgelegte MBR-System behandelt kommunale Abwässer. Mithilfe der Prüfanlage lassen sich neue, innovative Konstruktionsparameter schnell und unter realen Betriebsbedingungen beurteilen. Ziel ist es, den Kunden nachhaltige, energieeffiziente Produkte anbieten und den Anlagenbetrieb besser kontrollieren zu können.

Darüber hinaus arbeitet das globale F&E-Zentrum von Siemens derzeit an einer „grünen” Lösung für die Abwasseraufbereitung. Dieses neue Verfahren zur Energiegewinnung aus kommunalen Abwässern wird das Klärschlammaufkommen um fünfzig Prozent reduzieren. Aus dem Abwasser wird Biogas gewonnen und dessen Energie genutzt, um die Anlage weitgehend autark zu versorgen. Da zugleich weniger Klärschlamm anfällt, sinken die Handling-Kosten der Kunden; weniger Schlamm muss auf Deponien entsorgt werden. Eine in größerem Maßstab umgesetzte Version des Verfahrens soll im Oktober 2010 in Pilottests gehen. Die Vermarktung ist für 2012 geplant.

Ein Technologie-Lizenzabkommen hat Siemens mit Aramco Overseas Company B.V., Tochtergesellschaft von Saudi Aramco, zur kommerziellen Realisierung des EcoRight MBR-Systems unterzeichnet – ein neues Verfahren zur Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser. Das System kombiniert MBR-Technologie mit zusätzlichen Reinigungsprozessen zur Behandlung von Abwasser mit hohem organischem Anteil. Es gewährleistet damit eine wirtschaftliche Wiederverwendung von schwierig zu klärenden Abwässern. Hierzu werden in den kommenden Monaten umfangreiche Pilottests gestartet. Wenn die Lösung voraussichtlich Anfang 2011 auf den Markt kommt, wird sie für Kunden die Anschaffungs- und Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen biologischen Klärverfahren erheblich reduzieren.

Auf der SIWW nehmen Jens Wegmann, CEO von Siemens Industry Solutions, sowie Chuck Gordon, President und CEO von Siemens Water Technologies, an verschiedenen Diskussionsrunden teil. F&E-Experten des Unternehmens halten vor Ort Vorträge.

Die Entwicklung einer “grünen” Lösung zur Abwasseraufbereitung ist einer der Schwerpunkte im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Siemens in Singapur.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) ist mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies, Water Technologies und Industrial Technologies einer der weltweit führenden Lösungsanbieter und Dienstleister für Industrie- und Infrastrukturanlagen. Dies umfasst die Planung und Errichtung, den Betrieb und den Service für den gesamten Lebenszyklus. Eine breite Palette von Umweltlösungen unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energie, Wasser oder Betriebsmittel effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren und Umweltrichtlinien einzuhalten. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro.

Dr. Rainer Schulze | Siemens Industry
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/water
http://www.industry.siemens.com/data/presse/pics/IIS201006527.jpg
http://www.siemens.com/industry

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie