Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel erfordert neue Wege: Innovative Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser und Überflutung ein Schwerpunkt der acqua alta

24.06.2011
Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau - vom 11. bis 13. Oktober im CCH-Congress Center Hamburg

Nicht nur steigende Pegelstände, auch vermehrt vollgelaufene Keller durch Starkregenfälle sind Szenarien, die uns in Zukunft häufiger beschäftigen werden. Allein in Deutschland lagen die Schäden, die sie 2010 verursachten, bei über einer Milliarde Euro.

Der Bedarf an innovativen Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser und Überflutung wird immer dringender. Hier reicht das Spektrum von technischen Lösungen für die Deichsanierung bis hin zu neuen Ansätzen, wie mit den Wassermassen bei extremen Regengüssen umgegangen werden kann. Auf der acqua alta, der Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau, diskutieren Vertreter aus Forschung, Wirtschaft, Kommunen und Politik unter anderem den aktuellen Stand der Technik des Hochwasserschutzes. Vom 11. bis 13. Oktober stellen Experten aus dem In- und Ausland im CCH-Congress Center Hamburg neue Entwicklungen und Projekte vor, insgesamt werden rund 70 Referenten aus 10 Nationen erwartet. Die Hafenmetropole bietet 2011 als Umwelt-Hauptstadt Europas einen besonderen Rahmen für diese Fachveranstaltung.

Neue Erkenntnisse zur Deichsicherung
Deiche, Schutzmauern und -wände sind das Rückgrat des technischen Hochwasserschutzes. Die acqua alta gibt einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen der zukunftsweisenden Deichsanierungsverfahren. Prof. Norbert Meyer vom Institut für Geotechnik und Markscheidewesen der Technischen Universität Clausthal stellt beispielsweise ein System zur Überflutung von Deichen und Böschungen vor, das gezielte Deichkorridore zur Steuerung der Wasserströme vorsieht: „Eine der Hauptursachen für Deichschäden ist die Überströmung der Anlagen bei Hochwasser, denn das verursacht die Erosion des Deiches. Gezielte Deichkorridore können hier Entlastung bringen.“

Dass Deichsanierungen nicht unbedingt langwierig und teuer sein müssen, zeigen unter anderem neue Verfahren, die durch das Forschungsinstitut für Tief- und Rohrleitungsbau gemeinnützige GmbH (FITR) in Zusammenarbeit mit Partnern aus Deutschland und Europa entwickelt wurden. So kann beispielsweise durch die Injektion von modifizierten Tongemischen in den Deich der Hochwasserschutz weiter verbessert und effektiver werden. Das Verfahren wird beim Fachkongress in Hamburg vorgestellt.

Die Entwicklungen beim mobilen Hochwasserschutz sind rasant. Daher bietet der BWK – Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, auf der acqua alta ein umfassendes Seminar zu mobilen Hochwasserschutzanlagen an.

Starkregen und Überschwemmung
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die meisten Städte und Gemeinden bei Starkregenereignissen nur unzureichend geschützt sind. Die Regenwassermengen können von den lokalen Siel-, Kanal- und Gewässernetzen nicht aufgenommen werden. Eine Studie im Rahmen des Forschungsverbunds Klimzug Nord zeigt, wie wichtig innenstadtnahe Gewässer bei Starkregen sind. Die Studie läuft bis 2014, Sandra Hellmers von der TU Hamburg-Harburg erläutert auf der acqua alta die ersten Teilergebnisse: „Am Ende des Projektes entsteht ein Überblick, mit welchen klimabedingten Folgen für das Siel- und Gewässernetz zu rechnen sind. Anpassungsmaßnahmen der dezentralen Bewirtschaftung wie begrünte Dächer oder Grünflächen mit Versickerungsmulden können jedoch erheblich zu einer Minderung der Folgen von Starkregen beitragen und die Spitzenlast ausgleichen.“

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Prof. Wolfgang Dickhaut von der HafenCity Universität Hamburg. Er weist ein Retentionspotential bei urbanen Gewässern nach, das es zu fördern gilt. Hierzu zählt er nicht nur dezentrale Bewirtschaftung, seine Untersuchungen zeigen, dass auch Auenlandschaften im Stadtraum möglich sind. Hierzu gibt es bisher keine vergleichbaren Studien. „Selbst konservativ gerechnet halte ich eine Reduzierung der Spitzenabflüsse extremer Hochwasser um mindestens 10 bis 20 Prozent mittel- bis langfristig für erreichbar. Gleichzeitig könnten die ökologischen Beeinträchtigungen der Gewässer deutlich reduziert werden.“

Hochwasserexperte Reinhard Vogt, Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrum e.V. in Köln, entwickelt gerade im Auftrag des Generalverbands der deutschen Versicherer einen Hochwasserpass. Hausbesitzer können per Internet die Hochwassersicherheit ihrer Immobilie ermitteln und erhalten Empfehlungen für mögliche Schutzmaßnahmen. Für Techniker und Ingenieure soll es eine onlinebasierte Fortbildung geben, die sie dazu berechtigt, die ermittelten Selbstauskünfte offiziell zu bestätigen. „Wir gehen davon aus, dass wir auf der acqua alta bereits den Entwurf des Hochwasserpasses präsentieren können“, so Vogt.

Internationaler Austausch
Der internationale Austausch über innovative Konzepte und Maßnahmen steht im Mittelpunkt der acqua alta. So wird Dr. John Pisaniello von der Universität South Australia die Besonderheit der privaten landwirtschaftlichen Dämme in Australien erläutern. Sie können in Regenzeiten eine Gefahr für benachbarte Gemeinden darstellen, in Dürreperioden zur ungleichen Verteilung des Wassers führen. Auch Beiträge aus Rotterdam oder Kopenhagen zeigen auf, welche Konzepte andere Metropolen prüfen, um die Konsequenzen von Überflutungen für die Städte mildern zu können. Weitere Informationen zum Kongress gibt es im Internet unter www.acqua-alta.de

Die acqua alta, Fachmesse mit internationalem Kongress, findet vom 11. bis 13. Oktober 2011 im Congress Center Hamburg statt. Mit den Themenschwerpunkten Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau bietet sie allen beteiligten Organisationen, Instituten, kommunalen Spitzenverbänden und Branchen eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien. Auf der Fachmesse in der Ausstellungshalle des CCH präsentieren spezialisierte Unternehmen innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Weitere Informationen: www.acqua-alta.de

Pressekontakt:
Gudrun Blickle
Tel.: 040/3569-2442, Fax: -2449, gudrun.blickle@hamburg-messe.de

Gudrun Blickle | Hamburg Messe
Weitere Informationen:
http://www.hamburg-messe.de
http://www.acqua-alta.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung