Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Funkausstellung IFA - Überall auf Empfang

29.08.2005


Fernsehen auf dem Handy oder PDA: ein kommender Markt. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin (2. bis 7.9.) zeigen Fraunhofer-Forscher auf dem Technisch-Wissenschaftlichen Forum TWF in Halle 5.3 unterschiedliche Technologien für den perfekten digitalen Empfang.



Mobilität ist das Credo unserer Zeit. Für viele bedeutet das: ständig unterwegs in Auto, Bahn, Flugzeug. Nicht immer lässt sich die Zeit für Arbeit nutzen. Schließlich will man auch einmal abschalten, die Nachrichten, Fußballergebnisse oder einfach nur die Lieblingsserie sehen. Die Ansprüche der Nutzer an die Qualität von Videobildern steigen.

... mehr zu:
»Empfang »Funkausstellung »Handy »IFA »MPEG-4 »Video


Zudem gibt es immer mehr Geräte und Übertragungsmedien - insbesondere für mobile Anwendungen. "In den kommenden Geräten verschmelzen drei Technologien miteinander - die klassische TV-Übertragung, Mobilfunk und Internet", sagt Thomas Schierl vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin. "Das heißt, jeder wird die Möglichkeit haben, überall spezielle, möglicherweise sogar auf den Aufenthaltsort zugeschnittene TV-Angebote zu nutzen." Auch zusätzliche Informationen wie zugehörige Web-Seiten lassen sich dann abrufen. Außerdem kann der Nutzer wie gewohnt im Internet surfen und E-Mails empfangen. Dies alles wird durch die Internet-Protokoll-Technologie, kurz IP, realisiert.

Schierl und sein Team stellen auf der IFA ein System für digitales Fernsehen auf mobilen Geräten DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds) vor. Es überträgt Videobilder in guter Qualität und sorgt gleichzeitig dafür, dass der zur Verfügung stehende DVB-H-Kanal optimal genutzt wird. Denn bei DVB-H teilen sich mehrere TV-Programme einen Übertragungskanal. Je nach Sendung benötigen sie dafür unterschiedliche Datenraten: Bei einer Nachrichtensendung mit Sprecher-Szenen verändern sich die Bildinhalte weniger schnell als bei der Übertragung von Leichtathletik und Fußballspielen oder einem Actionfilm. "Es kann also sein, dass ein Sender seine volle Datenrate gerade nicht braucht, um optimale Qualität zu übertragen, ein anderer jedoch schon. Wir haben ein Live-Serversystem entwickelt, das den Programmen die Übertragungsrate je nach Bedarf zuweist. Dieses Prinzip nennt man statistischer Multiplex", so Schierl. Dass es gerade bei Live-Übertragungen auf ein Handy funktioniert, demonstrieren die Wissenschaftler auf der IFA. Spezielle Server encodieren die Live-Bilder und stimmen die Videodatenrate untereinander für die einzelnen Programme auf dem DVB-H-Kanal ab.

An einer Technik, die beim Übertragen der Videodaten auf unterschiedliche Geräte helfen soll, arbeiten Kollegen aus der Abteilung Bildsignalverarbeitung: Skalierbare Videocodierung. "Viele Kundenwünsche, viele Endgeräte - das alles heißt, Inhalte müssen je nach Anwendung aufbereitet werden", erklärt Dr. Thomas Wiegand vom HHI. "Ein Inhalt, beispielsweise die Live-Übertragung eines Fußballspiels, muss in verschiedenen Auflösungen bereitgestellt werden, für digitales Fernsehen zu Hause, auf der Großbildleinwand oder dem Handy." Die Lösung: Ein Verfahren, das es ermöglicht, aus einem Datenstrom Teilströme zu extrahieren, die einzeln - zum Beispiel in verschiedenen Auflösungen - decodiert und versendet werden können. Damit lässt sich ein am Server vorliegender Film in TV-Auflösung auch per Videohandy empfangen. Internationale Gruppen für Standisierung wie ISO/IEC MPEG und ITU-T VCEG haben das skalierbare Codierverfahren bereits übernommen und wollen es zum künftigen Standard H:264/MPEG4 SVC (Scalable Video Coding) weiterentwickeln.

Digitales Fernsehen ist die Grundlage für das anvisierte High Definition TV, kurz HDTV. Das ist der neue weltweite digitale TV-Standard. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen präsentiert auf der IFA einen Videocodec - MPEG-4 AVC High Profile - der mit gestochen scharfen Bildern und satten Farben Fernsehen in Kinoqualität ins Wohnzimmer bringt. Der Codec bietet eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel und arbeitet mit einer Datenrate von 4 bis 6 MBit/s. Aber die Forscher arbeiten nicht nur an der Wiedergabe von Video auf großen Monitoren: Auch auf den kleinen Bildschirmen von PDAs oder Handys lassen sich Kinofilme mit brillantem Bild und starkem Sound betrachten. Möglich macht dies die Kombination von MPEG-4 AVC und MPEG-4 High Efficiency Advanced Audio Coding (HE-AAC).

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2005/08/Presseinformation2682005.jsp

Weitere Berichte zu: Empfang Funkausstellung Handy IFA MPEG-4 Video

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Rittal auf der Messe "Meer Kontakte": IT sicher und platzsparend an Bord
08.11.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte