Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PTB präsentiert neuartiges Nockennormal und mobiles Messsystem zur Rückführung großer Bauteile

26.04.2010
CONTROL, 4.-7. Mai, Halle 1, Stand 1313: PTB bietet Konzepte und Normale zur Absicherung der Messqualität sowohl für Nockenwellen als auch für große Bauteile

Die Abmessungen einer Nockenwelle können entscheidenden Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch, den Abgasausstoß und letztendlich die Leistung eines Verbrennungsmotors haben.

Schon bei einer Abweichung um wenige hundertstel Millimeter steht die Qualität in Frage, steigen Verschleiß und Kraftstoffverbrauch. Doch wie genau lässt sich die Maßhaltigkeit einer Nockenwelle überhaupt ermitteln?

Entsprechende Messgeräte inklusive Software sind zwar vorhanden, doch die Ermittlung der Messgenauigkeit war bisher nur beschränkt gewährleistet. Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben gemeinsam mit einem Partner aus der Industrie ein Nockennormal entwickelt, über das entsprechende Messungen praxisgerecht rückgeführt werden können. Dadurch kann sich die Qualitätskontrolle für Nockenwellen deutlich verbessern. Vom 4. bis zum 7. Mai stellt die PTB das neue Verfahren an Stand 1313 in Halle 1 auf der CONTROL in Stuttgart vor.

Das aus Werkzeugstahl gefertigte Normal hat die Form einer 1,4 Kilogramm schweren Nockenwelle, deren Abmessungen mit einem taktilen Form- sowie einem taktilen Koordinatenmessgerät in der PTB bestimmt worden sind. Demnächst steht das Nockennormal potentiellen Kalibrierdienstleistern oder Interessenten aus dem Bereich der Automobilindustrie zur Verfügung, um die Qualität entsprechender taktiler Messgeräte zu überprüfen.

Da die größten Fehler bei der Messung häufig nicht beim Abtasten, sondern bei der Auswertung der komplexen Messdaten auftreten, stellt die PTB auch Testdatensätze bereit, mit denen sich die Güte der in der Industrie verwendeten Software überprüfen lässt. Bei einer Übereinstimmung der Testergebnisse mit dem Referenzergebnis der PTB (Abweichung höchstens 0,1 Mikrometer) gilt der Softwaretest als bestanden.

Generell beschäftigt sich die PTB mit der Frage, wie neuartige Messsysteme – wie beispielsweise Laserscanner, Indoor-GPS oder hochgenaue 3-D-Interferometrie – rückgeführt werden können, um die Qualität der Messdaten zu bestimmen und zu verbessern. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes „ Metrology for New Industrial Measurement Technologies“ (NimTech), an dem noch vier weitere Metrologieinstitute beteiligt sind, stehen vor allem transportable Systeme im Vordergrund, die direkt im Fertigungsumfeld eingesetzt werden können und Strukturen mit Abmessungen bis zu zehn Metern erfassen. Einsatzgebiete sind zum Beispiel die Windkraft- und Flugzeugindustrie. Die PTB und ihre Partner haben in diesem Bereich sowohl Prüfkörper als auch numerische Normale entwickelt, die Messgeräteherstellern zur Verfügung stehen, um ihre Messsoftware zu bewerten.

Ansprechpartner
Dr. Frank Härtig, Arbeitsgruppe 5.3, Koordinatenmesstechnik, Tel. (0531) 592-5300

E-Mail: frank.haertig@ptb.de

Weitere aktuelle PTB-Nachrichten:
Vermeidung von Tankstellenbränden (19. April)
Graphen: Wozu Buckel und Höcker gut sein können (19. April)
Laborwaagen: gewohnt präzise mit einfacherer Technik (15. April)
DNA-Reparatur - Zugucken, wie die Zelle arbeitet (8. April)
Die Nachrichten finden Sie direkt auf der PTB-Homepage: http://www.ptb.de/

Imke Frischmuth | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler
27.04.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser

27.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind

27.04.2017 | Wirtschaft Finanzen