Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ruckelfreie Videos auf dem Smartphone

03.02.2012
Mobile World Congress 2012

Überlastete Mobilfunknetze können lästig sein – vor allem, wenn man ein Video auf dem Smartphone ansehen will. Ein optimierter Radio Ressource Manager soll Netzbetreibern künftig helfen, starke Netzbelastungen abzufedern. Der Anwender profitiert davon: Er bekommt ruckelfreie Filme. Wie die Technik funktioniert, zeigen Forscher auf dem GSMA Mobile World Congress vom 27. Februar bis 1. März 2012 in Barcelona (Halle 2, Stand E41).

Die Fahrt in den Familienurlaub kann an den Nerven zehren. Viele Eltern versuchen der »Wie lange noch?«-Fragerei zu entgehen, indem sie dem nölenden Nachwuchs ihr SmartPhone leihen – so können sich die Kinder im Internet Videofilme anschauen. Das Quengeln geht trotzdem oft weiter: Die Filme ruckeln mitunter oder werden gar ganz unterbrochen. Das kann zwei Ursachen haben: Steht der Nutzer etwa gerade in einer Talsenke und hat einen schlechten Empfang, reicht die Übertragungsrate für den Datenstrom nicht aus, das Handy kann die neuen Daten nicht schnell genug nachladen.

Eine weitere Ursache ist die Überlastung des Netzes – laden zu viele User gleichzeitig zu große Datenmengen herunter, ist die Mobilfunkzelle überfordert. Die heute gängigen Radio Ressource Manager, die in jeder Netzwerkzelle angebracht sind, sollen dies vermeiden: Sie überprüfen, welcher Anwender welche Daten braucht und wie viel Kapazität ihre Übertragung benötigt – und sollen dafür sorgen, dass jeder Nutzer die angeforderten Daten schnell erhält. Bei Videos, die übers Internet angeschaut werden, also »over the top«, funktioniert das jedoch nur mäßig oder gar nicht. Denn die Videos sind für die Mobilfunknetze nicht greifbar, sie »wissen« nicht, wie groß die heruntergeladenen Datenmengen sind und welche Anforderungen der Videostrom hat. Lädt das mobile Gerät gerade eine kurze Sequenz, die stark komprimiert ist, oder ein 90 Minuten Video bei höchster Qualität?

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin haben diese Radio Ressource Manager nun optimiert. »Dafür kombinieren wir den neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution LTE, der UMTS ablöst, mit einem Format für das Webstreaming, dem Dynamic Adaptive Streaming over Http, kurz DASH«, sagt Dr. Thomas Schierl, Gruppenleiter Multimedia-Kommunikation am HHI. Der Standard DASH erlaubt es unter anderem, Videos und Bilder in unterschiedlichen Qualitäten zur Verfügung zu stellen, also mit unterschiedlichen Dateigrößen. Der Nutzer kann somit zwischen verschiedenen Bildauflösungen wählen und festlegen, wie schnell sich Internetseiten aufbauen oder Videos geladen werden. »Künftig kann der DASH Standard seine Stärken auch in Mobilfunknetzen voll ausspielen«, sagt Thomas Wirth, Gruppenleiter am HHI. Klickt der Nutzer auf das Preview, um ein Video zu starten, überprüfen Sendestation und mobiles Endgerät automatisch, wie der Empfang ist und wie stark das Netz ausgelastet ist. Der Vorteil: Ist der Empfang schlecht oder das Netz überlastet, passen Sendestation und das mobile Empfangsgerät die Qualität des Videos so an, so dass der Anwender den Film ruckelfrei sehen kann. Bei schlechtem Empfang oder überlastetem Netz sinkt lediglich die Bildqualität des Videos etwas ab. Bessert sich die Verbindung, steigt auch die Bildqualität wieder.

Vom optimierten Radio Ressource Manager profitieren auch die Netzbetreiber: Sie können die Ressourcen einer Netzwerkzelle besser ausnutzen als bisher. »Mit unserem Mechanismus können die Ressourcen optimal verteilt und somit eingespart werden«, sagt Wirth. »Diese lassen sich dann anderen Nutzern zuteilen, wodurch die Anzahl der User, die bedient werden können, steigt.« Ein Prototyp des optimierten Radio Ressource Manager haben die Forscher bereits realisiert.

Thomas Wirth | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/februar/ruckelfreie-videos-auf-dem-smartphone.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung