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Holzbau in der Immobilienkrise gefragt

20.11.2008
Angesichts gestrichener staatlicher Bauförderung und konjunktureller Abkühlung geht der Wohnungsbau in Deutschland drastisch zurück. 2007 wurden in der Bundesrepublik nur noch 210 700 Wohnungen fertiggestellt, 15,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Experten rechnen für 2008 und 2009 mit einem weiteren kräftigen Rückgang.

Dennoch liegen in diesem angespannten Branchenumfeld für die bundesweit 10 700 Zimmererbetriebe große Chancen, denn dem Holzbau könnte eine Sonderkonjunktur bevorstehen. Von der weltgrößten Fachmesse für die Holz- und Forstwirtschaft, der LIGNA HANNOVER 2009 (18. bis 22. Mai), kann die Branche weitere positive Impulse aufnehmen.

Der Bund Deutscher Zimmermeister erwartet für dieses Jahr einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf etwas unter fünf Milliarden Euro.

Die Zimmerer sind vom Rückgang des Wohnungsbaus nicht so stark betroffen wie andere Gewerke, da sie sich besser auf den Ausbau im Bestand verstehen.

"Nach wie vor ist der Gebäudebestand die größte Dreckschleuder, die Deutschland zu bieten hat", sagt der Vorsitzende des Bundes Deutscher Zimmermeister, Ullrich Huth, und weist damit auf die Energieverschwendung in älteren Gebäuden hin. Er plädiert für die Sanierung, Wärmedämmung mit Holzaußenfassaden sowie die Aufstockung und Dämmung der Dachregionen. Für den Holzbau könnte das Bauen im Bestand eine noch größere Bedeutung erhalten als bisher, wenn die Politik dieses Geschäftsfeld - auch im Hinblick auf ihre Klimapolitik - intensiver fördern würde.

Die Holzbauweise hat jedoch auch beim Neubau Vorteile. Von den in 2007 insgesamt 147 497 neu errichteten Gebäuden im Wohn- und Nichtwohnbau wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 20 259 Häuser überwiegend mit Holz gefertigt. Das entspricht einem Anteil von 13,7 Prozent.

Holzbau ist im Wohnungsbau besonders gefragt, da sich diese Bauweise vorzüglich für die Errichtung von Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern eignet. Holz senkt im Gegensatz zu anderen Baustoffen die Wärmeverluste nach außen deutlich. Die Holzbauweise lässt außerdem kurze Bauzeiten zu und liefert gute Qualität. Die Gründe hierfür sind der hohe Vorfertigungsgrad der verwendeten Holzbauelemente sowie die flächendeckende Qualitätssicherung, die großteils durch freiwillige Qualitäts- und Gütegemeinschaften erfolgt.

Diese Argumente haben dem Holz in den vergangenen Jahren erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Baustoffen gesichert, die sich in steigenden Marktanteilen auswirken. Die gesamte Bandbreite der Innovationen - die sich von der Qualitätssicherung durch Holzsortierung, Trocknung, Bearbeitung über die Herstellung von hochwertigen Zwischenprodukten, die Konstruktion und Architektur sowie Energieeinsparung bis hin zum anspruchsvollen Interieur hinzieht - ist auf der LIGNA HANNOVER 2009 zu sehen, der weltweit größten Messe für die Forst- und Holzwirtschaft.

Anja Brokjans | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

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