Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IDMT auf der IBC 2013: Neue Werkzeuge für den perfekten Klang

27.08.2013
Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 13. bis 17. September auf der diesjährigen IBC in Amsterdam neue Werkzeuge zur automatisierten und intuitiven Aufnahme, Produktion, Wiedergabe und Analyse von audiovisuellen Inhalten.

Ob zur Realisierung von hochwertigen Audioaufnahmen, der Wiedergabe von perfekten, räumlichen Klangerlebnissen über Kopfhörer oder für detaillierte Untersuchungen an digitalen Medieninhalten – die am Fraunhofer IDMT entwickelten Tools sorgen für effiziente Arbeitsabläufe im Bild- und Tonbereich und sichern eine hohe Qualität audiovisueller Medien.

Intuitive Identifikation von Qualitätsproblemen bei Audioaufnahmen

Der »Mikrofonmanager« bietet Tonschaffenden die Möglichkeit zur schnellen und intuitiven Qualitätskontrolle von Audioaufnahmen im Livebetrieb oder im Tonstudio. »Bei der Aufnahme von Konzerten kommt oftmals eine Vielzahl von Mikrofonen zum Einsatz. Das Aufspüren von Qualitätsproblemen ist bislang ein sehr zeitaufwändiges Verfahren, da der Tonmeister in einigen Fällen, wie z. B. bei einer Orchesteraufnahme, bis zu hundert Audiokanäle am Mischpult kontrollieren muss. Mit dem Mikrofonmanager lässt sich dieser mühsame Prozess erheblich reduzieren. Hierfür wird ein virtueller Hörer an eine ausgewählte Position in der digitalen Klangszene platziert.

Auf diese Weise lassen sich die entsprechenden Audiokanäle unkompliziert überprüfen und Störgeräusche können deutlich schneller und einfacher lokalisiert werden als bisher«, erklärt Christoph Sladeczek, Leiter der Gruppe Virtual Acoustics am Fraunhofer IDMT, die Vorteile der neuen Technologie. Neben der Möglichkeit, die akustische Szene für spätere Aufnahmen oder Tonmischungen zu speichern, lassen sich mit dem Mikrofonmanager auch halbautomatische Klangszenen aus dem Mikrofonsetup erzeugen.

Räumliche Audiowiedergabe für Kopfhörer

Neue, innovative Audiowiedergabeverfahren, wie die Technologie der Wellenfeldsynthese, erzeugen z. B. in Planetarien oder bei Live-Events eine akustisch realistische Einhüllung des Publikums. Ein Ring aus Lautsprechern umgibt den Wiedergaberaum und lässt den Zuhörer vollkommen in das 3D-Klanggeschehen eintauchen. Hierfür werden die einzelnen Schallquellen, wie z. B. Geige oder Saxophon, am Übertragungsort aufgezeichnet und in einem so genannten objektorientierten Format mit Informationen zu Position, Lautstärke und Richtung abgespeichert. Die Wiedergabe über Kopfhörer war für derartige Produktionen bisher nur eingeschränkt möglich.

Mit dem »SpatialSound Headphone« präsentieren die Akustik-Experten des Fraunhofer IDMT erstmals ein interaktives System zur richtungsgerechten 3D-Audiowiedergabe für Kopfhörer basierend auf der Verwendung von Audioobjekten. Im Gegensatz zur konventionellen Surround-Sound-Wiedergabetechnik werden bei der objektorientierten Wiedergabe nicht die Kopfhörer- oder Lautsprechersignale gespeichert, sondern diese in Echtzeit erzeugt. Auf diese Weise lassen sich räumliche Klangszenen aus bis zu 32 Soundobjekten erstellen und ihre Eigenschaften interaktiv bearbeiten. »Dank unseres neuen Werkzeugs kann eine objektorientierte Audioproduktion über Kopfhörer wiedergegeben werden. Regisseuren bietet sich so beispielsweise die Möglichkeit, aufgezeichnetes 3D-Audiomaterial direkt am Aufnahmeort anzuhören, zu überprüfen und eine grobe Vormischung zu erstellen«, so Alejandro Gasull Ruiz, Projektleiter am Fraunhofer IDMT, der die Entwicklungsarbeiten an der neuen Technologie betreut.

Detaillierte Ermittlung von Musikanteilen in Rundfunkbeiträgen

Zur Analyse von audiovisuellen Inhalten stellt das Fraunhofer IDMT ein neues Modul seiner »A/V Analyzing Toolbox« vor, die eine breite Palette unterschiedlicher Analysemodule bündelt und umfangreiche Untersuchungen an audiovisuellen Inhalten ermöglicht. Das neue Softwaremodul zur automatischen Sprach- und Musikunterscheidung analysiert Audiosignale und ermittelt die Anteile von Sprache, Musik, Sprache mit Hintergrundmusik oder Stille in einem Rundfunk- oder Fernsehprogramm. Damit stellt das neue Modul ein nützliches Instrument für die Abrechnung von Vergütungen der Verwertungsgesellschaften, die inhaltsbasierte Suche im Rundfunkbereich, die Überprüfung von Copyright-Verletzungen oder zur Verbesserung von Systemen zur Audioidentifikation dar. »Der Anteil von Musik in Medienformaten bestimmt die zu zahlenden Tarife der Verwertungsgesellschaften. Die Ermittlung, wie viel Musik in einem Programm zu hören ist, ist aktuell sehr zeitintensiv und ungenau, da Programmlisten nur stichprobenartig und manuell analysiert werden können. Mit unserem Modul werden diese Arbeitsprozesse erheblich vereinfacht und riesige Audio-Kataloge oder Medienarchive lassen sich zeitsparend und präzise analysieren. Abrechnungen können damit viel detaillierter erfolgen«, so Dr. Uwe Kühhirt, Leiter der Gruppe Audiovisuelle Systeme am Fraunhofer IDMT.

Effizientes Management audiovisueller Inhalte

Über das neue Modul zur Ermittlung von Musikanteilen hinaus, stellt die A/V Analyzing Toolbox weitere Softwarebausteine zur Verfügung, die einzeln oder miteinander kombiniert detaillierte Untersuchungen an audiovisuellen Medien ermöglichen und so das Management von A/V-Material effektiv unterstützen:

Neben einer automatisierten Fehleranalyse von Audio- und Videodateien lassen sich mit den Technologiebausteinen z. B. auch einzelne Szenen und repräsentative Keyframes in Videoclips ermitteln und zusammenstellen. Außerdem können Kamerabewegungen in Filmen, wie Schwenks oder Zooms, sowie Bewegungen in Videos erkannt und ausgewertet werden. Mit Hilfe der semantischen Videoanalyse ist es möglich, Videos visuellen Konzepten, wie Landschaften oder Tageszeiten, zuzuordnen. Die Suche in riesigen Filmarchiven nach Filmausschnitten mit bestimmten Inhalten oder Stimmungen wird auf diese Weise deutlich erleichtert.

Auf der diesjährigen IBC können sich die Besucher vom 13. bis 17. September 2013 am Stand 8.B 80 in Halle 8 von den neuen Technolgiebausteinen des Fraunhofer IDMT überzeugen.

Über das Fraunhofer IDMT

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT betreibt anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet audiovisueller Medien und ist kompetenter Partner der Wirtschaft bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien für die digitale Medienwelt. Gemeinsam mit seinen Auftraggebern erarbeitet das Fraunhofer IDMT individuelle Lösungen, die konsequent am Nutzen der Kunden ausgerichtet sind. Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Hauptsitz in Ilmenau sowie an den Standorten in Erfurt und Oldenburg bearbeiten das Forschungsportfolio.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stefanie Miethbauer
Ehrenbergstraße 31
98693 Ilmenau
Telefon +49 3677 467-331
Telefax +49 3677 467-467
stefanie.miethbauer@idmt.fraunhofer.de
http://www.idmt.fraunhofer.de/de/Press_and_Media/press_releases/2013/ibc.html
- Weitere Informationen
http://www.idmt.fraunhofer.de/avtoolbox
- Weitere Informationen zur A/V Analyzing Toolbox

Julia Hallebach | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA
22.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Mehr Sicherheit für Flugzeuge
22.02.2017 | FernUniversität in Hagen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie